
Divergenz in den Schwellenländern: Kolumbianischer und mexikanischer Peso legen zu, asiatische Währungen schwächeln
Der philippinische Peso erreichte ein Rekordtief, während der kolumbianische Peso auf ein Siebenjahreshoch stieg – die Zinsdifferenz und geopolitische Spannungen spalten die Devisenmärkte.
In der vergangenen Woche bot sich an den Devisenmärkten der Schwellenländer ein gespaltenes Bild. Der philippinische Peso fiel auf ein Allzeittief von 61,847 je Dollar, die indonesische Rupiah notierte nahe der Marke von 18.000, während der kolumbianische Peso mit Kursen um 3.186 sein stärkstes Niveau seit sieben Jahren erreichte und der mexikanische Peso auf 17,48 zulegte. Der brasilianische Real hielt sich bei 5,08 stabil. Diese Bewegungen spiegeln das Zusammenspiel von geopolitischen Risiken, Rohstoffpreisen und nationalen Zinspolitiken wider.
Zentraler Treiber ist der eskalierte Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der den Ölpreis trieb und zugleich die Sorgen vor Lieferunterbrechungen durch die Straße von Hormus schürte. Davon profitieren Netto-Exporteure wie Kolumbien und Mexiko, während Importeure wie die Philippinen und Indonesien mit steigenden Energiekosten und Inflationserwartungen kämpfen. Aus Bogotá und Mexiko-Stadt wird zudem auf das anhaltende Carry-Trade-Geschäft verwiesen: Die hohen Leitzinsen in Kolumbien (12 Prozent, mit Aussicht auf eine Anhebung auf 12,5 Prozent Ende Juli) und der im Vergleich zur Federal Reserve attraktive Renditeabstand ziehen Kapitalzuflüsse an und treiben die Aufwertung voran.
Allerdings wachsen in Kolumbien die Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit. Der Finanzsuperintendent César Ferrari warnte vor den Folgen der starken Revaluierung für die industrielle Produktion. In Mexiko hingegen begrenzte die Bestätigung des Handelsabkommens T-MEC, das mexikanische Exporte von neuen US-Zöllen von 10 bis 12,5 Prozent ausnimmt, die Unsicherheit und stützte den Peso. In Asien blieben die Währungen unter Druck, da die geopolitischen Spannungen die Risikoaversion erhöhten und die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik der Federal Reserve die Dollarnachfrage befeuerte.
Für die kommenden Tage richtet sich das Augenmerk auf die kolumbianische Zinssitzung am 31. Juli, die den Carry-Trade weiter nähren könnte, sowie auf die von China und Pakistan vermittelten Gespräche zwischen Washington und Teheran. Eine Deeskalation könnte den Ölpreis und damit die Währungsbewegungen in den Schwellenländern spürbar beeinflussen.
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