
USA halten Entscheidung über massive Militärschläge gegen Iran zurück – Trump sieht Teheran gesprächsbereiter
Während US-Präsident Trump mit seinen Beratern eine Eskalation prüft, signalisieren diplomatische Kanäle eine Wiederbelebung der Gespräche – die Spannungen im Nahen Osten weiten sich derweil auf Saudi-Arabien und die Huthi-Rebellen aus.
Präsident Donald Trump hat nach Beratungen mit seinen engsten sicherheitspolitischen Beratern am Freitag erklärt, noch keine Entscheidung über einen großangelegten Militärschlag gegen Iran getroffen zu haben. Zugleich betonte er, dass die Gespräche mit Teheran fortgesetzt würden und die iranische Führung „von Tag zu Tag ernsthafter“ erscheine – „vielleicht aus offensichtlichem Grund“, so Trump mit Verweis auf die seit fast zwei Wochen andauernden US-Luftangriffe. Die Vereinigten Staaten seien jedoch „jederzeit einsatzbereit“. Aus Washingtoner Regierungskreisen verlautete, die Administration erwäge zwei Optionen: eine Fortsetzung und Intensivierung der Militäroperationen oder einen diplomatischen Ausweg. Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio seien in die Gesprächskanäle eingebunden.
Aus Teheraner Sicht wird der Ton schärfer: Außenminister Abbas Araghchi bekräftigte, Iran werde sich nicht der „Sprache der Gewalt und Drohungen“ beugen. Gleichzeitig intensivierte er die diplomatischen Kontakte – so traf er am Rande der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Kirgisistan mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi zusammen. Wang rief Medienberichten aus Peking zufolge zu einer raschen Wiederaufnahme der Verhandlungen auf und betonte, die Tür zu Gesprächen dürfe nicht wieder geschlossen werden. Moskau und Peking bestritten, Iran mit Waffen oder nachrichtendienstlichen Informationen zu unterstützen; Trump erklärte, er vertraue den Zusicherungen Xi Jinpings und Wladimir Putins.
Regional weitete sich der Konflikt aus. Von Iran unterstützte Huthi-Rebellen im Jemen erklärten eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien und griffen nach eigenen Angaben saudische Tanker im Roten Meer an. Riad reagierte mit Luftschlägen auf Huthi-Stellungen in Hodeida. Aus Sicht Riads und westlicher Sicherheitskreise droht damit eine Gefährdung der globalen Energieversorgung: Der Ölpreis stieg zeitweise über 100 US-Dollar je Barrel, und die Passage durch die Straße von Hormus ist weiterhin stark eingeschränkt. Iranische Einheiten haben US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain und Jordanien angegriffen; die Revolutionsgarden meldeten die Zerstörung einer Überwachungsanlage der Fünften US-Flotte.
Der Krieg, den Trump ursprünglich auf wenige Wochen befristet sah, nähert sich nun dem fünften Monat und lastet laut Umfragen auf den Zustimmungswerten der Republikaner vor den Kongresswahlen im November. Am Dienstag wird der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu Gesprächen im Weißen Haus erwartet. Die Entscheidung über eine militärische Eskalation blieb vorerst aus; aus dem Pentagon hieß es, die Streitkräfte setzten ihre begrenzten Schläge gegen militärische Ziele im Iran fort. Die nächsten diplomatischen Schritte sind ungewiss – Beobachter in europäischen Hauptstädten verweisen auf die Dringlichkeit einer Wiederbelebung des gescheiterten Waffenstillstandsabkommens, um eine weitere Destabilisierung der Golfregion zu verhindern.
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