
Argentiniens Wimbledon-Debakel: Kein Einzelsieg auf dem heiligen Rasen
Nach der Niederlage von Solana Sierra gegen Coco Gauff ist erstmals seit 2010 kein argentinischer Profi in die zweite Runde der Einzelwettbewerbe eingezogen – ein historischer Tiefpunkt.
Mit einem wuchtigen Ass beendete Coco Gauff am Mittwoch die letzten argentinischen Hoffnungen in den Einzelwettbewerben von Wimbledon. Die Weltranglistensiebte aus den USA drehte einen 4:7-Rückstand im Tiebreak des dritten Satzes und setzte sich nach 6:3, 3:6, 7:6(7) gegen Solana Sierra durch. Zuvor war bereits die gesamte neunköpfige Herrenriege in der ersten Runde gescheitert – ein kollektives Scheitern, das aus argentinischer Sicht an die schmerzhafte Auflage von 2010 erinnert, als ebenfalls kein Spieler den Auftakt überstand.
Die Misere der Männer besiegelte Mariano Navone, der sein über zwei Tage ausgetragenes Match gegen den Italiener Flavio Cobolli mit 6:1, 6:7, 3:6, 6:7 verlor. Aus römischer Perspektive würdigten die Medien vor allem die mentale Stärke des Weltranglistenzehnten, der nach einem desolaten ersten Satz und einem zwischenzeitlichen Breakrückstand die Partie noch kippte. Cobolli selbst sprach von Nervosität und fehlender Frische nach seiner Finalteilnahme in Roland Garros, zeigte sich aber zufrieden, „wie ich die schwierigen Momente gemeistert habe“. Für die Albiceleste hingegen offenbarte sich einmal mehr die historische Verwundbarkeit auf Rasen: Francisco Cerúndolo, als frisch gekürter Champion von Queen’s mit großen Ambitionen angereist, unterlag dem Spanier Jaume Munar glatt in drei Sätzen. Tomás Etcheverry, Sebastián Báez und die übrigen Debütanten fanden nie zu ihrem Rhythmus auf dem niedrigen, schnellen Untergrund, der den auf Sand geschulten Südamerikanern seit jeher als schwer überwindbare Barriere gilt.
Sierra, die als einzige Argentinierin die zweite Runde erreicht hatte, lieferte der topgesetzten Gauff einen beherzten Kampf. Die 22-Jährige, in der Weltrangliste auf Platz 56 notiert, glich nach verlorenem ersten Satz aus und erzwang im Entscheidungssatz einen Tiebreak, in dem sie bereits mit 7:4 führte. Aus Londoner Sicht beschrieben Kommentatoren den folgenden Umschwung als Paradebeispiel für Gauffs Überlebensinstinkt: Ein präziser Stoppball und ein mutiger Rückhand-Volley brachten die Amerikanerin beim Stand von 7:7 erstmals in Führung, ehe sie mit einem Ass den Matchball verwandelte. „Mein Trainer sagt mir immer: Erinnere dich, wer du bist“, erklärte Gauff nach der Partie, in der sie insgesamt zehn Asse schlug und in kritischen Momenten auf ihren Aufschlag vertraute.
Der kollektive K.o. wirft einen langen Schatten auf die stolze Tennisnation, die 2002 mit David Nalbandians Finaleinzug auf dem heiligen Rasen für Furore gesorgt hatte. Damals wie heute fehlte mit Juan Martín del Potro ein verletzter Spitzenspieler; doch die aktuelle Generation, mit neun Startern so zahlreich vertreten wie seit 2009 nicht mehr, blieb erstmals seit 16 Jahren ohne einen einzigen Sieg im Hauptfeld. Während die argentinische Presse das „negative Rekord“ beklagt und die strukturelle Rasenschwäche thematisiert, richtet sich der Blick bereits auf die Doppelkonkurrenz, in der noch einige Albiceleste-Vertreter im Turnier stehen. Für Cobolli geht es unterdessen gegen den Australier James Duckworth weiter, und Gauff trifft in der dritten Runde auf eine noch zu ermittelnde Gegnerin.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Latin American press notes with subdued tone the elimination of Argentine tennis players from Wimbledon, highlighting the absence of any player in the second round for the first time since 2010. The news is framed as a routine sporting decline, without patriotic emphasis or criticism of the athletes.
Atlantic press reports Argentina's exit from Wimbledon as a brief sports note, placing it in a context of daily updates. The absence of Argentine players in the second round is treated neutrally, without particular emphasis.
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