
Díaz-Canel wirft USA »genozidale Politik« vor – Kubas Revolutionstag im Zeichen der Eskalation
Am 73. Jahrestag des Moncada-Angriffs beschuldigte Kubas Präsident Washington, die Insel ersticken zu wollen; die Absenz Raúl Castros und wachsender Unmut der Bevölkerung prägten den Gedenktag.
Am 73. Jahrestag des Sturms auf die Moncada-Kaserne hat Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel den Vereinigten Staaten vorgeworfen, mit einer »genozidalen Politik« die wirtschaftliche Strangulierung und letztlich die Übernahme des Landes anzustreben. Der traditionelle Festakt in Pinar del Río stand unter dem Vorzeichen einer drastischen Verschärfung des US-Embargos, das Washington seit Januar um eine effektive Ölblockade und zahlreiche weitere Sanktionen ergänzt hat. Díaz-Canel bezeichnete das Embargo als »Kriegswaffe«, die Todesopfer fordere und einen »sozialen Ausbruch« provozieren solle, um Kuba Regierungen aufzuzwingen, die den »imperialen Interessen« der USA dienten.
Aus Washingtoner Sicht hingegen stellt das kommunistische Kuba eine außergewöhnliche Bedrohung für die nationale Sicherheit dar und verletzt systematisch die Rechte seiner Bürger. Das US-Außenministerium warf Havanna zuletzt vor, ein Netzwerk linker Spionage und Einflussnahme gegen die Vereinigten Staaten und Lateinamerika zu unterhalten, und verhängte Sanktionen gegen das medizinische Auslandsmissionsprogramm – eine der wichtigsten Devisenquellen der Insel. Díaz-Canel konterte, die Verfasser solcher Sanktionen seien eine »moderne Version der Verfasser mittelalterlicher Edikte oder der Nazi-Besatzungen«. Zugleich räumte er ein, dass sich Kuba »in einem der schwierigsten Momente seiner Geschichte« befinde, und rief zur Umsetzung von 176 marktwirtschaftlichen Reformen auf, die das Parlament im Juni verabschiedet hatte, ohne das politische System anzutasten.
Die kubanische Führung und mit ihr verbundene Solidaritätsbewegungen in Lateinamerika sprechen von einem »stillen Völkermord«. In Mexiko-Stadt forderten mehrere Organisationen unter dem Motto »Nein zum Krieg gegen Kuba« das Ende der Blockade und die Wiederaufnahme mexikanischer Öllieferungen. Während einer Kundgebung kam es zu Spannungen, als Unbekannte die Fassade der Bezirksverwaltung beschmierten; offizielle Darstellungen zu Festnahmen widersprachen sich. Bemerkenswert war die erstmalige Abwesenheit des 95-jährigen Revolutionsveteranen Raúl Castro bei einem Moncada-Jahrestag seit mindestens drei Jahrzehnten. Er ließ lediglich eine Grußbotschaft verlesen. Beobachter in Havanna werten das als Zeichen eines sich beschleunigenden Generationswechsels, möglicherweise aber auch als Ausdruck gesundheitlicher Probleme in einer Phase, in der seine Rolle als diskreter Verhandlungsführer mit Washington an Bedeutung gewonnen hatte.
Die akute Energiekrise mit landesweiten Stromausfällen von mehr als 30 Stunden selbst in der Hauptstadt hat die Unzufriedenheit der Bevölkerung weiter angefacht. In mehreren Stadtteilen Havannas kam es zu nächtlichen Cacerolazos und vereinzelten Straßenprotesten, die von den Sicherheitskräften unterbunden wurden. Internationale Tourismus- und Finanzunternehmen ziehen sich zunehmend zurück, während die Regierung öffentlich auf die Hilfslieferungen verbündeter Staaten verweist. Eine Entspannung im Verhältnis zu Washington ist derzeit nicht absehbar; vielmehr deuten beide Seiten an, den Konfrontationskurs fortzusetzen. Mit weiteren US-Sanktionen und innenpolitischen Reformen als Antwort ist in den kommenden Wochen zu rechnen, wobei der innere Zusammenhalt des Regimes durch das Nachrücken jüngerer Kader um Díaz-Canel auf die Probe gestellt wird.
| Lateinamerikanische Presse | −0.90 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.40 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.50 | critical |
Cuba denounces the genocidal policies of the United States and calls for international solidarity.
The narrative is built on an equivalence between the US blockade and genocide, using emotional language to mobilize support.
It omits US accusations of Cuba supporting terrorism and internal criticisms of the Cuban regime.
A Democratic congressman denounces the report as paranoid and warns it serves to cover up an aggression.
The critique uses an insider's testimony to dismantle the official narrative, presenting the report as a self-serving construct.
It omits human rights violations in Cuba and its support for authoritarian governments such as Venezuela.
Europe watches with concern the progressive suffocation of Cuba under the US blockade.
The narrative focuses on demographic and economic data to create a sense of inevitable decline, evoking compassion.
It does not consider internal responsibility of the Cuban government for the economic crisis nor the possibility of alternative diplomatic openings.
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