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Ausgabe von 20:00 CETDonnerstag, 2. Juli 2026
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Gesellschaft & KulturDonnerstag, 2. Juli 2026

Die stille Rückkehr der Neunziger: Warum Caprihose, langer Mantel und polierter Bob jetzt wieder getragen werden

Mailänder Laufstege, argentinische Friseursalons und mexikanische Modemagazine beobachten eine gemeinsame Bewegung: Klassiker aus den Achtzigern und Neunzigern kehren zurück – neu interpretiert, nicht kopiert.

Auf den Laufstegen Mailands war es ein Bild der Ruhe. Während anderswo grelle Logos und experimentelle Silhouetten dominierten, schickten Max Mara und Totême Models in langen, fließenden Mänteln über schlichten weißen T-Shirts und geraden Jeans auf den Catwalk. Die Farben blieben neutral: Kamel, Grau, Schokoladenbraun. Kein Aufschrei, keine Provokation – nur die selbstverständliche Eleganz eines Kleidungsstücks, das in den Neunzigern jede argentinische Großmutter trug und nun, so die italienischen Stilistinnen, das eleganteste Teil des Winters 2026 sein soll.

Derselbe ruhige Impuls zeigt sich an den Beinen. Die Caprihose, jenes in den Nullerjahren allgegenwärtige und dann belächelte Kleidungsstück, das knapp unter dem Knie endet, ist zurück. Miu Miu, Jacquemus und Alaïa führten sie auf die Sommermodenschauen, und in Mexiko-Stadt wie in Jakarta raten Moderedaktionen zu einer entscheidenden Neuerung: Nicht mehr zum klobigen Keilabsatz, sondern zu flachen Ballerinas, Kitten Heels oder dünnen Sneakern wird sie kombiniert. Der Knöchel bleibt frei, der Schuh wird zum Protagonisten. Bella Hadid und Hailey Bieber tragen es vor, und die Botschaft ist dieselbe wie beim Mantel: Die Silhouette mag aus der Vergangenheit stammen, die Haltung ist eine zeitgenössische – leichter, entspannter, ohne die modischen Härten von damals.

Diese Suche nach einer entschlackten, aber präzisen Ästhetik erfasst auch den Kopf. In argentinischen Salons verzeichnen Friseurinnen eine wachsende Nachfrage nach der „media melena pulida“, dem polierten Mittellanghaar, das in den Achtzigern Furore machte. Der Schnitt endet exakt auf Schlüsselbeinhöhe, nimmt Gewicht aus den Spitzen und verleiht feinem Haar Fülle und Bewegung. Rosi Fernández, Leiterin eines Salons in Buenos Aires, nennt ihn „ausgewogen, elegant und stark verjüngend“. Es ist ein Schnitt, der sich wellig oder glatt tragen lässt, mit Mittelscheitel oder lockerem Dutt – und der vor allem eines verspricht: Kontrolle ohne Aufwand. Für Frauen über sechzig mit rundlichem Gesicht empfiehlt die spanische Stilistin Noelia Jiménez gar den Bixie, eine Mischung aus Bob und Pixie, der das Gesicht optisch streckt und einen „starken Lifting-Effekt“ erziele.

Was diese drei Phänomene verbindet, ist mehr als Nostalgie. Aus Mailänder Perspektive spricht man von „leisem Luxus“, von Kleidungsstücken, die Saisonen überdauern und sich mühelos kombinieren lassen. In Lateinamerika betonen Stilberaterinnen den Wunsch nach Praktikabilität und Selbstbewusstsein – die Caprihose etwa sei nicht mehr das Risiko, das die Figur stauche, sondern ein Statement, wenn der Schuh stimmt. Selbst die Gesichtshaarentfernung per Laser, über die brasilianische Kliniken berichten, folgt dieser Logik: Es geht um dauerhafte Lösungen, um das Eliminieren täglicher Korrekturen, sei es bei hormonell bedingtem Damenbart oder bei Follikulitis nach der Rasur. Die Technik zerstört die Haarwurzel, verlangt aber Disziplin – täglicher Sonnenschutz, kein Zupfen zwischen den Sitzungen. Auch hier: Beständigkeit statt Schnellschuss.

So entsteht das Porträt einer Mode, die nicht schreit, sondern bleibt. Der lange Mantel, offen über einem weißen Shirt getragen, die Caprihose mit der flachen Ballerina, das Haar, das auf dem Schlüsselbein schwingt – es sind Bilder einer leisen Selbstverständlichkeit. Sie erzählen von einem Publikum, das nach dem modischen Überfluss der vergangenen Jahre Kleidung sucht, die nicht jeden Morgen neu verhandelt werden muss. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ein argentinisches Modemagazin den Mantel als Beweis dafür feiert, „dass guter Stil niemals verschwindet“.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Südostasiatische PresseLateinamerikanische Presse
Südostasiatische Presse
Ironie

Die Caprihose ist zurück, und mit dem richtigen Styling kann sie eine schicke Ergänzung für jede Garderobe sein. Wichtig ist, die Proportionen auszugleichen und modernes Schuhwerk zu wählen, um nicht altmodisch zu wirken. Eine praktische Anleitung, um das 90er-Revival selbstbewusst zu tragen.

Lateinamerikanische Presse/ Markt
Distanz

Der lange Mantel, den in den 90ern jede Argentinierin trug, ist laut Mailänder Stylistinnen das eleganteste Kleidungsstück des Jahres 2026. Doch die Rückkehr bedeutet nicht, die Vergangenheit exakt zu kopieren; es geht darum, die Silhouette mit modernen Stoffen und einer entspannten Haltung anzupassen. Der Trend verspricht Raffinesse ohne Komfortverlust.

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Donnerstag, 2. Juli 2026

Die stille Rückkehr der Neunziger: Warum Caprihose, langer Mantel und polierter Bob jetzt wieder getragen werden

Mailänder Laufstege, argentinische Friseursalons und mexikanische Modemagazine beobachten eine gemeinsame Bewegung: Klassiker aus den Achtzigern und Neunzigern kehren zurück – neu interpretiert, nicht kopiert.

Auf den Laufstegen Mailands war es ein Bild der Ruhe. Während anderswo grelle Logos und experimentelle Silhouetten dominierten, schickten Max Mara und Totême Models in langen, fließenden Mänteln über schlichten weißen T-Shirts und geraden Jeans auf den Catwalk. Die Farben blieben neutral: Kamel, Grau, Schokoladenbraun. Kein Aufschrei, keine Provokation – nur die selbstverständliche Eleganz eines Kleidungsstücks, das in den Neunzigern jede argentinische Großmutter trug und nun, so die italienischen Stilistinnen, das eleganteste Teil des Winters 2026 sein soll.

Derselbe ruhige Impuls zeigt sich an den Beinen. Die Caprihose, jenes in den Nullerjahren allgegenwärtige und dann belächelte Kleidungsstück, das knapp unter dem Knie endet, ist zurück. Miu Miu, Jacquemus und Alaïa führten sie auf die Sommermodenschauen, und in Mexiko-Stadt wie in Jakarta raten Moderedaktionen zu einer entscheidenden Neuerung: Nicht mehr zum klobigen Keilabsatz, sondern zu flachen Ballerinas, Kitten Heels oder dünnen Sneakern wird sie kombiniert. Der Knöchel bleibt frei, der Schuh wird zum Protagonisten. Bella Hadid und Hailey Bieber tragen es vor, und die Botschaft ist dieselbe wie beim Mantel: Die Silhouette mag aus der Vergangenheit stammen, die Haltung ist eine zeitgenössische – leichter, entspannter, ohne die modischen Härten von damals.

Diese Suche nach einer entschlackten, aber präzisen Ästhetik erfasst auch den Kopf. In argentinischen Salons verzeichnen Friseurinnen eine wachsende Nachfrage nach der „media melena pulida“, dem polierten Mittellanghaar, das in den Achtzigern Furore machte. Der Schnitt endet exakt auf Schlüsselbeinhöhe, nimmt Gewicht aus den Spitzen und verleiht feinem Haar Fülle und Bewegung. Rosi Fernández, Leiterin eines Salons in Buenos Aires, nennt ihn „ausgewogen, elegant und stark verjüngend“. Es ist ein Schnitt, der sich wellig oder glatt tragen lässt, mit Mittelscheitel oder lockerem Dutt – und der vor allem eines verspricht: Kontrolle ohne Aufwand. Für Frauen über sechzig mit rundlichem Gesicht empfiehlt die spanische Stilistin Noelia Jiménez gar den Bixie, eine Mischung aus Bob und Pixie, der das Gesicht optisch streckt und einen „starken Lifting-Effekt“ erziele.

Was diese drei Phänomene verbindet, ist mehr als Nostalgie. Aus Mailänder Perspektive spricht man von „leisem Luxus“, von Kleidungsstücken, die Saisonen überdauern und sich mühelos kombinieren lassen. In Lateinamerika betonen Stilberaterinnen den Wunsch nach Praktikabilität und Selbstbewusstsein – die Caprihose etwa sei nicht mehr das Risiko, das die Figur stauche, sondern ein Statement, wenn der Schuh stimmt. Selbst die Gesichtshaarentfernung per Laser, über die brasilianische Kliniken berichten, folgt dieser Logik: Es geht um dauerhafte Lösungen, um das Eliminieren täglicher Korrekturen, sei es bei hormonell bedingtem Damenbart oder bei Follikulitis nach der Rasur. Die Technik zerstört die Haarwurzel, verlangt aber Disziplin – täglicher Sonnenschutz, kein Zupfen zwischen den Sitzungen. Auch hier: Beständigkeit statt Schnellschuss.

So entsteht das Porträt einer Mode, die nicht schreit, sondern bleibt. Der lange Mantel, offen über einem weißen Shirt getragen, die Caprihose mit der flachen Ballerina, das Haar, das auf dem Schlüsselbein schwingt – es sind Bilder einer leisen Selbstverständlichkeit. Sie erzählen von einem Publikum, das nach dem modischen Überfluss der vergangenen Jahre Kleidung sucht, die nicht jeden Morgen neu verhandelt werden muss. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ein argentinisches Modemagazin den Mantel als Beweis dafür feiert, „dass guter Stil niemals verschwindet“.

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Ironie

Die Caprihose ist zurück, und mit dem richtigen Styling kann sie eine schicke Ergänzung für jede Garderobe sein. Wichtig ist, die Proportionen auszugleichen und modernes Schuhwerk zu wählen, um nicht altmodisch zu wirken. Eine praktische Anleitung, um das 90er-Revival selbstbewusst zu tragen.

Lateinamerikanische Presse/ Markt
Distanz

Der lange Mantel, den in den 90ern jede Argentinierin trug, ist laut Mailänder Stylistinnen das eleganteste Kleidungsstück des Jahres 2026. Doch die Rückkehr bedeutet nicht, die Vergangenheit exakt zu kopieren; es geht darum, die Silhouette mit modernen Stoffen und einer entspannten Haltung anzupassen. Der Trend verspricht Raffinesse ohne Komfortverlust.

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