
Globaler Dollar-Aufschwung setzt Schwellenländer unter Druck
Die Erwartung steigender US-Leitzinsen treibt den Dollar-Index über 101 Punkte und führt zu teils kräftigen Abwertungen in Argentinien, Russland und Brasilien, während der mexikanische Peso standhält.
Der US-Dollar hat am letzten Handelstag des zweiten Quartals gegenüber einem Korb wichtiger Währungen den höchsten Stand seit Mai 2025 erreicht. Auslöser ist eine Neubewertung der geldpolitischen Aussichten in den Vereinigten Staaten: Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs, das die Unabhängigkeit der Notenbank Fed stärkte, preisen die Märkte nun eine erste Zinserhöhung noch im Oktober ein. Der Dollar-Index stieg auf 101,32 Punkte, was einem Plus von 1,4 Prozent im Quartal entspricht. Gleichzeitig belastet der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Rohölmärkte; die Sorte Brent notierte bei 73 Dollar je Barrel und steuert auf den stärksten Quartalsverlust seit Anfang 2020 zu.
Besonders betroffen von der Dollar-Stärke sind Volkswirtschaften mit hohem Finanzierungsbedarf oder politischen Unsicherheiten. In Argentinien durchbrach der offizielle Wechselkurs die Marke von 1.500 Peso und verzeichnete im Juni einen Anstieg von über fünf Prozent – der stärkste Monatszuwachs seit fast einem Jahr. Händler in Buenos Aires verweisen auf das saisonal bedingte Abebben der Agrarexporte und eine gestiegene Nachfrage nach Absicherung. In Moskau fiel der Rubel auf 78,27 pro Dollar, belastet durch gesunkene Ölpreise – Ural-Erdöl notiert bei etwa 50 Dollar – und die Ankündigung der Zentralbank, die täglichen Devisenverkäufe ab Juli drastisch zu reduzieren. Auch der brasilianische Real gab nach und notierte bei 5,20 pro Dollar, belastet durch die globale Risikoaversion und technische Faktoren zum Monatsende.
Dem Trend widersetzte sich der mexikanische Peso, der mit 17,45 pro Dollar sogar leichte Gewinne verzeichnete. Analysten in Mexiko-Stadt führen dies auf die vergleichsweise hohen inländischen Zinsen und eine geringere Abhängigkeit von Rohstoffexporten zurück. In Indien gab die Rupie hingegen um 14 Paise auf 94,65 nach, getrieben von der Nachfrage von Importeuren zum Quartalsende. Die nigerianische Naira zeigte sich mit einem offiziellen Kurs von 1.385 pro Dollar und einem engen Spread zum Parallelmarkt relativ stabil, was Beobachter in Lagos als Zeichen einer verbesserten Devisenliquidität werten.
Die kommenden Tage dürften von den US-Arbeitsmarktdaten bestimmt werden, die als entscheidend für den Zinspfad der Fed gelten. In Kolumbien wird noch heute eine Leitzinserhöhung um 50 Basispunkte auf 11,75 Prozent erwartet. Zudem richten sich die Blicke auf die technischen Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Doha, deren Ausgang den Ölpreis und damit die Terms of Trade vieler Schwellenländer maßgeblich beeinflussen könnte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Höhenflug des Dollars setzt Schwellenländerwährungen stark unter Druck, wobei der offizielle argentinische Kurs die symbolische Marke von 1.500 Pesos erreicht und den Juni mit dem größten Monatssprung seit fast einem Jahr abschließt. Die Wechselkursspannungen nehmen zu, da die saisonalen Dollarzuflüsse aus der Landwirtschaft versiegen und sich die Marktstimmung verschlechtert, was Ängste vor weiterer Volatilität schürt. Das System des kontrollierten Floatens wird auf die Probe gestellt, und der parallele 'Blue'-Dollar spiegelt wachsende Unruhe unter den Sparern wider.
Die indische Rupie gab gegenüber einem allgemein stärkeren Dollar moderat nach und schloss bei 94,65, belastet von der Unternehmensnachfrage zum Monatsende und einer risikoscheuen Stimmung. Der Rückgang wurde jedoch durch stabile globale Rohölpreise und die Erwartung von Zentralbankinterventionen begrenzt. Der Devisenmarkt bleibt geordnet, die Abwertung wird eher als Teil eines globalen Trends denn als inländische Krise gesehen.
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