
Slowakei setzt Annahme von Schengen-Visumanträgen für russische Touristen aus
Die Visazentren in Russland nehmen bis Ende August nur noch Anträge für Sportreisen entgegen; das Außenministerium in Bratislava spricht von einer veränderten Terminvergabe.
Die slowakischen Visazentren in Russland haben die Annahme von Anträgen auf Schengen-Visa für die Monate Juli und August 2026 mit sofortiger Wirkung auf eine einzige Reisekategorie beschränkt. Wie die Betreibergesellschaften BLS International und VFS Global mitteilten, werden ausschließlich Gesuche mit dem Reisezweck „Sport“ bearbeitet. Bereits gebuchte Termine für andere Kategorien – darunter Tourismus, Geschäftsreisen und Privatbesuche – werden annulliert, die Servicegebühren binnen sieben bis fünfzehn Tagen zurückerstattet. Nationale Visa für längerfristige Aufenthalte zu Studien-, Arbeits- oder Familienzwecken bleiben von der Maßnahme unberührt, unterliegen jedoch verlängerten Bearbeitungszeiten von mehr als 30 Tagen.
Aus dem slowakischen Außenministerium in Bratislava verlautete, es handle sich nicht um einen Ausgabestopp, sondern um eine an die Kapazitäten der Botschaft in Moskau und die sommerlichen Prioritäten angepasste Neuverteilung der verfügbaren Terminkontingente. Die Assoziation der Reiseveranstalter Russlands (ATOR) bewertete die Auswirkungen als gering, da die Slowakei für russische Touristen kein Hauptzielland darstelle. Im Jahr 2025 erteilte das Land lediglich 1.149 Visa an russische Staatsbürger, von denen 46 Prozent mehrfache Einreisen erlaubten. Zum Vergleich: Italien stellte im selben Zeitraum über 161.000, Frankreich mehr als 156.000 und Griechenland rund 59.000 Schengen-Visa für Russen aus.
Die Einschränkung fügt sich in ein seit 2022 schrittweise verengtes Geflecht europäischer Visaregelungen gegenüber Russland ein. Nach der Aussetzung des Visaerleichterungsabkommens durch die EU-Kommission verhängten mehrere Mitgliedstaaten weitreichende Restriktionen. Polen, die baltischen Staaten, Tschechien und Dänemark stellen seither keine touristischen Schengen-Visa mehr für russische Antragsteller aus. Andere Länder wie Italien, Frankreich und Spanien verlängerten die Bearbeitungsfristen auf 45 bis 60 Tage. Gleichzeitig zeigen sich gegenläufige Tendenzen: In Kasan, Samara und Ufa nahmen die ungarischen Visazentren zum 1. Juli den Betrieb wieder auf, nachdem das Generalkonsulat in Kasan die Annahme zuvor ausgesetzt hatte. Branchenkreise bezeichnen die ungarische Vertretung als eine der für russische Antragsteller zugänglichsten.
In Brüssel wird unterdessen über eine weitere Verschärfung beraten. Eine Gruppe von EU-Staaten drängte im Juni auf neue verbindliche und restriktive Visamaßnahmen für russische Staatsangehörige, die zu Urlaubszwecken in den Schengen-Raum einreisen wollen. Die russische Oppositionelle Julia Nawalnaja warnte im September vor pauschalen Einreiseverboten, da diese das Narrativ des Kremls von einem grundsätzlich feindseligen Europa stützen könnten. Die slowakische Sommerpause bei der Terminvergabe ist vorerst bis Ende August befristet; eine Wiederaufnahme der regulären Antragsannahme wird für den Herbst in Aussicht gestellt, ein genaues Datum nannten die Visazentren jedoch nicht.
| Russische & GUS-Presse | −0.20 | neutral |
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| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
Russland nimmt die slowakische Aussetzung als vorübergehend und technisch zur Kenntnis und hebt die Wiedereröffnung Ungarns als Zeichen der Normalität hervor.
Indem die Aussetzung technischen Ursachen zugeschrieben und mit Ungarns Schritt kontrastiert wird, minimiert die Erzählung die politische Wirkung und bewahrt eine Geschichte der Kontinuität.
Europa verzeichnet die slowakische Aussetzung als eine administrative Tatsache mit geringen Auswirkungen, angesichts der geringen Anzahl ausgestellter Visa.
Durch die Nennung der Visastatistiken von 2025 wird das Ausmaß der Entscheidung heruntergespielt und eine politische Lesart vermieden.
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