
Intersolar Europe: Natrium-Ionen-Speicher und neue Batteriekonzepte im Fokus
CATL kündigt erste kommerzielle Natrium-Ionen-Großspeicher an, Huawei gewinnt einen Wechselrichter-Preis, US-Anbieter visieren Europa an und Forscher präsentieren eine hitzebeständige Keramikbatterie.
Auf der Intersolar Europe 2026 in München hat der chinesische Batteriehersteller CATL den ersten feldvalidierten Natrium-Ionen-Energiespeicher mit der Bezeichnung TENER Sodium vorgestellt. Das System soll ab Juni 2027 weltweit ausgeliefert werden; kumulierte Lieferungen von einer Gigawattstunde werden bereits bis Ende 2026 erwartet. Aus Sicht des Unternehmens erreicht die Natrium-Ionen-Technologie damit erstmals kommerzielle Reife – ein Schritt, der die Abhängigkeit von Lithium verringern könnte, da Natrium mehr als tausendfach häufiger vorkommt und geografisch breiter verteilt ist.
Das modulare System mit über 30 Megawattstunden Nennkapazität pro Einheit nutzt eine eigens entwickelte bidirektionale Spannungsregelung, die den Gesamtwirkungsgrad um knapp zwei Prozentpunkte erhöht, sowie ein Batteriemanagement, das die Sicherheitsmarge bei Überladung gegenüber Lithium-Ionen-Batterien um 20 Prozent erweitert. Parallel wurde Huaweis 506-Kilowatt-Stringwechselrichter SUN2000-506KTL mit dem smarter E AWARD ausgezeichnet – der erste kommerzialisierte Stringwechselrichter über 500 Kilowatt, der netzbildende Funktionen bietet und bereits in Projekten mit mehr als zehn Gigawatt weltweit im Bau ist.
Während chinesische Anbieter die Großspeicher- und Wechselrichtertechnik prägen, drängen auch US-amerikanische und weitere asiatische Firmen auf den europäischen Markt. FranklinWH kündigte den Markteintritt für 2027 mit einem skalierbaren Heimspeichersystem auf Lithium-Eisenphosphat-Basis an, das Kapazitäten von 15 bis 225 Kilowattstunden abdeckt und auf Erfahrungen aus über 25 US-Programmen mit virtuellen Kraftwerken aufbaut. Das Unternehmen sucht in München Vertriebspartner. Der Anbieter OSCAL präsentierte ein KI-gesteuertes Balkonkraftwerk-Speichersystem mit erweiterbarer Kapazität, das ab Juli 2026 erhältlich sein soll.
Abseits der Messehallen meldeten Forscher der Tsinghua-Universität in der Fachzeitschrift Matter eine Laborbatterie auf Keramikbasis, die stabil bei 150 Grad Celsius arbeitet und kurzzeitige Hitzeschocks von 300 Grad verkraftet. Die nicht brennbare Festkörperzelle ist klein und energiedicht – ein Konzept für miniaturisierte Elektronik unter Extrembedingungen, das sich noch im Forschungsstadium befindet.
Die nächsten konkreten Meilensteine sind die Markteinführung des OSCAL-Speichers am 15. Juli 2026 sowie der Beginn der globalen Auslieferung von CATLs Natrium-Speichern im Juni 2027. Für FranklinWH werden Vertriebspartnerschaften und Produktdetails vor dem europäischen Marktstart 2027 erwartet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Chinesische Wissenschaftler haben eine vollkeramische Festkörper-Lithiumbatterie entwickelt, die bei Temperaturen bis zu 150 °C sicher arbeitet – weit über dem Siedepunkt von Wasser. Das Gerät beseitigt Entflammbarkeitsrisiken und behält seine Leistung selbst nach extremen thermischen Schocks bei, was einen bedeutenden Durchbruch bei der Sicherheit von Energiespeichern darstellt. Der Erfolg unterstreicht Chinas führende Rolle bei Batterietechnologien der nächsten Generation.
CATL hat ein neues Natrium-Ionen-Batteriespeichersystem auf den Markt gebracht und erwartet, ab September nach China zu liefern. Der Schritt ist ein kommerzieller Beitrag zur Verringerung der Lithiumabhängigkeit bei netzgekoppelten Speichern. Das Unternehmen plant, die Produktion schrittweise hochzufahren.
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