
US-Einbürgerungsgebühren sollen um 75 Prozent steigen
Das Heimatschutzministerium schlägt eine deutliche Anhebung der Antragskosten vor und will Gebührenbefreiungen streichen; auch Japan erhöht Visagebühren drastisch.
Das amerikanische Heimatschutzministerium (DHS) hat eine Regelung vorgeschlagen, mit der die Gebühr für den Einbürgerungsantrag (Formular N-400) von derzeit 760 Dollar auf 1.330 Dollar angehoben würde – ein Anstieg um 75 Prozent. Für die elektronische Einreichung ist eine Erhöhung von 710 auf 1.280 Dollar vorgesehen. Gleichzeitig sollen die bisherige Möglichkeit eines ermäßigten Satzes für Geringverdiener sowie der vollständige Gebührenerlass für beide Antragsformulare entfallen. Ausgenommen von der Gebührenpflicht blieben nach dem Entwurf lediglich aktive und ehemalige Angehörige der Streitkräfte.
Aus Sicht des DHS dient die Anpassung der vollständigen Kostendeckung. Die Behörde erklärte, die derzeitigen Gebühren deckten nicht die gesamten Kosten der gründlichen Antragsprüfung, einschließlich der erweiterten Sicherheitsüberprüfungen, die im Einklang mit den präsidialen Erlassen kontinuierlich ausgebaut würden. Das Ministerium führte weiter aus, frühere Regierungen hätten die Gebühren bewusst niedrig gehalten, um die Einbürgerung zu fördern; diese Prioritätensetzung werde nicht länger geteilt. Einwanderungsrechtler und frühere Regierungsbeamte kritisierten den Vorstoß. Ein ehemaliger DHS-Funktionär sagte gegenüber Newsweek, die substanzielle Erhöhung riskiere, die Staatsbürgerschaft für Geringverdiener unerschwinglich zu machen. Der American Immigration Council verwies darauf, dass die Regierung über Generationen hinweg gezielt niedrige Antragsgebühren beibehalten habe, um Inhaber einer Green Card zur Einbürgerung zu ermutigen.
Die vorgeschlagene Regelung betrifft jährlich Hunderttausende legale Daueraufenthaltsberechtigte. Beobachter in Washington weisen darauf hin, dass die Maßnahme Teil einer breiteren Neuausrichtung der Einwanderungspolitik ist, die legale Zuwanderungswege erschwert. Parallel dazu hat das DHS bereits eine vorläufige Regelung in Kraft gesetzt, die für anhängige Asylverfahren eine jährliche Mindestgebühr von 100 Dollar vorsieht und bei Nichtzahlung die Ablehnung des Antrags sowie den Verlust der Arbeitserlaubnis zur Folge haben kann. Die Frist für öffentliche Stellungnahmen zu dieser Asylgebührenregelung endet am 29. Juni.
Auch außerhalb der Vereinigten Staaten zeichnen sich höhere Hürden ab. Die japanische Regierung hat für Juli 2026 eine Anhebung der Visagebühren angekündigt, die für ein einmaliges Touristenvisum eine Verfünffachung von 3.000 auf 15.000 Yen vorsieht. Aus Tokioter Regierungskreisen heißt es, die Erhöhung sei eine Reaktion auf Inflation und Yen-Abwertung und solle die Gebühren an das Niveau anderer Industrieländer angleichen. Branchenkenner in Peking merkten an, dass die Kostensteigerung vor allem chinesische Touristen treffe, die als einzige der fünf größten Besuchergruppen ein Visum benötigten. Die US-Gebührenerhöhung durchläuft nun eine sechzigtägige öffentliche Kommentierungsphase, bevor das DHS eine endgültige Regelung erlassen kann.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die gleichzeitige Gebührenerhöhung für Einbürgerung und Visa in den USA und Japan wird als koordinierter Schlag gegen Migrantengemeinschaften gesehen, der legale Wege unerschwinglich macht und ein Klima der Ausgrenzung verstärkt. Die neuen wirtschaftlichen Hürden treffen lateinamerikanische Arbeiter und Familien überproportional, die bereits mit immer strengeren Verfahren und Dokumentenentzug kämpfen. Angeprangert wird eine Politik, die Mobilität zum Privileg weniger macht.
Der sprunghafte Anstieg der US-Einbürgerungsgebühren und die Verteuerung japanischer Visa bereiten indischen Antragstellern Sorgen, die darin eine zusätzliche finanzielle Hürde sehen. Die 75-prozentige Erhöhung für die Einbürgerung und die Verfünffachung der Visagebühren werden als Signal der Abschottung gedeutet, das die Migrationspläne Tausender Fachkräfte und Studenten verzögern oder zunichtemachen kann. Die südasiatische Gemeinschaft bewertet pragmatisch die Auswirkungen auf ihre kurzfristigen Vorhaben.
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