
Taifun Noul trifft auf Südchina – Hunderttausende auf der Flucht
Mit Windgeschwindigkeiten von über 150 km/h ist Taifun Noul am frühen Sonntag in der Provinz Guangdong an Land gegangen; mehr als 340.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
Taifun Noul ist am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) im Kreis Huidong der Stadt Huizhou in der südchinesischen Provinz Guangdong auf die Küste getroffen. Nach Angaben der chinesischen Wetterbehörden brachte der Sturm Winde von bis zu 173 Kilometern pro Stunde und heftige Regenfälle mit sich. Aus den besonders gefährdeten Küstengebieten wurden vorsorglich mehr als 340.000 Menschen evakuiert, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Auch in der Nachbarprovinz Fujian mussten nach Behördenangaben über 23.000 Einwohner ihre Häuser verlassen.
In Huizhou und weiteren elf Städten Guangdongs – darunter Guangzhou, Dongguan und Shantou – wurden Schulunterricht, Arbeit, Produktion und Handel ganz oder teilweise ausgesetzt. Der Bahnverkehr in der gesamten Provinz kam am Sonntag zum Erliegen. Im benachbarten Hongkong gaben die Behörden die dritthöchste Warnstufe heraus und öffneten 28 Notunterkünfte. Laut Flughafenverwaltung wurden über 150 Flüge gestrichen; die Fluggesellschaft Cathay Pacific sagte alle Verbindungen zwischen 1.15 Uhr und 18.00 Uhr Ortszeit ab. Der Shenzhener Flughafen kündigte tageszeitabhängige Anpassungen an.
Neben Guangdong und Hongkong waren auch die Provinzen Hunan, Jiangxi und Fujian sowie die Insel Taiwan von Starkregen und Sturm betroffen. In Hongkong stürzte am Samstag ein großes Baugerüst an einem Hochhaus ein; Verletzte gab es nach ersten Polizeiangaben nicht. Chinesische Meteorologen warnten vor anhaltenden Regenfällen, Überflutungen und Erdrutschen, da der Taifun tief ins Landesinnere vordringe und über komplexes Gelände ziehe.
Noul ist bereits der dritte Taifun, der China in diesem Monat trifft – nach Bavi, der Anfang Juli die Evakuierung von zwei Millionen Menschen erzwang, und Maysak, der in Guangxi 39 und in Hubei 11 Todesopfer forderte. Wissenschaftler führen die Häufung und Intensität solcher Extremwetterereignisse auf den Klimawandel zurück.
Am Sonntagmittag schwächte sich Noul über dem chinesischen Festland zunehmend ab, doch die Wetterbehörden hielten für viele Regionen die Unwetterwarnungen aufrecht. Die genaue Schadensbilanz ist noch unklar.
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