
Deutschland kauft Tomahawk-Raketen – Strategische Lücke soll geschlossen werden
Bundeskanzler Merz verkündet Einigung mit Washington am Rande des NATO-Gipfels in Ankara; die Marschflugkörper sollen eine Fähigkeitslücke gegenüber Russland schließen und werden durch europäische Eigenentwicklungen ergänzt.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Donnerstag im Bundestag den Kauf amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper bekanntgegeben. Die Vereinbarung mit der US-Regierung sei am Rande des NATO-Gipfels in Ankara getroffen worden, sagte Merz. Sie umfasst neben den Raketen auch bodengestützte Typhon-Startrampen; die Stückzahlen sind als geheim eingestuft. Die US-Seite hat zugesagt, die erforderliche Exportgenehmigung im August zu erteilen. Mit der Stationierung der Waffen in Deutschland werde eine „wichtige strategische Lücke“ in der Landesverteidigung geschlossen, so der Kanzler.
Aus Washingtoner Sicht fügt sich das Geschäft in die Forderung von Präsident Donald Trump ein, dass europäische Verbündete mehr Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen und amerikanische Rüstungsgüter kaufen. Die Vorgängerregierung unter Joe Biden hatte noch die Entsendung einer mit Tomahawk ausgerüsteten US-Einheit nach Deutschland ab 2026 geplant, was die Trump-Administration jedoch stoppte. In Berliner Regierungskreisen wird der Erwerb als notwendige Reaktion auf die Stationierung russischer Iskander-Raketen in der Exklave Kaliningrad beschrieben, die von dort aus Ziele in Mitteleuropa erreichen können. Die Tomahawk mit einer Reichweite von bis zu 2.550 Kilometern erlauben es Deutschland, derartige Bedrohungen tief im russischen Hinterland zu bekämpfen. Gleichzeitig betonte Merz, dass parallel an der Entwicklung eigener europäischer Systeme gearbeitet werde; die Verteidigungsminister hätten in Ankara eine Investitionserklärung über 50 Milliarden Euro verabschiedet, von denen Deutschland die Hälfte tragen soll.
Mit der Einigung erhält die Bundeswehr erstmals die Fähigkeit zu landgestützten Präzisionsschlägen großer Reichweite. Bislang verfügt kein europäischer NATO-Staat über derartige Mittelstreckenwaffen; der deutsche Taurus-Marschflugkörper kommt auf lediglich rund 500 Kilometer. Das Pentagon hatte ursprünglich Vorbehalte gegen einen Verkauf, da man eine Eskalation mit Russland befürchtete und die Tomahawk-Bestände aufgrund anderer Verpflichtungen – darunter der Konflikt mit Iran – als knapp galten. Nach mehreren Gesprächen zwischen Merz und Trump konnte jedoch eine Einigung erzielt werden. Die operative Kontrolle über die Waffen liegt künftig bei Deutschland; eine Entsendung von US-Personal ist nicht vorgesehen.
Der NATO-Gipfel in Ankara, auf dem der Deal finalisiert wurde, war von Spannungen überschattet: Trump attackierte das Bündnismitglied Spanien und bekräftigte Ansprüche auf Grönland. Dennoch wertete Merz die Ergebnisse als Beleg für eine geeinte und handlungsfähige Allianz. Die europäischen Mitglieder hätten die Notwendigkeit erkannt, deutlich mehr für die eigene Verteidigung zu leisten. Deutschland werde das Fünf-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben weit vor der Frist erreichen. Als nächster Schritt wird die formelle Exportlizenz im August erwartet; parallel treiben mehrere europäische Staaten die Entwicklung eines eigenen weitreichenden Marschflugkörpers voran, der langfristig die Abhängigkeit von US-Systemen verringern soll.
| Russische & GUS-Presse | −0.30 | critical |
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| Kontinentaleuropäische Presse | +0.80 | aligned |
| Indische & südasiatische Presse | +0.20 | neutral |
Deutschland stellt sich auf die Seite der USA, aber Russland beobachtet mit Vorsicht.
Selektive Zitate westlicher Quellen deuten darauf hin, dass das Abkommen selbst in den USA umstritten war, und stellen seine Weisheit in Frage.
Der feierliche Ton der deutschen Regierung und die Unterstützung der NATO-Verbündeten für das Abkommen werden ausgelassen.
Deutschland übernimmt die Führung in der europäischen Verteidigung und kauft Raketen, die ins Herz Russlands treffen.
Hyperbolische Sprache ('Anti-Putin-Raketen') stellt den Deal als notwendige Reaktion auf eine Bedrohung dar und legitimiert die Aufrüstung.
Das frühere Zögern der USA und die mögliche russische Reaktion werden ausgelassen, der Fokus liegt nur auf dem strategischen Nutzen.
Indien registriert den Deal als eine technisch-militärische Tatsache, ohne sich einer Seite anzuschließen.
Ein distanzierter, sachlicher Ton und historischer Kontext (Iran-Krieg) entpolitisieren die Geschichte und stellen sie als routinemäßige Waffentransaktion dar.
Der politische Kontext des NATO-Gipfels und die Kontroverse um den Deal sowie die feierlichen oder kritischen Töne anderer Blöcke werden ausgelassen.
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