
Spanien demontiert Frankreich und zieht ins WM-Finale ein
Mit einem taktischen Meisterstück und Toren von Oyarzabal und Porro beendet La Roja die französischen Titelträume und greift nach dem zweiten Stern.
Spanien hat das erste Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Arlington, Texas, mit einer taktischen Lehrstunde für sich entschieden und Frankreich mit 2:0 (1:0) aus dem Turnier genommen. Mikel Oyarzabal verwandelte in der 22. Minute einen von Lucas Digne an Lamine Yamal verursachten Foulelfmeter sicher zur Führung, ehe Pedro Porro nach einem feinen Doppelpass mit Dani Olmo in der 58. Minute den zweiten Treffer nachlegte. Die Mannschaft von Luis de la Fuente dominierte das Spiel über weite Strecken, ließ den hochgehandelten französischen Angriff um Kylian Mbappé kaum zur Entfaltung kommen und steht damit zum ersten Mal seit dem Titelgewinn 2010 wieder in einem WM-Endspiel.
Die Iberer erstickten das Offensivspiel des Gegners mit einer kompakten Defensive und einer überlegenen Mittelfeldachse um Rodri, Fabián Ruiz und Olmo. Frankreich, das zuvor in sechs Partien nur zwei Gegentore kassiert hatte, gab in der ersten Halbzeit keinen einzigen Torschuss ab und verlor zudem früh Innenverteidiger William Saliba verletzungsbedingt. Spanien hingegen verwaltete den Vorsprung nach dem Seitenwechsel souverän und hätte durch einen wegen Abseits aberkannten Treffer von Yamal sogar noch erhöhen können. Mit nunmehr 37 Pflichtspielen ohne Niederlage nach regulärer Spielzeit stellte die Selección den europäischen Rekord Italiens ein.
In spanischen Medien wurde der Auftritt als Beleg für eine neue goldene Generation gefeiert, die nach dem EM-Titel 2024 nun auch auf den zweiten Weltmeisterstern zusteuert. De la Fuente bezeichnete sein Team als „bestes der Welt“ und hob die kollektive Geschlossenheit hervor. Aus französischer Perspektive überwog dagegen die Enttäuschung über eine verpasste Chance auf das dritte Endspiel in Folge; Didier Deschamps, der nach dem Turnier nach 14 Jahren als Nationaltrainer abtritt, sprach von einer unterlegenen Mannschaft. Mbappé, der in der Schlussphase mit einer Gelben Karte für ein Foul an Torhüter Unai Simón auffiel, blieb blass und haderte mit der eigenen Wirkungslosigkeit.
Spanien trifft im Finale am 19. Juli im MetLife Stadium von New Jersey auf den Sieger der zweiten Vorschlussrundenpartie zwischen Argentinien und England. Frankreich bestreitet am 18. Juli in Miami das Spiel um Platz drei. Für La Roja bietet sich die Chance, 16 Jahre nach dem Triumph von Johannesburg den zweiten WM-Titel der Verbandsgeschichte zu gewinnen, während Les Bleus die Hoffnungen auf eine dritte Finalteilnahme in Serie begraben müssen.
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