
Weltdrogentag: Westafrika und die Emirate rüsten sich gegen die Sucht
Am Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch zeigen Nigeria, Ghana und die VAE mit neuen Taskforces und Kampagnen, wie sie der wachsenden Bedrohung begegnen.
Im Sultan Maccido Institut für Koran- und Allgemeinstudien im nigerianischen Sokoto trat am Donnerstag der stellvertretende Gouverneur Alhaji Idris Mohammed Gobir ans Rednerpult. Er vertrat Gouverneur Ahmed Aliyu, der die Drogenplage als eine der größten Bedrohungen für die Jugend und die Sicherheit der Gesellschaft bezeichnete. Die Veranstaltung zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr, den die Vereinten Nationen 1987 ausriefen, fand in einem Gebäude statt, das sonst der religiösen Bildung dient – ein Ort, der in Nordnigeria längst auch von der Drogenkrise erreicht wird.
Weltweit konsumieren nach Angaben des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung rund 316 Millionen Menschen illegale Drogen, etwa sechs Prozent der 15- bis 64-Jährigen. In Nigeria liegt der Anteil mit 14,4 Prozent fast dreimal so hoch; 14,3 Millionen Nigerianer sind betroffen. Besondere Besorgnis erregt aus westafrikanischer Sicht die Ausbreitung synthetischer Opioide wie Tramadol und Tapentadol; Ghanas Innenminister Mohammed-Mubarak Muntaka bezeichnete sie am selben Tag im Parlament in Accra als wachsende Gefahr für die nationale Sicherheit. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate, die den Tag mit einer landesweiten Kampagne begehen, sehen in der Verbindung von Drogenhandel und Terrorismusfinanzierung eine grenzüberschreitende Bedrohung.
Die Antworten fallen unterschiedlich aus, doch sie teilen den Ansatz, über reine Strafverfolgung hinauszugehen. In Sokoto richtete die Regierung ein eigenes Büro für Suchtprävention ein, das Aufklärungskampagnen bis in die Gemeinden trägt. Der Gouverneur des benachbarten Bundesstaates Kano, Abba Yusuf, setzte am Donnerstag eine 20-köpfige Sondertaskforce unter Leitung des früheren Antikorruptionschefs Muhuyi Magaji ein, die Drogenumschlagplätze identifizieren, Vermögenswerte beschlagnahmen und beschleunigte Gerichtsverfahren anstoßen soll. In Ogun State im Südwesten Nigerias nahm der Studentenverband NAOSS an einem Aufklärungsmarsch der Drogenvollzugsbehörde teil; sein Präsident warnte davor, Drogenkonsum als Ausweis von Weltläufigkeit misszuverstehen. Die Emirate wiederum verfolgen eine integrierte Strategie aus Prävention, Behandlung und der Einbindung von Familien, wie sie die Kampagne unter dem Schlagwort ‚Vereinigung der Reihen zur Ausrottung der Plage‘ vorantreibt.
Hinter den Maßnahmen steht die Erkenntnis, dass die Krise längst alle Gesellschaftsschichten durchdringt. In Nigeria ist jede vierte drogenkonsumierende Person eine Frau; in Kano haben sich Jugendbanden und Drogenhandel eng verflochten. Die emiratische Kampagne setzt auf frühen Dialog in der Familie und vertrauliche Hilfsangebote, um die Hemmschwelle zur Hilfesuche zu senken. In Sokoto klang der Tag mit dem Appell des Gouverneurs aus, dass der Kampf nicht den Sicherheitsbehörden allein überlassen werden dürfe. Wenige Stunden zuvor hatte in Accra der ghanaische Minister fast wortgleich formuliert: ‚Wir müssen uns vereinen gegen Drogenmissbrauch und illegalen Handel.‘ Ein Satz, der an diesem 26. Juni von der Koranschule in Sokoto bis zum Parlament in Accra und den Kampagnenbüros in Abu Dhabi nachhallte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Westafrikanische Regierungen, insbesondere in Nigeria und Ghana, verstärken Task Forces und starten Aufklärungskampagnen, um den Drogenmissbrauch unter Jugendlichen einzudämmen. Die Bedrohung wird als Krise dargestellt, die die nationale Sicherheit und die Zukunft der jungen Generation gefährdet. Die Maßnahmen kombinieren die Bekämpfung des illegalen Handels mit gemeindebasierten Präventionsprogrammen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate feiern ihre Erfolge im Kampf gegen den Drogenhandel und positionieren sich als Sicherheitsbollwerk in einem Krieg, der Drogen mit Terrorismus verbindet. Die nationale Kampagne „Die Reihen vereinen, um die Geißel auszurotten“ verkörpert eine integrierte Strategie, die über die Strafverfolgung hinausgeht und auf Prävention und sozialen Zusammenhalt setzt. Die offizielle Darstellung betont, dass der Schutz des Heimatlandes kollektive Anstrengung und ständige Wachsamkeit erfordert.
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