
Visa-Gebühren: USA und Japan reformieren Kosten für Einreiseanträge
Washington startet ein beschleunigtes Premium-Verfahren gegen Aufpreis, Tokio erhöht die seit 1978 stabilen Gebühren bis zum Fünffachen – mit Konsequenzen für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum.
Zum 1. Juli 2026 treten in den Vereinigten Staaten und in Japan neue Visagebühren in Kraft. In den USA startet ein befristetes Pilotprogramm: Antragsteller für Touristen- und Geschäftsvisa der Kategorien B1/B2 können gegen eine Zusatzgebühr von 750 US-Dollar einen beschleunigten Konsulartermin binnen zehn Tagen erhalten. Zusammen mit der regulären Antragsgebühr von 185 Dollar steigen die Gesamtkosten damit auf 935 Dollar. In Japan werden die Visumgebühren erstmals seit 1978 angehoben; ein Einreisevisum für eine einmalige Einreise kostet künftig 15.000 Yen (zuvor 3.000 Yen), ein Mehrfachvisum 30.000 Yen (zuvor 6.000 Yen).
Die US-amerikanische Maßnahme geht auf das Außenministerium zurück und zielt darauf, die durch verschärfte Prüfungen und zusätzliche Auflagen gewachsenen Wartezeiten in den Konsulaten zu reduzieren. Laut Associated Press betonen die Behörden, dass die Zahlung der Premium-Gebühr keine Garantie für die Visaerteilung darstellt. Das Programm ist vorerst bis zum 31. Dezember 2026 terminiert; eine Verlängerung oder Ausweitung auf andere Visumkategorien wird von den Ergebnissen der Testphase abhängig gemacht. Aus der Region Asien-Pazifik wird hingegen die japanische Anhebung beobachtet. Die Regierung in Tokio begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, die seit fast fünf Jahrzehnten stagnierenden Gebühren an Inflation und Wechselkurse anzupassen. Außenminister Motegi äußerte die Erwartung, dass dies den Tourismus nicht unmittelbar beeinträchtigen werde, und verwies auf den weiterhin international wettbewerbsfähigen Tarif. So liegen die Kosten einer Visumverlängerung in den USA zwischen 420 und 470 Dollar, in Deutschland zwischen 93 und 98 Euro.
Die zusätzlichen Einnahmen in Japan sollen in die Verwaltung der ausländischen Wohnbevölkerung von 4,13 Millionen Menschen sowie in den Ausbau japanischer Sprachprogramme und die Bekämpfung illegaler Überzieher investiert werden. Bereits beschlossen sind weitere Gebührenerhöhungen für die Änderung des Aufenthaltsstatus und Verlängerungen, die bis März 2027 wirksam werden sollen. Für Geschäftsreisende, Touristen und Studierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeuten die Entwicklungen auf beiden Seiten des Pazifiks höhere Einstiegskosten. So verteuert sich das japanische Einreisevisum für sie auf umgerechnet rund 93 Euro (einfache Einreise) beziehungsweise 187 Euro (Mehrfachvisum). Wer in den USA die beschleunigte Option wählt, muss mit etwa 935 Dollar rechnen.
Beide Vorhaben werden in europäischen Hauptstädten als Teil eines weltweiten Trends zu einer kostendeckenden Migrationsverwaltung interpretiert. Die weitere Ausgestaltung hängt von den Evaluierungen in Washington und Tokio ab. Während das US-Außenministerium die Pilotphase nach sechs Monaten auswerten und über die dauerhafte Einführung entscheiden will, sind in Japan die rechtlichen Grundlagen für die Gebührenreform bereits gelegt; die vollständige Umsetzung der Aufenthaltsgebühren ist bis zum 31. März 2027 vorgesehen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ab dem 1. Juli starten die USA einen optionalen Premium-Service, bei dem B1/B2-Visumantragsteller gegen eine Zusatzgebühr die Wartezeiten erheblich verkürzen können. Das Pilotprojekt wird als lang ersehnte Erleichterung dargestellt, die Millionen Reisenden und Geschäftsleuten zugutekommt.
Japan erhöht erstmals seit 48 Jahren die Visagebühren für Ausländer: Das Einreisevisum verteuert sich ab Juli 2026 um das Fünffache von 3.000 auf 15.000 Yen. Indonesische Medien rechnen die Steigerung in Rupiah um und raten Reisenden, sich auf deutlich höhere Kosten einzustellen.
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