
WM 2026: Wirtschaftliche Effekte in Mexiko und den USA bleiben hinter Prognosen zurück
Die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 hat in den Gastgeberländern Mexiko und den USA geringere wirtschaftliche Impulse ausgelöst als von Veranstaltern und Beratungsfirmen vorhergesagt, wie erste Auswertungen zeigen.
Die wirtschaftliche Bilanz der ersten WM mit 48 Mannschaften fällt verhaltener aus als erwartet. In Mexiko beziffert die Beratungsfirma Deloitte die Gesamtauswirkungen auf 2,54 Milliarden Dollar, was einem Anteil von 0,12 Prozent am Bruttoinlandsprodukt entspricht. Die ursprüngliche Prognose von 0,14 Prozent wurde damit um sieben Prozent unterschritten. In den Vereinigten Staaten stiegen die internationalen Ankünfte während der Gruppenphase laut dem Handelsministerium im Jahresvergleich lediglich um 0,2 Prozent – weit entfernt von den 30,5 Milliarden Dollar an Wirtschaftsimpulsen, die eine FIFA-Analyse in Aussicht gestellt hatte. Bank of America schätzt den Effekt für die USA auf rund 20 Milliarden Dollar, etwa das Zehnfache des mexikanischen Werts.
Als zentrale Bremse wirkte die geringere Zahl ausländischer Besucher. Deloitte reduzierte die Schätzung für Mexiko von 836.000 auf 494.000 durch das Turnier mobilisierte Reisende, ein Rückgang um 40 Prozent. Als Gründe gelten die dynamische Bepreisung von Eintrittskarten, die den Zugang für internationale Fans verteuerte, sowie der Umstand, dass mexikanische Anhänger einen überdurchschnittlich hohen Anteil der Stadionplätze belegten. In den USA blieb die Hotelnachfrage trotz erhöhter Zimmerpreise verhalten; CoStar-Daten zeigen keine gestiegene Auslastung. Gleichzeitig dämpfte das Ausbleiben europäischer und asiatischer Reisender die erhoffte Konsumdynamik.
Während die Gastgeberländer hinter den Erwartungen zurückblieben, profitiert der Weltverband FIFA überproportional. Bloomberg Intelligence rechnet mit Einnahmen von rund neun Milliarden Dollar, ein Anstieg von mehr als 40 Prozent gegenüber dem Rekord von 6,3 Milliarden aus Katar 2022. Hauptquellen sind die Vermarktung von Übertragungsrechten, Sponsoring und ein offizieller Wiederverkaufsmarktplatz, bei dem die FIFA jeweils 15 Prozent Gebühr von Käufer und Verkäufer erhebt. Auch Vereine partizipieren: Der FC Barcelona erhält aus dem Klubentschädigungsprogramm 2,89 Millionen Euro, weniger als die 4,43 Millionen nach dem Turnier in Katar, da die Verteilungsformel angepasst wurde.
Innerhalb Mexikos zeigt sich ein differenziertes Bild. Mexiko-Stadt erzielte mit 548 Millionen Dollar die höchste Wertschöpfung, verfehlte die Prognose jedoch um 35 Prozent. Jalisco und Nuevo León blieben mit 290 beziehungsweise 270 Millionen Dollar ebenfalls deutlich unter den Erwartungen. Einzig der Einzelhandel übertraf mit 433 Millionen Dollar die Vorhersagen um zehn Prozent, getragen von Getränken, Snacks und Lieferdiensten. Der durchschnittliche Konsum mexikanischer Fans lag mit 32 Dollar pro Transaktion über dem ausländischer Besucher (27 Dollar).
Als nächster belastbarer Meilenstein gilt die Vorlage der endgültigen Steuer- und Tourismusstatistiken nach Turnierende, anhand derer sich der tatsächliche fiskalische Effekt bemessen lässt. Die getätigten Infrastrukturinvestitionen von 795 Millionen Dollar in Mexiko dürften zudem erst mittelfristig ihre Wirkung entfalten.
| Russische & GUS-Presse | +0.80 | aligned |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.60 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Russland positioniert die WM 2026 als organisatorischen und finanziellen Triumph für die FIFA und spielt die wirtschaftlichen Enttäuschungen der Gastgeberländer herunter.
Durch die Auswahl nur positiver FIFA-Daten und das Ignorieren von Deloitte-Berichten und anderen, die verfehlte Prognosen zeigen, konstruiert die russische Erzählung eine parallele Erfolgsrealität.
Der russische Block lässt den Deloitte-Bericht aus, der das wirtschaftliche Defizit in Mexiko und den USA zeigt, sowie die Tatsache, dass die Gastgeberländer die Prognosen nicht erreicht haben.
Die lateinamerikanischen Gastgeberländer prangern an, dass die wirtschaftlichen Versprechen der WM nicht eingehalten wurden, und weisen auf überhöhte Prognosen und fehlenden Touristenstrom hin.
Durch die Verwendung konkreter Daten unabhängiger Beratungsunternehmen wie Deloitte und deren Vergleich mit den ursprünglichen Prognosen zeichnet die lateinamerikanische Erzählung ein Bild des Scheiterns im Verhältnis zu den Erwartungen.
Der lateinamerikanische Block lässt den von der FIFA geschätzten globalen BIP-Anstieg (400 Milliarden US-Dollar) und die langfristigen Vorteile für die FIFA selbst aus und konzentriert sich nur auf die Defizite der Gastgeberländer.
Die atlantische Analyse zerlegt die Bilanz der WM, schreibt der FIFA die Rolle des absoluten Gewinners und den Gastgeberländern die von teilweisen Verlierern zu, mit einem distanzierten wirtschaftlichen Berichtston.
Durch eine 'Gewinner und Verlierer'-Struktur organisiert die atlantische Erzählung die Fakten so, dass die Ungleichheit der Vorteile offensichtlich wird, ohne moralische Urteile zu fällen.
Der atlantische Block könnte die spezifischen Deloitte-Zahlen für Mexiko und das US-Tourismusdefizit auslassen und sich mehr auf die FIFA-Einnahmen und das Gesamtbild konzentrieren.
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