
Chinas Test einer U-Boot-gestützten Interkontinentalrakete alarmiert die USA und Pazifik-Anrainer
Die Volksrepublik feuerte erstmals seit 2024 eine strategische Rakete von einem Atom-U-Boot ab; Washington spricht von großer Sorge, Australien von Destabilisierung.
Am Montag hat China eine ballistische Interkontinentalrakete von einem atomgetriebenen U-Boot aus in den Südpazifik abgefeuert. Der mit einem Übungssprengkopf bestückte Flugkörper, bei dem es sich nach Einschätzung von Militärexperten um eine JL-3 mit einer Reichweite von über 10.000 Kilometern handelte, schlug in internationalen Gewässern nahe den Salomonen, Tuvalu und Nauru ein. Die Marine der Volksbefreiungsarmee erklärte, es habe sich um eine Routineübung im Rahmen des jährlichen Trainings gehandelt; betroffene Staaten seien vorab informiert worden. Aus Peking hieß es, der Test habe kein bestimmtes Land zum Ziel gehabt und stehe im Einklang mit internationalem Recht.
Die Reaktionen fielen in der Region und darüber hinaus scharf aus. Das US-Außenministerium äußerte "große Besorgnis" und warf Peking einen "schnellen und undurchsichtigen" Ausbau seines Nukleararsenals vor. Washington forderte China auf, sich an substanziellen Rüstungskontrollgesprächen zu beteiligen und künftige Raketenstarts regelmäßig anzukündigen. In Canberra bezeichnete Premierminister Anthony Albanese den Test als "provokativ und destabilisierend"; Australien habe nur zwei Stunden Vorwarnung erhalten. Auch Neuseeland, Japan und Taiwan verurteilten den Abschuss. Der Premierminister der Salomonen, Matthew Wale, erklärte, ein Freund tue so etwas nicht, und forderte, den Pazifik nicht als Testgelände zu missbrauchen. Moskau hingegen stellte sich hinter Peking: Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte den Test ein souveränes Recht Chinas, das niemanden bedrohe.
Der Test fiel zeitlich mit der Unterzeichnung eines neuen Verteidigungsabkommens zwischen Australien und Fidschi zusammen und unterstreicht die wachsende strategische Rivalität im Südpazifik. Aus Sicht westlicher Sicherheitsanalysten demonstriert die JL-3, dass China nun von geschützten Seegebieten nahe der eigenen Küste aus das Festland der Vereinigten Staaten erreichen kann – eine seegestützte Zweitschlagfähigkeit, die die nukleare Abschreckung Pekings erheblich stärkt. In Washington wird der Test als weiterer Beleg für die rasante Modernisierung der chinesischen Nuklearstreitkräfte gewertet, deren Sprengkopfzahl das Pentagon bis 2030 auf über tausend veranschlagt.
Die diplomatischen Spannungen verschärfen sich vor dem Hintergrund eines erodierten Rüstungskontrollregimes. Der New-START-Vertrag zwischen den USA und Russland ist ausgelaufen; Washington drängt auf ein multilaterales Abkommen unter Einschluss Chinas, was Peking bislang ablehnt. Der Test dürfte die Bemühungen Australiens und der USA beschleunigen, ihre sicherheitspolitischen Bindungen zu den pazifischen Inselstaaten zu vertiefen. Ein für September geplantes Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington könnte Gelegenheit für Gespräche bieten, doch konkrete Schritte in der Rüstungskontrolle sind derzeit nicht absehbar.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Chinesische Presse | +0.80 | aligned |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
The Atlantic bloc denounces the Chinese test as a nuclear provocation threatening Pacific stability, highlighting the timing with the Australia-Fiji defense deal.
It builds credibility by emphasizing the missile's nuclear capability and the immediate geopolitical context, presenting the test as a direct challenge to regional order.
It omits that China notified countries in advance and that the test was a routine annual exercise.
China celebrates the successful launch as a routine test, reiterating that it is not directed against any country and that notifications were sent.
It makes the action plausible by describing it as a scheduled annual exercise, compliant with international law, and downplaying adverse reactions as unfounded.
It omits the protests from Japan, Australia, and New Zealand, as well as concerns about the Pacific nuclear-free zone.
Continental Europe reports the Chinese test with contrasting tones, alternating routine descriptions with concerns about regional stability.
It uses a balanced approach, citing both the Chinese version (routine test, notification) and critical reactions from neighboring countries, without taking a clear stance.
It omits the specific context of the Australia-Fiji deal, which is emphasized by the Atlantic press.
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