
Elf Minuten Glamour, doch der Rasen hält still
Erstmals tritt eine Fußball-Weltmeisterschaft mit einer Halbzeitshow im Super-Bowl-Format an – zwischen Performance und Regeldruck.
Am Samstag vor dem Finale postete Robert Smith, Sänger von The Cure, auf Instagram seine schlichte Ablehnung: Ein Halbzeitspektakel bei einem WM-Endspiel halte er für keine gute Idee. Es war nicht der einzige Einwurf. Schon während der Copa América 2024 hatte Kolumbiens Trainer Nestor Lorenzo gewettert, ein 25-minütiger Pausenauftritt von Shakira lasse Muskeln erkalten und steigere das Verletzungsrisiko. Und nun, im MetLife Stadium von East Rutherford, bereiten sie jene Bühne vor, die das vertraute Ritual des Pausentees aushebeln soll.
Elf Minuten sind für die Show vorgesehen, elf Minuten, die sich – so will es die FIFA – an den elf Spielern pro Mannschaft orientieren. Doch die reine Vorführzeit täuscht: Bühnenauf- und -abbau fressen zusätzliche Minuten, sodass die Pause auf mindestens siebzehn, nach anderen Quellen sogar auf fünfundzwanzig Minuten anschwillt. Das International Football Association Board (IFAB) gesteht den Akteuren maximal fünfzehn Minuten zu. Die Produzenten um Guy Carrington versichern, man habe monatelang geprobt, arbeite mit speziellen Bodenabdeckungen und achte penibel auf Schuhsohlen und Choreografien, um den Rasen zu schonen. Doch die Spannung zwischen Spektakel und Sportordnung ist real.
Die künstlerische Leitung liegt bei Chris Martin, dem Coldplay-Frontmann, der bereits im Vorjahr beim Klub-WM-Finale am selben Ort eine halbstündige Unterbrechung orchestriert hatte. Nun hat er ein Panoptikum aus Pop, K-Pop und Klassik versammelt: Madonna, Shakira, Justin Bieber und die südkoreanische Gruppe BTS teilen sich die Headliner-Rolle, dazu kommen der nigerianische Sänger Burna Boy, der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel sowie der New Yorker PS22-Chor. Sponsoren und Global-Citizen-Initiativen rechnen mit Spenden in dreistelliger Millionenhöhe für Bildungsfonds. Amerikanische Veranstalter wie James Massing von Live Nation sehen darin eine überfällige Innovation für ein Publikum, das neben Fußball zunehmend Unterhaltung erwarte.
Aus europäischer Perspektive regt sich indes Widerspruch. Der britische Fan-Blogger Ellis Platten vermisst die nüchterne Analyse, die in den USA Werbeblöcken und Einspielern weichen müsse. In Argentinien und Spanien wiederum sorgt man sich vor allem um die Muskulatur der Profis, die bei einem derart gedehnten Intervall ohne Aufwärmen auskühlen könnte. Mexikanische Kommentatoren hingegen feiern den Crossover als kulturelle Brücke, während kolumbianische Medien stolz Shakiras erneuten WM-Auftritt hervorheben. Wenige Stunden vor Anpfiff wird Jennifer Hudson die US-Hymne singen, Tom Cruise in der Schlusszeremonie erscheinen und Post Malone den Vorabend bestreiten.
Wenn dann der Schiedsrichter das erste Halbzeitende anzeigt, rollen die Techniker in Sekundenschnelle Podeste und Kabel aus, während die Spieler in den Katakomben verharren – für sie nur ein verlängertes Warten, für den Weltmarkt ein werthaltiges Fenster. Es bleibt eine Momentaufnahme der Gratwanderung: eine Show, die auf elf Minuten verdichtet ist und dennoch das Regelwerk dehnt, als wäre Zeit im Fußball plötzlich verhandelbar.
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
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| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
The 2026 World Cup final will feature a historic halftime show with global superstars; fans should not miss this spectacle.
By providing detailed logistical information and emphasizing the star power, the coverage normalizes the show as an integral part of the event, making it seem natural and expected.
The closing ceremony of the 2026 World Cup final includes world-famous artists; here are the details to follow it.
A simple list of performers and times, without critical commentary, presents the show as a normal and expected element of the final.
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