
Gehaltsanstieg in Deutschland, Rentenjagd in Argentinien – soziale Sicherung unter Druck
Neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen einen Anstieg des Median-Gehalts auf 4.217 Euro; weltweit kämpfen Renten- und Sozialsysteme mit Anpassungen an Inflation, Geschlechterkluft und Ausgabenexplosion.
Der deutschen Wirtschaft geht es im Mittel besser: Die Bundesagentur für Arbeit meldet für das Jahr 2025 ein mittleres Bruttomonatsgehalt von 4.217 Euro, ein Plus von 204 Euro gegenüber dem Vorjahr. Hinter dem Median verbergen sich jedoch tiefe Gräben: Ein Viertel der Vollzeitbeschäftigten verdient zwischen 3.000 und 4.000 Euro, während 7,5 Prozent über 8.000 Euro liegen. Vor allem die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern (bundesweit 309 Euro) und zwischen Deutschen und Ausländern (1.038 Euro) vergrößerte sich zuletzt wieder. Diese Unterschiede werden künftig in den Rentenkonten spürbar und unterstreichen, dass selbst in Hochlohnländern die soziale Absicherung ungleich verteilt ist.
Weniger statisch zeigt sich das Bild in Ländern mit hoher Inflation. In Argentinien steigt die gesetzliche Rente monatlich nach dem Verbraucherpreisindex; nach einem Anstieg von 2,15 Prozent im Juli wird sie im August um weitere 1,89 Prozent erhöht, was die Mindestpension auf rund 419.800 Pesos (vor Bonuszahlung) hebt. Zugleich explodierte das Budget für die Arbeitslosenversicherung seit 2023 um 756 Prozent, weil der formelle Arbeitsmarkt binnen kurzer Zeit über 200.000 Stellen verlor und viele in informelle Selbständigkeit abwanderten. Russland meldet eine durchschnittliche Jahressteigerung von 1.800 Rubel auf nun 25.838 Rubel für nichtarbeitende Rentner; allerdings klaffen regionale Extreme, etwa auf der Tschuktschen-Halbinsel mit über 35.000 Rubel. Im Iran verzögert sich die Auszahlung rückwirkender Rentenerhöhungen für April und Mai 2026, ein Hinweis auf administrative Engpässe.
Als Antwort auf die demografische Schieflage und geschlechtsspezifische Einkommensnachteile weitet Spanien den Rentenzuschlag zur Verringerung der Genderkluft auf Männer aus. Nach Urteilen des Obersten Gerichtshofs können nun auch Väter monatlich bis zu 140 Euro zusätzlich erhalten, wenn sie ihre Erwerbsbiographie für Kindererziehung unterbrochen haben. In Argentinien mildern die staatliche Kinderzulage (AUH, brutto 150.862 Pesos) und die Lebensmittelkarte (bis zu 149.425 Pesos für drei Kinder) die Familienlast ab – beides ebenfalls an die Inflation gekoppelt. Deutschland hingegen diskutiert über Forderungen aus Brüssel, die geschlechterbedingte Lohnlücke schneller zu schließen, zumal sie sich in der Altersvorsorge fortsetzt.
Weitere Meldungen betreffen den US-Sozialhilfeempfänger: Weil der 1. August 2026 auf einen Samstag fällt, wird der SSI-Zuschuss bereits am 31. Juli überwiesen – im August gibt es keinen Zahlungseingang. In Argentinien steigen zudem die Beiträge privater Krankenversicherungen im August um bis zu 2,1 Prozent und belasten Millionen Haushalte zusätzlich. Für Arbeitnehmer dort empfiehlt es sich, vor dem Rentenantrag über das Portal Mi ANSES die erfassten Arbeitsjahre zu überprüfen, um Lücken in der Beitragshistorie zu schließen. Der Ausblick bleibt von der Sorge um die Kaufkraft der Transferleistungen geprägt: In Berlin und Buenos Aires werden die nächsten Inflationsdaten zeigen, ob die automatischen Anpassungen ausreichen.
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