
Verfassungsschutz warnt vor Verjüngung der Extremisten – Parallele Trends in Russland und Lateinamerika
Der deutsche Inlandsgeheimdienst meldet einen starken Anstieg rechtsextremer Personen, während auch in Russland, Argentinien und Brasilien die Gewalt unter Jugendlichen zunimmt.
Der Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2025, den das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) am Dienstag in Berlin vorlegte, verzeichnet einen sprunghaften Anstieg des rechtsextremistischen Personenpotenzials auf 58.700 – ein Plus von mehr als 8.000 gegenüber dem Vorjahr. Als zentralen Treiber benennt die Behörde das Wachstum der Partei Alternative für Deutschland (AfD), deren Mitgliederzahl auf über 70.000 gestiegen sei. Rund 28.000 AfD-Mitglieder stuft der Bericht als extremistisch ein, 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete den Rechtsextremismus im Vorwort als „größte Bedrohung“ für die freiheitliche demokratische Grundordnung. Die AfD, die diese Einstufung gerichtlich anficht, weist die Vorwürfe als politisch motiviert zurück.
Besondere Sorge bereitet den Sicherheitsbehörden die zunehmende Radikalisierung junger Menschen über soziale Medien. Laut BfV erreichen rechtsextreme Akteure Minderjährige gezielt über Plattformen wie Instagram und TikTok, aber auch über Messenger-Dienste und Online-Foren. Die Behörde spricht von einer „systematischen“ Arbeit an der Radikalisierung der nächsten Generation. Parallel dazu stieg die Zahl linksextremistischer Gewalttaten um 61 Prozent auf 856 Delikte, wobei auch hier eine Verjüngung und höhere Gewaltbereitschaft festgestellt wird. Dobrindt forderte eine Stärkung der Nachrichtendienste und eine Aufhebung von Beschränkungen für verdeckte Operationen.
Internationale Daten untermauern den Befund einer wachsenden Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen. In Russland verzeichnete das Untersuchungskomitee nach Angaben seines Vorsitzenden Alexander Bastrykin im ersten Quartal 2026 einen Anstieg der Jugendkriminalität um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl extremistisch und terroristisch motivierter Straftaten Minderjähriger habe sich verdoppelt. In Argentinien registrierte die Beobachtungsstelle Ahora sí que nos ven im ersten Halbjahr 2026 mindestens 119 Tötungen aufgrund geschlechtsspezifischer Gewalt, darunter 99 Femizide; 15 Prozent der Opfer hatten zuvor Anzeige erstattet. Brasilien meldete laut Gesundheitsministerium zwischen 2020 und 2025 einen Anstieg der Gewaltmeldungen gegen Kinder und Jugendliche um 125 Prozent auf 165.413 Fälle, wobei sexuelle Gewalt mit 34 Prozent die häufigste Kategorie bildete.
Die Befunde aus Deutschland, Russland und Lateinamerika zeichnen das Bild einer generationenübergreifenden Herausforderung, deren Ursachen je nach Region unterschiedlich verortet werden. Während das BfV die Online-Radikalisierung und die ideologische Homogenisierung innerhalb der AfD hervorhebt, verweist das russische Untersuchungskomitee auf Versäumnisse in der Präventionsarbeit und eine unzureichende Mittelverwendung in der Jugendpolitik. In Argentinien und Brasilien wiederum stehen häusliche Gewalt und strukturelle Defizite im Vordergrund. Das Dossier bleibt in Bewegung: In Deutschland wird die gerichtliche Klärung der Einstufung der AfD erwartet, und die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September gilt als möglicher Testfall für eine erste Regierungsbeteiligung der Partei auf Landesebene.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Russian security services record a rise in youth crime, attributed to social factors and the need for state intervention. The narrative focuses on institutional response and prevention, without emphasizing ideological causes.
The rise of right-wing extremists in Germany is framed as a symptom of social crisis and failure of integration policies. The narrative emphasizes the need for urgent intervention and in-depth analysis of structural causes.
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