
Brasiliens späte Wende gegen Japan: Ancelottis Ruhe als Schlüssel zum Sieg
Ein taktischer Umbau und die Gelassenheit des Trainers ermöglichten Brasilien im WM-Achtelfinale den ersten Rückstand-Sieg in einer K.o.-Runde seit 2002.
In der sechsten Minute der Nachspielzeit erzwang Gabriel Martinelli den 2:1-Sieg Brasiliens über Japan und sicherte dem Rekordweltmeister den Einzug ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2026. Es war der späteste Siegtreffer in der regulären Spielzeit einer WM-K.o.-Partie seit 1966 – und der erste Comeback-Erfolg der Seleção in einem Ausscheidungsspiel seit dem Viertelfinale 2002, als das Team um Ronaldo, Rivaldo und Ronaldinho auf dem Weg zum fünften Titel ebenfalls einen Rückstand gedreht hatte.
Dabei hatte Japan, das mit einer kompakten Fünferabwehrkette agierte, die Partie lange kontrolliert und war durch einen Konter von Kaishu Sano in Führung gegangen. Brasiliens Spiel durch die Mitte verfing sich in der dichten japanischen Defensive. Die Verletzung von Lucas Paquetá kurz vor der Pause erzwang eine frühe Umstellung: Carlo Ancelotti brachte nicht etwa einen weiteren Mittelfeldspieler, sondern den jungen Stürmer Endrick und stellte auf ein 4-2-4 um. Aus brasilianischer Sicht war dies der Wendepunkt: Vinícius Júnior rückte auf den linken Flügel, die Zahl der Hereingaben in den Strafraum stieg sprunghaft an. Ancelotti selbst erklärte später, die Strategie der Tiefenläufe sei an der japanischen Kompaktheit gescheitert, weshalb man in der zweiten Hälfte gezielt über die Außenbahnen angriff.
Die Ruhe des italienischen Trainers prägte die Pausenansprache. Verteidiger Gabriel Magalhães berichtete, Ancelotti habe den Spielern vermittelt, dass ein Tor fallen werde, wenn sie geduldig blieben. Casemiro, der trotz einer schwachen ersten Hälfte und einer Gelben Karte auf dem Feld blieb, glich in der 55. Minute per Kopf aus. Ancelotti verzichtete darauf, den sich aufwärmenden Neymar einzuwechseln, und brachte stattdessen Martinelli für Matheus Cunha – ein Wechsel, der in der Nachspielzeit den Sieg brachte, als der Arsenal-Angreifer eine Flanke von Bruno Guimarães verwertete. Aus japanischer Sicht war die Niederlage bitter, nachdem das Team über weite Strecken diszipliniert verteidigt und den Favoriten an den Rand einer Niederlage gebracht hatte.
Während Brasilien nun auf den Sieger der Partie Norwegen gegen die Elfenbeinküste wartet, setzte sich der Aderlass der europäischen Schwergewichte fort: Deutschland unterlag Paraguay im Elfmeterschießen, die Niederlande scheiterten an Marokko. Für die deutsche Mannschaft, die seit dem Titel 2014 bei Weltmeisterschaften dreimal in Folge früh ausschied, bedeutet dies eine Fortsetzung der Negativserie. Ancelotti hingegen festigte mit diesem Erfolg seinen Ruf als Turniertrainer, der selbst in hitzigen Momenten auf Kontinuität und taktische Klarheit setzt – eine Haltung, die in Brasilien als Gegenentwurf zur oft beschworenen emotionalen Spielweise wahrgenommen wird.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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In einer historischen Wende drehte Brasilien einen Rückstand gegen Japan und erreichte das Achtelfinale, was an den Titelgewinn 2002 erinnert. Ancelottis Gelassenheit und das taktische Risiko mit dem jungen Endrick waren entscheidend. Die Meldung erschien neben sachfremden Schlagzeilen und rahmte den Sieg als eines von vielen globalen Ereignissen.
Brasilien besiegte Japan mit einer anderen Persönlichkeit: Die Ruhe des Trainers besiegte das Chaos, Geduld überwand Impulsivität. Während die Bank jubelte, wies Ancelotti seinen Assistenten leise an, einen defensiven Mittelfeldspieler zu bringen, um das Spiel zu schließen. Der Sieg war ein Triumph der Gelassenheit über die Emotion.
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