
Argentiniens späte Wende: Messi führt sein Team ins Finale gegen Spanien
Nach einem 0:1-Rückstand dreht Argentinien das Halbfinale gegen England in sieben Minuten und trifft nun im Endspiel auf Spanien – Lionel Messi bereitet beide Tore vor.
Mit zwei Torvorlagen in den letzten sieben Minuten hat Lionel Messi Argentinien ins Finale der Weltmeisterschaft 2026 geführt. Im Halbfinale gegen England im Stadion von Atalanta lag der Titelverteidiger bis zur 84. Minute mit 0:1 zurück, ehe Messi zunächst den Ausgleich und kurz darauf den Siegtreffer zum 2:1 vorbereitete. Der 39-jährige Kapitän, der das Turnier mit acht Toren als bester Schütze dominiert, war damit an allen entscheidenden Szenen beteiligt und schickt seine Mannschaft am Sonntag in das Endspiel gegen Spanien im MetLife Stadium von New Jersey.
Der Umschwung war auch das Ergebnis einer riskanten taktischen Umstellung von Trainer Lionel Scaloni. Nach dem Rückstand durch Anthony Gordon in der 55. Minute nahm Scaloni zwei defensive Stammkräfte vom Feld: Zunächst ersetzte er den Mittelfeldstabilisator Leandro Paredes durch den offensiveren Nico González, in der 81. Minute zog er Linksverteidiger Nicolás Tagliafico zugunsten von Stürmer Lautaro Martínez heraus. Argentinien stellte auf eine kompromisslose Offensive um und setzte alles auf den Ausgleich – ein Kontrast zur englischen Bank, die ab der 72. Minute mit weiteren Verteidigern die Führung verwalten wollte.
Die späte Wende reiht sich in eine Serie von Comebacks ein, die Argentiniens Weg durch die K.-o.-Runde prägen. Gegen Kap Verde benötigte das Team eine Verlängerung, gegen Ägypten lag es bis zur 79. Minute mit 0:2 zurück und gewann noch 3:2, und im Viertelfinale gegen die Schweiz fielen die entscheidenden Tore ebenfalls erst in der zweiten Hälfte der Verlängerung. In Buenos Aires verweisen Anhänger und Fachleute auf eine über Jahre gewachsene mentale Widerstandskraft. Der Sportpsychologe Pablo Nigro beschreibt eine Mannschaft, die Druck als Chance zur Selbstüberbietung begreife – ein Produkt der hohen Leistungserwartungen im argentinischen Fußball. Der Soziologe Fabián Jalife, der die Arbeit des Trainers in einer Dokumentation begleitete, betont, Scaloni habe Messi vom alleinigen Heilsbringer zum Mitspieler unter Gleichen gemacht, ohne seine Bedeutung zu schmälern. Jüngere Spieler hätten die Verantwortung übernommen, den Anführer zu entlasten, sodass Messi nicht mehr jedes Spiel im Alleingang entscheiden müsse.
Aus spanischer Sicht warnt der Kommentator David Sanchez trotz der Überzeugung, Spanien habe über das gesamte Turnier hinweg den besseren und konstanteren Fußball gezeigt, vor der Gefahr, die von Messi und der argentinischen Mentalität ausgehe. Argentinien sei ein Team, das sich in schwierigen Situationen steigere und jedes Mittel beherrsche – von temporeichem Angriffsfußball bis zur emotionalen Zermürbung des Gegners. Messi selbst wies nach dem Halbfinale Vorwürfe zurück, der Finaleinzug sei auf Schiedsrichterhilfe oder eine Bevorzugung durch die FIFA zurückzuführen. Die Konstanz der vergangenen vier Jahre, in denen Argentinien zwei Copa-América-Titel und die Weltmeisterschaft 2022 gewann, belege, dass nichts dem Zufall überlassen worden sei.
Das Endspiel im MetLife Stadium ist für Messi zugleich eine Rückkehr an den Ort seiner bittersten Niederlage: 2016 verlor er dort das Copa-América-Finale gegen Chile und erklärte unter Tränen seinen Rücktritt, den er später widerrief. Zehn Jahre danach kann er als erster Kapitän seit Diego Maradona zwei Weltmeisterschaften gewinnen und mit einem weiteren Titel seine Ausnahmestellung zementieren. Der Anpfiff erfolgt am Sonntag, den 19. Juli 2026, Ortszeit.
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Rodri fordert seine Teamkollegen auf, die Angst abzulegen und Argentinien mit Zuversicht entgegenzutreten. David Sanchez erinnert daran, dass Messi den Unterschied ausmachen kann. Messi besteht darauf, dass Argentiniens Finalplatz verdient ist, nicht geschenkt.
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Messi ist der absolute Anführer, der historische Kapitän, der das Team zu einem weiteren Finale führt. Scalonis Formel entfesselt sein Bestes. Dies ist Messis Moment, ein perfektes Ende seiner Weltmeisterschaftskarriere.
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Argentiniens Team spielt am besten, wenn es in Schwierigkeiten steckt. Ihre 'Can-do'-Einstellung treibt ihre Comebacks an. Das Finale wird ihren Charakter testen.
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