
US-Minister feiert Irans WM-Aus – Teheran spricht von unwürdigem Gastgeber
Die Äußerungen von Heimatschutzminister Markwayne Mullin über seine Freude am Ausscheiden der iranischen Mannschaft lösen eine scharfe diplomatische Replik aus und vertiefen die Spannungen zwischen Washington und Teheran.
Die Bekundung unverhohlener Genugtuung eines amerikanischen Regierungsmitglieds über das Ausscheiden der iranischen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 hat eine scharfe diplomatische Kontroverse ausgelöst. Markwayne Mullin, der Heimatschutzminister der Vereinigten Staaten, erklärte laut übereinstimmenden Medienberichten, er sei „sehr glücklich“ über die Eliminierung Irans und habe nach der Aufhebung der Visa „vielleicht ein oder zwei Lieder gesungen oder sogar einen Freudentanz aufgeführt“. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi reagierte umgehend mit einer sarkastischen Nachricht auf der Plattform X: „Mission erfüllt, Mr. Mullin. Sie haben der Welt auch bewiesen, dass Sie kein internationales Turnier ausrichten sollten.“
Aus Washingtoner Sicht werden die Äußerungen Mullins mit erheblichen Sicherheitsbedenken begründet. Der Minister gab an, nahezu die Hälfte der von Iran für die Delegation nominierten Personen habe direkte Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) aufgewiesen, die von den USA als terroristische Vereinigung eingestuft werden. Zwei vorgeschlagene Medienvertreter seien mit dem Geheimdienstapparat der Garden verbunden gewesen, ein weiterer sei aufgrund internationaler Haftbefehle an der Einreise nach Kanada gehindert worden. Die amerikanische Seite betont, die Auflagen – darunter die Verlegung des Trainingslagers ins mexikanische Tijuana und die Pflicht zur sofortigen Ausreise nach jedem Spiel – seien in Absprache mit der FIFA festgelegt worden und hätten dem Komfort der Mannschaft gedient. Mullin wies Vorwürfe einer unfairen Behandlung zurück.
Teheraner Regierungsvertreter und die iranische Teamleitung deuten die Vorgänge grundlegend anders. Außenminister Araghchi warf den USA vor, die „Würde und Verantwortung eines Gastgebers“ verspielt zu haben. Die Medienabteilung der Nationalmannschaft erklärte, die Freude des Ministers offenbare „ein Maß an Niedertracht und Engstirnigkeit, das selbst die Anwesenheit einer Fußballmannschaft auf der größten Sportbühne der Welt nicht erträgt“. Iranische Kommentatoren verweisen zudem auf den militärischen Kontext: Während des Turniers gedachten die Spieler mit der Zahl 168 der Opfer eines Luftangriffs auf eine Schule in Minab im Februar 2026, für den nach Recherchen der „New York Times“ die USA die Verantwortung tragen. In Teheraner Medien wird das Verhalten Washingtons als Ausdruck einer tiefsitzenden Feindseligkeit und als Beleg für die mangelnde Eignung als Gastgeber internationaler Großereignisse gewertet.
Die FIFA hat sich zu den jüngsten Äußerungen Mullins bislang nicht geäußert. Der Weltverband war bereits im Vorfeld des Turniers wegen der restriktiven Visapolitik der USA und der hohen Ticketpreise in die Kritik geraten. Präsident Gianni Infantino hatte erklärt, die Organisation könne „nicht alles kontrollieren“. Der Vorfall fügt sich in eine angespannte bilaterale Beziehung, die durch die militärische Eskalation im Frühjahr 2026 und die daraus resultierenden Einreisebeschränkungen für iranische Staatsbürger zusätzlich belastet ist. Konkrete nächste Schritte, etwa eine offizielle Beschwerde Teherans bei der FIFA oder diplomatische Demarchen, sind derzeit nicht bekannt. Die Episode verdeutlicht jedoch, wie tief das Misstrauen zwischen beiden Staaten mittlerweile selbst in den symbolischen Raum des Sports hineinreicht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Freude des US-Ministers über das Ausscheiden Irans offenbart den feindseligen und unsportlichen Charakter Washingtons. Die Visabeschränkungen und logistischen Schikanen gegen die iranische Mannschaft beweisen, dass die USA nicht würdig sind, ein internationales Turnier auszurichten. Die sarkastische Antwort des iranischen Außenministers unterstreicht das diplomatische Versagen und den Ansehensverlust Amerikas.
Die Feier des US-Heimatschutzministers über das Ausscheiden Irans hat die diplomatischen Gräben vertieft. Teherans Verurteilung wurde von EU-Abgeordneten aufgegriffen, die eine Untersuchung des FIFA-‚Friedenspreises‘ für Trump fordern und die Politisierung des Turniers sowie das Verhalten des Gastgeberlandes infrage stellen.
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