
Vier Festnahmen nach Bombenanschlag auf italienischen Journalisten Ranucci
Die italienischen Behörden haben vier mutmaßliche Täter des Sprengstoffanschlags auf den Investigativjournalisten Sigfrido Ranucci festgenommen; die Suche nach den Auftraggebern dauert an.
In den frühen Morgenstunden des 30. Juni 2026 haben Carabinieri in den Provinzen Neapel und Avellino vier Personen festgenommen, die dringend verdächtig sind, den Bombenanschlag auf den Journalisten Sigfrido Ranucci am 16. Oktober 2025 in Pomezia bei Rom verübt zu haben. Nach Angaben der römischen Staatsanwaltschaft und der Direzione Distrettuale Antimafia handelt es sich um drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 22 und 53 Jahren. Drei von ihnen wurden in Untersuchungshaft genommen, eine Person unter Hausarrest gestellt.
Der Sprengsatz war am Abend des 16. Oktober vor dem Tor von Ranuccis Wohnhaus detoniert und hatte seine beiden geparkten Fahrzeuge zerstört sowie die Umfassungsmauer beschädigt. Der Journalist und seine Familie blieben unverletzt. Die Ermittlungen, die von der Antimafia-Staatsanwaltschaft Rom koordiniert wurden, stützen sich auf Videoaufzeichnungen, die Analyse von Mobilfunkdaten und technisch-wissenschaftliche Untersuchungen. Demnach war der Sprengsatz aus sogenanntem „Steinbruch-Gelatine“ gefertigt, einem veralteten, aber hochexplosiven Material, das auf eine illegale Beschaffungsstruktur hindeutet. Eine auf der Staatsstraße 148 erfasste Mietwagenbewegung sowie die Auswertung von Funkzellen führten die Ermittler zu den Tatverdächtigen.
Die Haftrichterin in Rom, Iole Moricca, bewertet die Indizien als „gravierend, präzise und übereinstimmend“. In der Begründung des Haftbefehls wird ausgeführt, dass die Gruppe auf konkreten Auftrag bislang nicht identifizierter Dritter handelte und dafür mehrere tausend Euro erhielt. Die Auftraggeber hätten den mutmaßlichen Tätern finanzielle Mittel, spezielle SIM-Karten, Rechtsbeistand und Fluchtpläne ins Ausland bereitgestellt. Die Beschuldigten versuchten mehrfach, die Ermittlungen zu behindern, indem sie SIM-Karten zerstörten, nach Abhörgeräten suchten und eine gemeinsame Verteidigungslinie abstimmten. Der Vorwurf der Strafvereitelung durch „mafiose Methoden“ wurde aufrechterhalten, während der ursprünglich von der Staatsanwaltschaft beantragte Tatbestand des Massakers (strage) von der Richterin verneint wurde, da die Täter nach Aktenlage einschüchtern, nicht töten wollten.
Die Ermittlungen deckten zudem Verbindungen der Gruppe zur organisierten Kriminalität auf. Nach Erkenntnissen der Carabinieri unterhielten die Festgenommenen enge Beziehungen zu Salvatore Cava, dem regierenden Kopf des gleichnamigen Camorra-Clans, der als Bezugsperson für den Drogenhandel der Gruppe fungierte. In abgehörten Gesprächen rühmten sich die Beschuldigten der Tat mit Äußerungen wie „Wir machen Geschichte“ und sprachen offen über die Beauftragung durch Dritte. Sigfrido Ranucci, der seit 2021 unter Polizeischutz steht, dankte den Ermittlern und betonte, es müsse nun geklärt werden, ob es „weitere Ebenen“ gebe. Die Suche nach den Hintermännern des Anschlags dauert an.
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Die Festnahme von vier Tatverdächtigen im Anschlag auf Ranucci bestätigt die Schwere der Einschüchterung, doch der Journalist prangert das Versagen der Rai an. Oppositionsparteien fordern, dass der öffentlich-rechtliche Sender die Prozesskosten im Fall Cipriani übernimmt, während der Ermittlungsrichter einen Mordanschlag verneint, aber den mafiösen Hintergrund beibehält.
Die italienischen Behörden haben vier Verdächtige im mafiösen Bombenanschlag auf den Investigativjournalisten Sigfrido Ranucci festgenommen – eine deutliche Mahnung an die Gefahren, denen Reporter ausgesetzt sind, die die organisierte Kriminalität herausfordern. Der unter Polizeischutz stehende Journalist warf dem öffentlich-rechtlichen Sender Rai vor, ihn nicht unterstützt zu haben; die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Hintermänner.
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