
Welle tödlicher Gewalt in Mexiko und Brasilien – Amnesty prangert Mord an Suchaktivistin an
Die Ermordung der Bürgerrechtlerin Patricia Negrete Tafoya in Guanajuato überschattet eine Serie bewaffneter Angriffe mit zahlreichen Toten in zwei Ländern; internationale Organisationen fordern Schutz für Hinterbliebene von Verschwundenen.
In der mexikanischen Gemeinde Pénjamo, Bundesstaat Guanajuato, ist die Menschenrechtsaktivistin Patricia Negrete Tafoya am späten Abend des 23. Juni von zwei Angreifern auf einem Motorrad erschossen worden. Die 39‑Jährige hatte gerade ihre Schicht als Reinigungskraft im Regionalkrankenhaus beendet und war auf dem Heimweg, als die Täter das Feuer eröffneten. Negrete Tafoya gehörte dem Kollektiv „Una Promesa por Cumplir“ an und suchte seit dem Verschwinden ihrer Schwester Laura Angélica im Jahr 2021 unermüdlich nach Vermissten. Amnesty International verurteilte die Tat als „zutiefst alarmierend“ und forderte die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates zu einer sofortigen, unabhängigen Untersuchung auf.
Fast zeitgleich erschütterten weitere Gewalttaten das Land. In León, Guanajuato, stürmten Bewaffnete während der Übertragung eines Fußballspiels der mexikanischen Nationalmannschaft die Bar „Nando’s“ und töteten zwei Frauen – nach Angaben der Behörden handelte es sich um eine Angestellte und die mutmaßliche Inhaberin. In Culiacán, Sinaloa, drangen Schützen in ein Wohnhaus im Viertel Infonavit Solidaridad ein und ermordeten drei Menschen, darunter eine Frau und einen Minderjährigen; bei einem weiteren Angriff in derselben Stadt starb eine Frau, ein Kind wurde verletzt, und ein junger Essenslieferant wurde auf offener Straße erschossen. In der Hauptstadt Mexiko-Stadt fielen binnen Stunden mindestens vier Personen bewaffneten Übergriffen zum Opfer: Im Viertel Tepito starben eine Markthändlerin und ein Mann, im Stadtteil Tlalpan erlag ein Autofahrer seinen Schussverletzungen, und in Iztapalapa wurde ein Bicitaxi-Fahrer getötet. Die Sicherheitsbehörden bestätigten die Vorfälle, ohne bislang einen Zusammenhang herzustellen.
Die Ermordung Negrete Tafoyas ist bereits die vierte einer sogenannten „Buscadora“ in Guanajuato seit März. Nach Zählungen ziviler Organisationen wurden in Mexiko seit 2011 mindestens 35 Personen getötet, die nach Verschwundenen suchten, die meisten von ihnen Frauen. Amnesty International wies darauf hin, dass der Staat die Pflicht habe, diese Angehörigen zu schützen, da ihre Arbeit eine Aufgabe sei, die eigentlich den Behörden zukomme. Die Generalstaatsanwaltschaft Guanajuato teilte mit, Videomaterial von öffentlichen und privaten Kameras auszuwerten, um Tatverlauf und Motiv zu rekonstruieren. Von kollektiven wie „Una Promesa por Cumplir“ hieß es, die anhaltende Straflosigkeit und der Mangel an Informationen schüfen „Zonen des Schweigens“, in denen Hinterbliebene erneut zu Opfern würden.
Auch in Brasilien registrierten die Behörden Gewalttaten. In der Gemeinde Rochedo, Mato Grosso do Sul, wurde die Leiche eines 72-jährigen Hausmeisters in einem Sack in einem Waldstück an der Fernstraße MS‑080 entdeckt. Zwei Männer im Alter von 50 und 55 Jahren wurden festgenommen; die Obduktion ergab eine Schädelfraktur durch stumpfe Gewalt. Im Bundesstaat Goiás fand die Polizei eine 63 Jahre alte Supermarktkassiererin tot in ihrer Wohnung; der flüchtige Lebensgefährte räumte in einer Sprachnachricht an den Schwiegersohn die Tat ein und erklärte, er würde sie „wieder töten“. In beiden Fällen dauern die Ermittlungen an. Die vorläufigen Opferzahlen aller erwähnten Vorfälle beruhen auf Angaben der örtlichen Polizeidienststellen und können sich im Zuge der Untersuchungen noch verändern.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The murder of Patricia Negrete Tafoya, a woman dedicated to searching for missing persons, is portrayed as yet another act of systematic violence against activists in Mexico. Amnesty International demands a thorough investigation, while local media highlight the climate of impunity and the constant danger faced by female searchers. The story is placed within a context of daily crime news, with numerous other violent murders in the country.
Japanese and Korean media do not cover the murder of the female searcher in Mexico, instead focusing on local crime cases such as homicides and thefts. The international human rights story is completely ignored, reflecting a predominantly domestic focus. There is no analysis or comment on the context of violence in Mexico.
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