
Etwas zu tun, zu lieben, zu hoffen: Eine Formel für das geglückte Leben
Von Kants Sterbebett bis zu Sinatras Kartenmetapher – quer durch Kulturen und Jahrhunderte zieht sich die Frage, was ein Leben wertvoll macht.
„Es ist gut.“ – mit diesen zwei Worten, überliefern seine Biografen, hauchte Immanuel Kant am 12. Februar 1804 in Königsberg sein Leben aus. Kein Aufbegehren, keine Klage, sondern die ruhige Bilanz eines Denkers, der die Architektur des Glücks nicht im Rausch, sondern in einer nüchternen Trias verortet hatte: etwas zu tun, etwas zu lieben, etwas zu erhoffen. An seinem Geburtstag, dem 22. April, erinnert die argentinische Zeitung El Cronista an diese Formel, die heute so schlicht wie radikal klingt.
In Jakarta greift das Online-Portal Republika zeitgleich eine verwandte Frage auf: Was macht den Menschen aus, der seine Tage nicht vertut? Ein Hadith, überliefert von al-Buchari, warnt, dass viele Menschen zwei Gaben gering schätzen: Gesundheit und freie Zeit. Der Koran selbst, so die indonesische Redaktion, fragt in Sure al-Mu'minun, ob die Menschen meinen, sie seien zum Spiel erschaffen worden und würden nicht zu Gott zurückkehren. Die Leere, die Kant mit dem Fehlen eines „Wozu“ beschreibt, findet hier ihr spirituelles Echo: Zeit ist kein neutraler Behälter, sondern ein anvertrautes Gut, über das Rechenschaft abzulegen ist.
Kants zweites Element, das Lieben, gewinnt in der islamischen Lehre der Ukhuwah, der Geschwisterlichkeit, eine konkrete Gestalt. Republika zitiert einen Beitrag des indonesischen Gelehrten Imam Nur Suharno, der die Bruderliebe als Parameter des Glaubens bezeichnet: Keiner von euch glaubt wirklich, bis er für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht. Diese Bindung, so der Text, sei stärker als jedes materielle Bauwerk. Auch die psychologische Forschung, auf die El Cronista verweist, sieht im liebenden Gegenüber nicht nur Trost, sondern einen Spiegel, der die eigene Existenz bestätigt.
Das dritte Element, das Begehren, ist das zweischneidigste. Kant sah darin einen Motor, der, wenn er zum inneren Zwang wird, in Unzufriedenheit umschlägt. Frank Sinatra, der amerikanische Entertainer, kleidete eine ähnliche Einsicht in die Sprache des Kartenspiels: „You only go around once, but if you play your cards right, once is enough.“ Das Magazin Mint erinnert an diesen Satz, der nicht auf Anhäufung von Erfolgen zielt, sondern auf die Qualität der Entscheidungen. Sinatras Biografie – Aufstieg aus bescheidenen Verhältnissen, Oscargewinn, Rat-Pack-Glamour – illustriert, dass ein geglücktes Leben nicht die Abwesenheit von Rückschlägen bedeutet, sondern die Kunst, mit der gegebenen Hand zu spielen.
Dass die Verweigerung dieser Lebenskunst nicht folgenlos bleibt, führt eine Koranauslegung vor Augen, die das iranische Portal Khabar Online referiert. Die Schlussverse der Sure an-Nadschm und der Beginn der Sure al-Qamar schildern den Untergang der Völker von 'Ad, Thamud und Lot – Gemeinschaften, die sich für unbesiegbar hielten und die Wahrheit als Zauber abtaten. Selbst das Wunder der Mondspaltung, so die Überlieferung, ließ ihre Herzen nicht weich werden. Der Kommentator Allameh Tabatabai sieht darin kein historisches Archiv, sondern einen Spiegel: Wo der Mensch sich weigert, das eigene Handeln an einem höheren Sinn auszurichten, zerbricht früher oder später das Gefüge. Am Ende steht die Aufforderung, sich niederzuwerfen und zu dienen – eine Geste, die den Bogen zurückschlägt zu Kants letztem „Es ist gut“: die Hingabe an eine Ordnung, die größer ist als das eigene Ich.
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Kant bietet uns eine einfache, aber tiefgründige Architektur für das Glück: etwas zu tun, etwas zu lieben, etwas zu wünschen.
Es beruft sich auf die Autorität eines klassischen Philosophen und präsentiert die Idee als eine kohärente und zugängliche Synthese, die sie universell gültig macht.
Der Islam lehrt uns, dass wahres Glück im Gehorsam gegenüber Gott und der weisen Nutzung der Zeit liegt, nicht in weltlichen Illusionen.
Es stützt sein Argument auf heilige Texte und prophetische Traditionen und präsentiert die Botschaft als eine offenbarte und universelle Wahrheit.
Frank Sinatra erinnert uns daran, dass das Leben nur einmal ist, aber wenn wir unsere Karten richtig ausspielen, reicht es.
Es verwendet ein ikonisches Zitat einer Berühmtheit, um die Botschaft zugänglich und einprägsam zu machen, und appelliert an den gesunden Menschenverstand.
Der Koran zeigt uns, dass die mächtigsten Reiche aufgrund ihrer Arroganz fallen; nur Gott ist unbesiegbar.
Er nutzt historische Beispiele aus dem heiligen Text, um eine universelle moralische Lektion zu schaffen, die menschlichen Stolz mit göttlicher Bestrafung verbindet.
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