
UNAM erstattet Strafanzeige wegen Betrugs bei Zulassungsprüfung
Die mexikanische Universität deckte ein Netzwerk auf, das gegen Bezahlung einen garantierten Studienplatz versprach, und schaltete die Justiz ein.
Die Nationale Autonome Universität von Mexiko (UNAM) hat nach eigenen Angaben Strafanzeige wegen mutmaßlicher betrügerischer Praktiken im Rahmen der Zulassungsprüfung für grundständige Studiengänge erstattet. An der zweiten Prüfungsrunde des Auswahlverfahrens 2026 nahmen 158.712 Bewerber teil. Die Universität erklärte, die große Mehrheit habe den Test ohne Zwischenfälle absolviert, jedoch seien Handlungen entdeckt worden, die gegen die Ausschreibungsbedingungen und die Hochschulordnung verstoßen.
Laut einer Mitteilung der Generaldirektion für soziale Kommunikation der UNAM wurden Personen und Unternehmen identifiziert, die Familien getäuscht und betrügerische Dienstleistungen verkauft haben sollen, um das Bestehen der Prüfung zu ermöglichen. Diese Netzwerke hätten mit einem „garantierten Zugang“ geworben. Die Strafanzeige wurde am 3. Juli bei den zuständigen Behörden eingereicht, um die als strafbar eingestuften Verhaltensweisen untersuchen und sanktionieren zu lassen. Die Hochschule betonte, sie werde energisch gegen jegliche Versuche vorgehen, ihre Zulassungsverfahren zu manipulieren oder daraus Profit zu schlagen.
Parallel zu den Ermittlungen wegen Betrugs wächst der Unmut unter den Prüflingen über die digitale Durchführung des Tests. In einer auf der Plattform Change.org gestarteten Petition und in sozialen Netzwerken beklagen Betroffene, dass eine zur Überwachung eingesetzte künstliche Intelligenz Prüfungen aus ihrer Sicht zu Unrecht annulliert habe. Als Auslöser werden Verbindungsabbrüche, Stromausfälle, Straßenlärm oder sogar das Tragen einer Brille genannt, deren Spiegelung das System als unerlaubtes Gerät interpretiert habe. Die Forderung der Protestierenden lautet, ein Examen müsse Wissen bewerten und nicht die Qualität der Internetverbindung oder die häusliche Geräuschkulisse.
Die UNAM hat zu diesen Vorwürfen bislang keine detaillierte Stellungnahme abgegeben, verwies jedoch darauf, dass die Ergebnisse des Auswahlverfahrens planmäßig am 17. Juli veröffentlicht werden. Die eingeleiteten strafrechtlichen Schritte zielen nach Darstellung der Universität darauf ab, weitere Familien und Bewerber vor derartigen Praktiken zu schützen. Die Ermittlungen der mexikanischen Behörden dauern an.
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