
US-Präsident Trump setzt im Midterm-Wahlkampf auf die Karte des Antikommunismus
Angesichts innerparteilicher Erfolge demokratischer Sozialisten versucht der Präsident, die Demokraten pauschal als Kommunisten zu brandmarken – eine Strategie mit historischen Vorbildern, deren Wirkung umstritten ist.
Mit einer Serie von Auftritten, zuletzt am Unabhängigkeitstag in Washington und am Mount Rushmore, hat Präsident Donald Trump die Warnung vor einer „kommunistischen Bedrohung“ ins Zentrum seiner Wahlkampfrhetorik gerückt. Auslöser sind nach Darstellung des Weißen Hauses die Vorwahlsiege mehrerer Kandidaten des linken Parteiflügels, darunter der neue New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani. Trump bezeichnete die demokratische Linke als „gottlose Kommunisten“, die die amerikanische Lebensweise zerstören wollten, und stufte die Gefahr als größer ein als beide Weltkriege oder die Anschläge vom 11. September. Republikanische Strategen erhöhten laut Berichten die Online-Nutzung der Begriffe „Kommunist“ und „Kommunismus“ binnen eines Jahres um 43 Prozent.
Aus Washingtoner Sicht verfolgt das republikanische Lager damit das Ziel, die Zwischenwahlen von einer Abstimmung über Trumps Amtsführung – geprägt von Inflationssorgen und den Folgen des Iran-Kriegs – in eine Richtungsentscheidung zwischen zwei Ideologien umzudeuten. Politikwissenschaftler der Tufts University in Massachusetts erklären, die Partei versuche, die Opposition als noch extremer darzustellen, um bei Unabhängigen zu punkten. Kommentatoren des konservativen Senders Fox News verweisen auf Umfragen, wonach eine „schweigende Mehrheit“ sozialistische Positionen ablehne. Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, warnte, „Barbaren“ stünden bereits „innerhalb der Tore“.
Innerhalb der Demokratischen Partei hat die Rhetorik eine Debatte über den wachsenden Einfluss der Democratic Socialists of America (DSA) verschärft. Fünfzehn moderate Abgeordnete des Repräsentantenhauses veröffentlichten einen offenen Brief, in dem sie sich ausdrücklich als „Kapitalisten, nicht Sozialisten“ und als „stolz auf Amerika“ bezeichneten. Aus europäischer Perspektive, so Beobachter in Paris und Genf, fürchtet das Parteiestablishment, durch die linken Herausforderer als extremistisch gebrandmarkt zu werden. Gleichzeitig weisen demokratische Strategen den Vorwurf als Ablenkungsmanöver von wirtschaftlichen Alltagssorgen und eigenen Verwundbarkeiten des Präsidenten zurück.
Historiker der Princeton University ordnen die Kampagne in eine lange amerikanische Tradition des „red baiting“ ein, die von der ersten „Roten Angst“ nach dem Ersten Weltkrieg bis zum McCarthyismus der 1950er Jahre reicht – eine Epoche, in der Trumps späterer Mentor Roy Cohn als Chefberater des Senators Joseph McCarthy agierte. Analysten der American University in Washington geben jedoch zu bedenken, dass der Kalte Krieg seit 33 Jahren beendet sei und das Schreckgespenst des Kommunismus bei Wählern unter 50 Jahren kaum noch verfange. Die Wahlen im November werden zeigen, ob die Strategie angesichts konkreter wirtschaftlicher Sorgen verfängt oder als überholtes Manöver verpufft.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | −0.20 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
Trump's McCarthyist revival is a dangerous ploy that exploits real but marginal socialist currents to smear the entire Democratic Party. This historical parallel delegitimizes his rhetoric and warns of its corrosive effect on democratic discourse.
The bloc anchors its critique in a historical parallel with McCarthyism, implying that Trump's red scare is a discredited tactic, while simultaneously acknowledging the factual basis of socialist candidates to demonstrate the rhetorical inflation.
The bloc omits the perspective that Trump's red scare resonates with a significant portion of the American electorate, and does not engage with the conservative narrative of a patriotic silent majority opposing left-wing extremism.
Trump revives the red scare with apocalyptic warnings of a communist menace, framing the midterms as a battle for civilization itself. The reporting conveys the intensity of his rhetoric without endorsing or condemning it.
The bloc reproduces Trump's own apocalyptic language and framing, allowing the reader to experience the rhetoric directly, which creates a sense of urgency without explicit editorializing.
The bloc omits any critical analysis of Trump's strategy, the historical parallel to McCarthyism, and the Democratic internal divisions over socialism, presenting the red scare rhetoric as a straightforward campaign tactic.
Trump's red scare is either a desperate and ineffective tactic or a necessary wake-up call against leftist extremism, depending on which side of the Atlantic media you read. The critical outlets see it as a McCarthyist throwback, while the conservative voice champions the patriotic backlash.
The bloc juxtaposes opposing editorial lines without reconciling them, thereby mirroring the actual political polarization in the US and allowing readers to choose their preferred interpretation.
The bloc omits the European historical critique of McCarthyism and the detailed analysis of Democratic socialist primary victories, focusing instead on domestic political commentary. The conservative piece omits any acknowledgment that Trump's rhetoric might be exaggerated or harmful.
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