
Ebola-Ausbruch im Kongo: UN warnt vor wirtschaftlichem Schaden von bis zu 3,6 Milliarden Dollar
Das UNDP schätzt, dass die Epidemie fast eine Million Menschen in Armut stürzen und zehntausende Arbeitsplätze vernichten könnte, während klinische Studien zu Therapien beginnen.
Der seit Mitte Mai anhaltende Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo wird durch den Bundibugyo-Stamm verursacht, für den es derzeit weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine erprobte Behandlung gibt. Nach Regierungsangaben wurden bis Ende Juni 1.307 Fälle bestätigt und 377 Todesfälle registriert, überwiegend in der Provinz Ituri. In Uganda zählen die Behörden 20 bestätigte Infektionen und zwei Tote. Erstmals meldeten kongolesische Gesundheitsbehörden mögliche Expositionen in den bislang nicht betroffenen Provinzen Tshopo und Haut-Uele, nachdem ein Leichnam über hunderte Kilometer transportiert und Kontaktpersonen aus der Isolation geflohen waren. In Frankreich wurde ein importierter Fall bei einem aus dem Kongo zurückgekehrten Arzt bestätigt.
Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) beziffert die wirtschaftlichen Folgen in einer am Dienstag veröffentlichten Bewertung auf bis zu 3,6 Milliarden Dollar für den gesamten Kontinent, sollte sich das Virus auf Nachbarländer wie Ruanda und Angola ausweiten und mit globalen Schocks wie steigenden Energiepreisen zusammentreffen. Selbst im optimistischsten Szenario, das den Ausbruch auf den Kongo und Uganda begrenzt, rechnet das UNDP mit einem Verlust von mehr als einer Milliarde Dollar an Wirtschaftsleistung und 55.000 Arbeitsplätzen allein im Kongo. Handelsunterbrechungen, Grenzschließungen und sinkendes Verbrauchervertrauen könnten das kontinentale Bruttoinlandsprodukt selbst bei weitgehender Eindämmung um 2,37 Milliarden Dollar reduzieren. Die Armutsfolgen träfen Frauen überproportional, da sie den informellen Grenzhandel dominieren und den Großteil des Pflegepersonals stellen.
Parallel zu den wirtschaftlichen Warnungen hat das Africa CDC einen dringenden Finanzbedarf von 18 Millionen Dollar für klinische Studien mit experimentellen Therapien angemeldet. Die Prüfungen, die das orale Medikament Obeldesivir von Gilead Sciences, Remdesivir und einen Antikörper von Mapp Biopharmaceutical umfassen, sollen noch in dieser Woche in Bunia, der Hauptstadt von Ituri, beginnen. Während die Finanzierung für Impfstoffstudien weitgehend gesichert ist, sind die therapeutischen Versuche unterfinanziert. Erschwerend wirken Kürzungen der US-Entwicklungshilfe, die nach Angaben von Hilfsorganisationen zu Budgeteinbußen von 40 bis 45 Prozent bei der Seuchenüberwachung und Notfallreaktion geführt haben.
Das UNDP warnt davor, den Ausbruch allein als Gesundheitskrise zu behandeln, und empfiehlt direkte Geldtransfers an die verwundbarsten Haushalte, gezielte Grenzkontrollen anstelle vollständiger Schließungen sowie Notfallfinanzierungen für die Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern. Der UNDP-Vertreter im Kongo, Damien Mama, erklärte, mit ausreichenden Ressourcen und verstärkten Anstrengungen könne der Ausbruch eingedämmt werden. Der nächste faktische Meilenstein ist der planmäßige Beginn der Therapiestudien in dieser Woche, deren Finanzierung das Africa CDC als entscheidend für die Eindämmung des Ausbruchs bezeichnet.
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In Schottland wird ein Patient nach einer Reise aus einem betroffenen Gebiet auf Ebola getestet, was Befürchtungen weckt, das Virus könnte britischen Boden erreichen. Gesundheitsbehörden betonen, dass es keine bestätigten Fälle gibt, aber strenge Protokolle gelten. Der Vorfall unterstreicht die globale Reichweite des Ausbruchs im Kongo, der inzwischen der drittschwerste aller Zeiten ist.
Die Vereinten Nationen warnen, dass der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo Afrika bis zu 3,6 Milliarden Dollar kosten und Hunderttausende Arbeitsplätze vernichten könnte, was eine Entwicklungskatastrophe droht. Mit über 1.300 Infektionen und 377 Todesfällen stellt der Bundibugyo-Stamm ein ernstes wirtschaftliches Risiko dar. Ohne dringende Finanzierung könnte die Krise weitere 985.000 Menschen in die Armut treiben.
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