
Yen fällt auf 40-Jahres-Tief – Tokio signalisiert Interventionsbereitschaft
Die japanische Währung notierte am Dienstag bei 162,40 Yen je Dollar, dem niedrigsten Stand seit 1986, und erhöht den Druck auf die Regierung, am Devisenmarkt einzugreifen.
Der Yen rutschte am Dienstag im Tokioter Handel auf 162,40 je Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit Dezember 1986. Im zweiten Quartal gab die Währung knapp zwei Prozent nach und verzeichnete das vierte Quartal in Folge Verluste – die längste Schwächephase seit 2022. Auslöser der jüngsten Abwärtsbewegung sind nach Darstellung von Marktteilnehmern in Singapur und Sydney die sich verfestigenden Erwartungen, dass die US-Notenbank ihre Leitzinsen in diesem Jahr ein- oder zweimal anheben wird.
Die treibende Kraft hinter der Yen-Schwäche bleibt die sich ausweitende Zinsdifferenz zwischen den Vereinigten Staaten und Japan. Während die Federal Reserve angesichts robuster Arbeitsmarktdaten und der durch den Nahostkonflikt angeheizten Inflationssorgen einen restriktiven Kurs signalisiert, hat die Bank of Japan ihren Leitzins im Juni zwar auf 1,0 Prozent erhöht. Real, also nach Abzug der Inflation, bleiben die japanischen Zinsen jedoch negativ, was den Abfluss von Kapital in höher verzinste Dollar-Anlagen begünstigt. Spekulative Netto-Short-Positionen auf den Yen summierten sich zuletzt auf 11,3 Milliarden Dollar, nahe einem Zweijahreshoch.
Aus Tokioer Regierungskreisen verlautete, Finanzministerin Satsuki Katayama habe nach einem Online-Treffen mit US-Finanzminister Scott Bessent am 22. Juni erklärt, beide Länder seien bereit, bei Bedarf entschlossen zu handeln. Analysten der Commonwealth Bank of Australia und des Brokerhauses StoneX werten dies als klares Signal für bevorstehende Interventionen, dämpfen jedoch die Erwartungen an deren nachhaltige Wirkung: Solange die Fed an ihrem Straffungskurs festhalte, schwimme Tokio gegen den Strom. Strukturell belasten zudem hohe Energieimportkosten und die über steuerbegünstigte Nisa-Konten ins Ausland fließenden Ersparnisse japanischer Haushalte die Währung. Der schwache Yen stützt zwar die Exportwirtschaft, verteuert aber Importe und dämpft den privaten Konsum; das japanische BIP-Wachstum verlangsamte sich 2024 auf 0,1 Prozent.
Der nächste richtungsweisende Termin ist der US-Arbeitsmarktbericht am Donnerstag. Ein abermals starker Stellenaufbau würde die Zinserhöhungserwartungen weiter festigen und den Yen zusätzlich unter Druck setzen. Ein unerwartet schwacher Bericht hingegen könnte Tokio die Gelegenheit für eine Intervention mit Rückenwind eines nachgebenden Dollars bieten. Parallel richten sich die Blicke auf die für diese Woche angesetzten Waffenstillstandsgespräche zwischen dem Iran und den USA in Doha, von deren Ausgang Impulse für die Ölpreise und die globale Inflationsdynamik ausgehen dürften.
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Der Absturz des Yen auf ein Vier-Jahrzehnte-Tief hat Japan erschüttert und die Märkte in Alarmbereitschaft vor möglichen staatlichen Eingriffen versetzt. Der Höhenflug des Dollars wird von der Erwartung genährt, dass die Federal Reserve die Zinsen hoch hält, während die moderate Straffung der Bank of Japan die Welle nicht aufhalten konnte. Händler stellen sich auf eine historische Währungsverteidigung ein, die den Trend möglicherweise nicht umkehren wird.
Der Yen ist auf den tiefsten Stand seit 1986 gefallen, obwohl die Bank of Japan die Zinsen auf 1 % angehoben und Tokio Rekordsummen für Währungsinterventionen ausgegeben hat. Die Wirkungslosigkeit dieser Maßnahmen unterstreicht die begrenzten Optionen der japanischen Behörden, während der Dollar auf den globalen Märkten an Stärke gewinnt. Die Lage verdeutlicht die Herausforderungen, eine Währung gegen breitere makroökonomische Kräfte zu verteidigen.
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