
USA erlauben für 60 Tage Ölgeschäfte mit Iran als Teil der Friedensgespräche
Das US-Finanzministerium hat eine befristete Generallizenz für Produktion, Verkauf und Import iranischen Rohöls erteilt; Teheran verpflichtete sich im Gegenzug zu freiem Transit im Hormus und IAEA-Inspektionen.
Das amerikanische Finanzministerium hat am Montag eine auf 60 Tage befristete Generallizenz erteilt, die Transaktionen zur Produktion, Lieferung, zum Verkauf und Import von iranischem Rohöl, petrochemischen und Erdölprodukten gestattet. Die bis zum 21. August 2026 gültige Ausnahmegenehmigung erlaubt zudem Zahlungen in US-Dollar sowie zugehörige Dienstleistungen wie Bankgeschäfte, Versicherungen und Schifffahrt. Ausgenommen sind Geschäfte mit Nordkorea, Kuba, der Krim und weiteren sanktionierten Gebieten. Die Maßnahme ist Teil eines in der vergangenen Woche unterzeichneten Memorandum of Understanding zwischen Washington und Teheran, das den Rahmen für Verhandlungen über ein endgültiges Friedensabkommen absteckt.
Aus Washingtoner Sicht ist die Lizenz an konkrete Gegenleistungen Teherans geknüpft. Finanzminister Scott Bessent erklärte, Iran habe sich zu freiem und offenem Transit durch die Straße von Hormus sowie zur Zulassung von IAEA-Inspektoren verpflichtet. Vizepräsident J.D. Vance wertete dies als „bedeutenden Schritt“ zur Beendigung des iranischen Nuklearwaffenprogramms. In Teheraner Darstellung hingegen betonte Außenminister Abbas Araghtschi vor allem die Aussetzung der Sanktionen auf Öl- und Petrochemieexporte sowie die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sprach lediglich von einem „sehr kurzen Austausch“ der Positionen, nicht von Verhandlungen über das Nuklearprogramm.
Die Vermittlerstaaten Pakistan und Katar bezeichneten die erste Gesprächsrunde im schweizerischen Bürgenstock als „ermutigend“ und verwiesen auf die Einrichtung eines Mechanismus für technische Folgegespräche. In den USA regte sich unterdessen Widerspruch: Republikanische Kongressabgeordnete warnten, die Lockerung von Sanktionen und die Freigabe iranischer Vermögenswerte wiederholten Fehler des Obama-Atomabkommens, von dem sich Präsident Trump 2018 zurückgezogen hatte. An den Energiemärkten fiel der Preis für Rohöl der Sorte Brent nach der Ankündigung auf rund 77,80 Dollar je Barrel – deutlich unter dem Niveau von über 126 Dollar, das während der Blockade des Hormus im April erreicht worden war.
Die zeitlich begrenzte Öllizenz ist das bislang konkreteste wirtschaftliche Zugeständnis Washingtons in dem seit Ende Februar 2026 andauernden Konflikt, der mit amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran begann und in dessen Folge Teheran die Straße von Hormus blockierte, woraufhin die USA iranische Häfen abriegelten. Die nun erlaubten Transaktionen umfassen auch die Einfuhr iranischen Öls in die Vereinigten Staaten, sofern dies für den Abschluss eines genehmigten Verkaufs oder einer Lieferung erforderlich ist. Die übrigen Sanktionen, etwa zum Nuklearprogramm und zur Terrorunterstützung, bleiben in Kraft.
Die technischen Teams beider Seiten setzen die Gespräche in der Schweiz in den kommenden Tagen fort. Die 60-Tage-Frist bis zum 21. August gilt als Zeitfenster für die Ausarbeitung eines umfassenden Abkommens, das neben der dauerhaften Öffnung des Hormus und IAEA-Inspektionen auch die Zukunft des iranischen Nuklearprogramms und die schrittweise Aufhebung weiterer Sanktionen regeln soll. Ob die Lizenz verlängert wird, hängt nach Darstellung des US-Finanzministeriums vom Fortgang der Verhandlungen ab.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Washington hat eine 60-tägige Generallizenz erteilt, die Produktion, Verkauf und Transport von iranischem Öl einschließlich Bank- und Versicherungsdienstleistungen erlaubt. Der Schritt erfolgt im Rahmen produktiver Gespräche in der Schweiz, bei denen Iran zusicherte, die freie Durchfahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten und IAEA-Inspektoren Zugang zu gewähren. Er wird als vertrauensbildende Maßnahme auf dem Weg zu einem endgültigen Friedensabkommen dargestellt.
Die USA haben die Sanktionen gegen iranisches Öl im Rahmen einer vorläufigen Vereinbarung vorübergehend aufgehoben, doch die Ausnahmegenehmigung wirft ernste Sicherheitsbedenken auf. Irans Zusagen bezüglich des Hormus-Transits und der IAEA-Inspektionen bleiben unbestätigt, und das zweimonatige Fenster könnte genutzt werden, um Gelder an militante Stellvertreter zu leiten. Der Schritt wird mit Besorgnis als Zugeständnis gesehen, das Teheran ermutigen und die Region destabilisieren könnte.
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