
Britische Wirtschaft wächst kräftig, Kanada erholt sich – Argentinien schwankt
Während das Vereinigte Königreich im ersten Quartal 2026 das stärkste Wachstum unter den G7 verzeichnete, meldet Kanada eine Erholung im April und Argentinien ein volatiles Auf und Ab.
Das britische Bruttoinlandsprodukt legte im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent zu – die höchste Rate seit Anfang 2025 und der Spitzenwert unter den G7-Volkswirtschaften, noch vor Japan und den Vereinigten Staaten mit jeweils 0,5 Prozent. Getragen wurde die Expansion vor allem vom Dienstleistungssektor, der um 0,8 Prozent wuchs, während Produktion und Bau jeweils 0,2 Prozent beitrugen. Allerdings fiel das reale verfügbare Haushaltseinkommen je Einwohner um 0,8 Prozent, und die Sparquote sank auf 8,9 Prozent. Zudem revidierte das Statistikamt das Gesamtjahr 2025 auf 1,3 Prozent nach unten. Bereits im April schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent, was Beobachter in London auf die ersten Auswirkungen des Iran-Konflikts und die gestiegenen Energiekosten zurückführen. Die Bank of England sowie der Internationale Währungsfonds haben ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr entsprechend gesenkt.
Kanadas Wirtschaft kehrte im April nach einer milden Kontraktion im ersten Quartal auf den Wachstumspfad zurück. Das reale BIP stieg um 0,5 Prozent, der stärkste Monatszuwachs seit Juli 2025. Die Erholung war breit angelegt: Die Öl- und Gasförderung profitierte von höherer synthetischer Rohölproduktion, aber auch das verarbeitende Gewerbe, der Bau und der öffentliche Sektor legten zu. Die Bauwirtschaft verzeichnete mit 0,7 Prozent den ersten Zuwachs seit fünf Monaten, gestützt durch eine Belebung am Immobilienmarkt im Großraum Toronto. In Ottawa wertete man dies als Zeichen, dass die zuvor diskutierte technische Rezession nach zwei aufeinanderfolgenden Quartalsrückgängen nicht eingetreten sei. Die vorläufige Schätzung für Mai deutet jedoch mit einem Plus von lediglich 0,1 Prozent auf eine nachlassende Dynamik hin, getragen von Finanz- und Immobiliendienstleistungen.
In Argentinien zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Die Wirtschaftsaktivität stieg im April im Jahresvergleich um 1,6 Prozent, fiel aber saisonbereinigt gegenüber März um 1,5 Prozent. In den ersten vier Monaten summiert sich das Plus auf 2,1 Prozent. Die Hälfte der 16 erfassten Sektoren schrumpfte; während die Landwirtschaft (plus 10,9 Prozent) und der Bergbau (plus 17,1 Prozent) das Wachstum trugen, belasteten der Einzel- und Großhandel (minus 3,2 Prozent) sowie die verarbeitende Industrie (minus 2,9 Prozent) das Ergebnis. Ökonomen in Buenos Aires verweisen auf die anhaltende Kluft zwischen exportorientierten Branchen und der Binnenwirtschaft. Die Regierung setzt auf eine Kreditausweitung, doch die hohe Zahlungsrückstandsquote dämpft die Impulse. Für Mai wird mit einer weiteren Abschwächung gerechnet, da Regenfälle die Ernte verzögerten und der Konsum schwach blieb.
Die Daten zeichnen das Bild einer Weltwirtschaft, die regional unterschiedlich auf geopolitische Schocks und binnenwirtschaftliche Faktoren reagiert. Während das Vereinigte Königreich vor dem Kriegsausbruch noch kräftig zulegte, deuten die April-Zahlen auf eine Eintrübung hin. In Kanada mildert der Rohstoffsektor die Folgen der globalen Unsicherheit, doch die Wachstumsdynamik lässt bereits nach. Argentinien wiederum bleibt in einem Muster aus monatlichen Schwankungen gefangen, solange die binnenorientierten Sektoren nicht nachziehen. Die nächsten Konjunkturindikatoren – insbesondere die Mai-Daten aus London, Ottawa und Buenos Aires – werden zeigen, ob die Abschwächung anhält oder die Erholung an Breite gewinnt.
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Die britische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal solide um 0,6 % und bestätigte damit einen starken Start ins Jahr 2026, während Kanada mit einem Plus von 0,5 % im April aus einer technischen Rezession zurückkehrte. Allerdings belastet der eskalierende Konflikt mit dem Iran bereits die Aussichten, und die April-Zahlen deuten auf eine spürbare Abkühlung hin.
Das BIP des Vereinigten Königreichs wuchs im ersten Quartal um 0,6 %, vor allem getragen vom Dienstleistungssektor, doch der Krieg mit dem Iran führte im April zu einem Rückgang. Kanada ließ unterdessen eine technische Rezession mit einem Plus von 0,5 % im April hinter sich, wenngleich die Erholung fragil bleibt.
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