
Überraschender Inflationsrückgang in den USA beflügelt Aktienmärkte und drückt Dollar
Der unerwartet starke Rückgang der US-Verbraucherpreise im Juni lässt die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung im Juli schrumpfen und sorgt für Erleichterung an den Börsen, während geopolitische Risiken die Ölpreise treiben.
Die US-Inflationsrate ist im Juni auf 3,5 Prozent gesunken, nach 4,2 Prozent im Mai. Das ist der stärkste Rückgang seit sechs Jahren und lag deutlich unter den Erwartungen von 3,8 Prozent. An den Märkten in New York führte dies zu einem Kursfeuerwerk: Der S&P 500 stieg um 0,38 Prozent, der Nasdaq um 0,90 Prozent. Der Dollar-Index fiel um 0,33 Prozent, der Euro kletterte auf 1,1418 Dollar. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen sank um fast 7 Basispunkte.
Aus Washingtoner Sicht verringert die Abkühlung den Handlungsdruck auf die Federal Reserve. Die von den Futures-Märkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Sitzung Ende Juli halbierte sich auf rund 16 Prozent. Fed-Chef Kevin Warsh dämpfte jedoch in einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses die Euphorie: Die Notenbank habe „keine Toleranz“ für anhaltend hohe Inflation und werde an ihrem Ziel von zwei Prozent festhalten. An den europäischen Börsen, die zunächst unter den gestiegenen Ölpreisen litten, drehten die Indizes nach den US-Daten ins Plus; der Dax gewann 0,1 Prozent.
Die Berichtssaison der US-Großbanken untermauerte die positive Stimmung. JPMorgan Chase meldete einen Rekordgewinn, Goldman Sachs übertraf die Erwartungen deutlich. Dagegen brach die Aktie von IBM um über 25 Prozent ein, nachdem der Konzern vor einem Gewinnrückgang warnte, weil Kunden ihre Ausgaben von Software auf KI-Infrastruktur verlagerten. Halbleiterwerte wie Nvidia und SK Hynix profitierten von dieser Dynamik und legten kräftig zu.
Die Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hielt die Ölmärkte in Atem. Die Preise für Brent und WTI stiegen auf Monatshochs, nachdem Präsident Trump eine Seeblockade iranischer Häfen verhängt hatte. Später nahm er die Drohung einer Transitgebühr für die Straße von Hormus zurück, was die Aufschläge dämpfte. Dennoch bleibt der Ölpreis ein Inflationsrisiko, das die Fed und auch die EZB im Blick behalten müssen. Die nächsten Wegmarken sind die US-Erzeugerpreise, die noch am selben Tag erwartet werden, sowie die Zinsentscheidung der Fed am 29. Juli. Zudem richten sich die Blicke auf die chinesischen BIP-Daten und die Quartalszahlen des Chipausrüsters ASML, die Hinweise auf die Nachhaltigkeit des KI-Booms geben könnten.
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Die Inflation ist unter Kontrolle, die Märkte feiern: Zeit zu investieren.
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