
Ein Bürgermeister, ein Milliardär und eine neue Rechtsaußen-Partei: Britanniens Premier Starmer unter Druck
Die Nachwahl in Makerfield könnte Andy Burnham den Weg ins Parlament ebnen – und eine Labour-Revolte auslösen, während eine von Elon Musk unterstützte Splitterpartei die Rechte spaltet.
Im nordenglischen Wahlkreis Makerfield, einer von geschlossenen Pubs und Leerstand gezeichneten Brexit-Hochburg, entscheidet sich an diesem Donnerstag mehr als nur die Besetzung eines vakanten Unterhaussitzes. Hier kandidiert Andy Burnham, der charismatische Bürgermeister von Greater Manchester, für Labour. Der als „König des Nordens“ verehrte Regionalpolitiker hat angekündigt, nach einem Einzug ins Parlament den glücklosen Premierminister Keir Starmer offen herauszufordern. Schwedische Korrespondenten beschreiben den Wahlkampf in Hindley als Schicksalsmoment: Gelingt Burnham der Sprung nach Westminster, stünde Starmer unmittelbar vor einer parteiinternen Revolte, die das Vereinigte Königreich in eine tiefe politische Krise stürzen könnte.
Doch Burnham ist nicht der einzige Labour-Politiker, der Starmer ablösen will. Aus Londoner Regierungskreisen verlautet, dass der frühere Gesundheitsminister Wes Streeting gegenüber der BBC seine Bereitschaft erklärt hat, ebenfalls für den Parteivorsitz zu kandidieren. Streeting verfügt nach eigenen Angaben über die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten – exakt die erforderliche Zahl für eine Kampfabstimmung. Er drängt auf ein rasches Ende der „Lähmung und Unsicherheit“. Starmer, der am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian konterte, er werde sich einer etwaigen Kampfabstimmung stellen und halte einen Führungswechsel für nicht im Landesinteresse, wirkt zunehmend isoliert. Italienische und arabische Medien sehen in Streetings Vorstoß eine koordinierte Aktion, die den Druck auf den Premier weiter erhöht.
Parallel dazu gewinnt eine neue Kraft am rechten Rand an Bedeutung. Wie Beobachter in Peking anmerken, bedroht die von dem ehemaligen Reform-UK-Abgeordneten Rupert Lowe gegründete Partei „Restore Britain“ den Aufstieg Nigel Farages. Lowe, ein 68-jähriger Geschäftsmann und früherer Fußballfunktionär, vertritt eine noch schärfere Anti-Migrationslinie und wird vom Tech-Milliardär Elon Musk offen unterstützt. In Makerfield tritt Restore Britain gegen Reform UK an und droht, das rechte Lager zu spalten. Davon könnte ausgerechnet Labour profitieren: Ein zersplittertes konservativ-rechtspopulistisches Stimmenreservoir erleichtert Burnham den Sieg und damit den Weg zur Machtprobe mit Starmer.
Aus Washingtoner Perspektive verschärft sich der wirtschaftspolitische Handlungsdruck. Der britische Milliardär John Caudwell, Gründer von Phones4u und einst konservativer Unterstützer, der 2024 zu Labour wechselte, fordert einen radikalen Kurswechsel. In einem Bloomberg-Interview verwies er auf das schwache Wachstum, die eingebrochene Popularität des Premiers und die auf Jahrzehntehochs gestiegenen Anleiherenditen. Caudwells Intervention unterstreicht, dass die Unzufriedenheit mit Starmer längst über die Parteigrenzen hinausreicht. Sollte Burnham am Donnerstag gewinnen, dürfte die Labour-Führungsfrage binnen Tagen eskalieren – mit unabsehbaren Folgen für die britische Europapolitik und die Stabilität der G7-Partner in einer ohnehin fragilen globalen Konjunkturlage.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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In einer verregneten ehemaligen Bergbaustadt in Lancashire könnte die Nachwahl in Makerfield über die politische Zukunft Großbritanniens entscheiden. Manchesters beliebter Bürgermeister Andy Burnham will ins Parlament einziehen, um Premier Starmer herauszufordern, muss aber zunächst eine starke rechtsextreme Bedrohung überwinden. Der Bericht inszeniert eine Brexit-freundliche, wirtschaftlich angeschlagene Gegend als Bühne für einen thrillerartigen Machtkampf.
Eine neue rechtsextreme Partei, Restore Britain, angeführt von Rupert Lowe und unterstützt vom Milliardär Elon Musk, bedroht Nigel Farages Reform UK. Mit einer noch schärferen Anti-Einwanderungslinie könnte sie bei einer entscheidenden Nachwahl die rechten Stimmen spalten und Labour indirekt den Sitz sichern. Der Bericht hebt die Zersplitterung der britischen Rechten und die Rolle eines Tech-Milliardärs hervor.
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