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Ausgabe von 20:00 CETDonnerstag, 2. Juli 2026
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Justiz & RechtDonnerstag, 2. Juli 2026

Vom Medienstar zum Schutzobjekt: Mexiko-Stadt debattiert „Ley Merlín“, Italien streitet über Jagdrecht

Während in Mexiko-Stadt ein Gesetzentwurf Einnahmen aus der Vermarktung von Tieren künftig an deren Wohl binden soll, mobilisieren Umweltverbände in Italien mit einer E-Mail-Kampagne gegen eine Lockerung des Jagdrechts.

Im Kongress von Mexiko-Stadt ist eine Initiative eingebracht worden, die eine rechtliche Lücke im Tierschutz schließen soll, sobald Tiere durch ihre Präsenz in sozialen Medien, Werbekampagnen oder bei öffentlichen Auftritten wirtschaftlichen Wert generieren. Die Abgeordnete Luisa Fernanda Ledesma Alpízar von der Partei Movimiento Ciudadano stellte den Entwurf einer „Ley Merlín“ vor, der vorsieht, dass ein Teil der erzielten Einnahmen zwingend für Futter, tierärztliche Versorgung, Medikamente und eine artgerechte Umgebung des jeweiligen Tieres verwendet werden muss. Auslöser war der Fall eines als „Merlín“ bekannt gewordenen Erpels, der während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko-Stadt große mediale Aufmerksamkeit erlangte und das Interesse von Fernsehsendern und Marken weckte. Die bestehende Gesetzgebung der Hauptstadt, so die Abgeordnete, kenne zwar Verbote von Misshandlung und Aussetzung, regele aber nicht, was mit den Erlösen geschehe, wenn ein „fühlendes Wesen“ selbst zur Einnahmequelle werde.

Die Initiative reiht sich in eine Entwicklung ein, die in Mexiko bereits 2024 mit der Erklärung der rund zwanzig im Nationalpalast lebenden Katzen zu „lebenden Anlagegütern“ (activos fijos vivos) einen Präzedenzfall fand. Diese Einstufung sicherte den Tieren einen festen Posten im Bundeshaushalt für ihre Pflege. Die nun vorgeschlagene Reform des Tierschutzgesetzes der Hauptstadt zielt nicht auf eine Änderung des Rechtsstatus der Tiere oder die Einrichtung von Konten für Halter, sondern darauf, das Prinzip des übergeordneten Interesses fühlender Wesen auf neue wirtschaftliche Dynamiken auszuweiten. Die Abgeordnete betonte, das Vorhaben sei nicht auf den Einzelfall Merlín beschränkt, sondern solle einen Rahmen für künftige Konstellationen schaffen, in denen Tiere an kulturellen, digitalen oder werblichen Aktivitäten teilnehmen.

Einem gänzlich anderen Kurs folgt derzeit die italienische Gesetzgebung. Dort hat eine breite Koalition von Umwelt- und Tierschutzverbänden eine digitale Massenkampagne gestartet, um ein bereits vom Senat verabschiedetes Jagdgesetz (ddl caccia) in der Abgeordnetenkammer zu Fall zu bringen. Aus Sicht der Verbände droht das Vorhaben, die Schutzbestimmungen für wildlebende Tiere und die Biodiversität zu schwächen, indem es Jagdzeiten ausweitet und Hürden für die Jagdausübung senkt. Die Aktivisten verweisen auf über 400.000 Unterschriften gegen die Reform sowie auf eine Umfrage des Instituts Piepoli, wonach 94 Prozent der Italiener eine Beibehaltung oder Verschärfung der Jagdbeschränkungen befürworten. Auch die Europäische Kommission hat nach Angaben der Kritiker Bedenken hinsichtlich der Vereinbarkeit des Gesetzes mit den EU-Richtlinien zum Schutz wildlebender Arten angemeldet.

Beide Vorgänge illustrieren, wie unterschiedlich Staaten auf die wirtschaftliche und kulturelle Nutzung von Tieren reagieren. Während in Mexiko-Stadt der Gesetzgeber auf ein mediales Phänomen mit einem präventiven Schutzinstrument antworten will, das die Erträge aus der Tiervermarktung an das Tierwohl koppelt, sehen sich die italienischen Umweltverbände in der Defensive und versuchen, eine aus ihrer Sicht drohende Deregulierung des Jagdwesens abzuwenden. Die mexikanische Initiative wurde an den Tierschutzausschuss des Stadtparlaments überwiesen; in Italien berät derzeit die zuständige Kommission der Abgeordnetenkammer über den Gesetzentwurf, ein Termin für die entscheidende Abstimmung steht noch nicht fest.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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32%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Lateinamerikanische Presse/ Markt
TriumphPragmatismus

Das „Ley Merlín“ ist ein fortschrittlicher Schritt, um Tiere wie die berühmte Ente Merlín, die während der WM 2026 zur Mediensensation wurde, vor Ausbeutung zu schützen. Das Gesetz würde vorschreiben, dass ein Teil der Einnahmen, die Tiere in Werbung oder sozialen Medien erzielen, in ihr Wohlergehen reinvestiert wird. Es ist eine pragmatische Lösung, die den wirtschaftlichen Wert von Tier-Influencern anerkennt und gleichzeitig ihr Wohl sichert.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
IronieSkepsis

Der vorgeschlagene „Merlín-Gesetz“ in Mexiko-Stadt lässt aufhorchen: Kann eine Ente wirklich sinnvolle Gesetzgebung inspirieren? Während die Absicht, Tiere vor kommerzieller Ausbeutung zu schützen, edel ist, sehen Kritiker darin eine oberflächliche Reaktion auf einen viralen Moment, die tiefere Fragen der Tierrechte kaum angehen wird. Die Debatte verdeutlicht eine wachsende globale Spannung zwischen Tierschutz und Unterhaltungsindustrie.

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3 Quellen|1 Sprache|3 Min. Lesezeit
Donnerstag, 2. Juli 2026

Vom Medienstar zum Schutzobjekt: Mexiko-Stadt debattiert „Ley Merlín“, Italien streitet über Jagdrecht

Während in Mexiko-Stadt ein Gesetzentwurf Einnahmen aus der Vermarktung von Tieren künftig an deren Wohl binden soll, mobilisieren Umweltverbände in Italien mit einer E-Mail-Kampagne gegen eine Lockerung des Jagdrechts.

Im Kongress von Mexiko-Stadt ist eine Initiative eingebracht worden, die eine rechtliche Lücke im Tierschutz schließen soll, sobald Tiere durch ihre Präsenz in sozialen Medien, Werbekampagnen oder bei öffentlichen Auftritten wirtschaftlichen Wert generieren. Die Abgeordnete Luisa Fernanda Ledesma Alpízar von der Partei Movimiento Ciudadano stellte den Entwurf einer „Ley Merlín“ vor, der vorsieht, dass ein Teil der erzielten Einnahmen zwingend für Futter, tierärztliche Versorgung, Medikamente und eine artgerechte Umgebung des jeweiligen Tieres verwendet werden muss. Auslöser war der Fall eines als „Merlín“ bekannt gewordenen Erpels, der während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko-Stadt große mediale Aufmerksamkeit erlangte und das Interesse von Fernsehsendern und Marken weckte. Die bestehende Gesetzgebung der Hauptstadt, so die Abgeordnete, kenne zwar Verbote von Misshandlung und Aussetzung, regele aber nicht, was mit den Erlösen geschehe, wenn ein „fühlendes Wesen“ selbst zur Einnahmequelle werde.

Die Initiative reiht sich in eine Entwicklung ein, die in Mexiko bereits 2024 mit der Erklärung der rund zwanzig im Nationalpalast lebenden Katzen zu „lebenden Anlagegütern“ (activos fijos vivos) einen Präzedenzfall fand. Diese Einstufung sicherte den Tieren einen festen Posten im Bundeshaushalt für ihre Pflege. Die nun vorgeschlagene Reform des Tierschutzgesetzes der Hauptstadt zielt nicht auf eine Änderung des Rechtsstatus der Tiere oder die Einrichtung von Konten für Halter, sondern darauf, das Prinzip des übergeordneten Interesses fühlender Wesen auf neue wirtschaftliche Dynamiken auszuweiten. Die Abgeordnete betonte, das Vorhaben sei nicht auf den Einzelfall Merlín beschränkt, sondern solle einen Rahmen für künftige Konstellationen schaffen, in denen Tiere an kulturellen, digitalen oder werblichen Aktivitäten teilnehmen.

Einem gänzlich anderen Kurs folgt derzeit die italienische Gesetzgebung. Dort hat eine breite Koalition von Umwelt- und Tierschutzverbänden eine digitale Massenkampagne gestartet, um ein bereits vom Senat verabschiedetes Jagdgesetz (ddl caccia) in der Abgeordnetenkammer zu Fall zu bringen. Aus Sicht der Verbände droht das Vorhaben, die Schutzbestimmungen für wildlebende Tiere und die Biodiversität zu schwächen, indem es Jagdzeiten ausweitet und Hürden für die Jagdausübung senkt. Die Aktivisten verweisen auf über 400.000 Unterschriften gegen die Reform sowie auf eine Umfrage des Instituts Piepoli, wonach 94 Prozent der Italiener eine Beibehaltung oder Verschärfung der Jagdbeschränkungen befürworten. Auch die Europäische Kommission hat nach Angaben der Kritiker Bedenken hinsichtlich der Vereinbarkeit des Gesetzes mit den EU-Richtlinien zum Schutz wildlebender Arten angemeldet.

Beide Vorgänge illustrieren, wie unterschiedlich Staaten auf die wirtschaftliche und kulturelle Nutzung von Tieren reagieren. Während in Mexiko-Stadt der Gesetzgeber auf ein mediales Phänomen mit einem präventiven Schutzinstrument antworten will, das die Erträge aus der Tiervermarktung an das Tierwohl koppelt, sehen sich die italienischen Umweltverbände in der Defensive und versuchen, eine aus ihrer Sicht drohende Deregulierung des Jagdwesens abzuwenden. Die mexikanische Initiative wurde an den Tierschutzausschuss des Stadtparlaments überwiesen; in Italien berät derzeit die zuständige Kommission der Abgeordnetenkammer über den Gesetzentwurf, ein Termin für die entscheidende Abstimmung steht noch nicht fest.

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Das „Ley Merlín“ ist ein fortschrittlicher Schritt, um Tiere wie die berühmte Ente Merlín, die während der WM 2026 zur Mediensensation wurde, vor Ausbeutung zu schützen. Das Gesetz würde vorschreiben, dass ein Teil der Einnahmen, die Tiere in Werbung oder sozialen Medien erzielen, in ihr Wohlergehen reinvestiert wird. Es ist eine pragmatische Lösung, die den wirtschaftlichen Wert von Tier-Influencern anerkennt und gleichzeitig ihr Wohl sichert.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
IronieSkepsis

Der vorgeschlagene „Merlín-Gesetz“ in Mexiko-Stadt lässt aufhorchen: Kann eine Ente wirklich sinnvolle Gesetzgebung inspirieren? Während die Absicht, Tiere vor kommerzieller Ausbeutung zu schützen, edel ist, sehen Kritiker darin eine oberflächliche Reaktion auf einen viralen Moment, die tiefere Fragen der Tierrechte kaum angehen wird. Die Debatte verdeutlicht eine wachsende globale Spannung zwischen Tierschutz und Unterhaltungsindustrie.

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