
UN-Berichte und israelische NGO dokumentieren gezielte Tötungen von Kindern und Siedlungsausbau
Zwei Untersuchungen der Vereinten Nationen und ein Bericht der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem erheben schwere Vorwürfe gegen Israel wegen der Tötung palästinensischer Minderjähriger und der beschleunigten Siedlungstätigkeit im Westjordanland.
Die unabhängige internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen zum besetzten palästinensischen Gebiet hat in einem neuen Bericht den Tod von mehr als 20.000 palästinensischen Kindern seit Oktober 2023 dokumentiert und kommt zu dem Schluss, dass es hinreichende Gründe für die Annahme gebe, einige Kinder seien von israelischen Streitkräften gezielt getötet worden. Die Kommission, ein ständiges Gremium des UN-Menschenrechtsrats, stützt sich auf forensische Beweise, Zeugenaussagen von Ärzten und militärische Analysen, die auf Schüsse von Scharfschützen oder Drohnen auf Kopf und Oberkörper von Minderjährigen hindeuten. Die israelische Regierung wies den Bericht umgehend zurück; eine Sprecherin der israelischen Streitkräfte erklärte, man ziele nicht absichtlich auf Zivilisten, und verwies auf laufende interne Untersuchungen.
Parallel dazu veröffentlichte die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem eine Untersuchung, wonach allein im Jahr 2025 im Westjordanland 54 palästinensische Kinder und Jugendliche durch israelische Sicherheitskräfte getötet wurden. Seit dem 7. Oktober 2023 belaufe sich die Zahl auf 235 Minderjährige. B’Tselem spricht von einer Politik, die Soldaten faktisch eine „Lizenz zum Töten“ erteile, und weist die Behauptung des israelischen Zentralkommandos zurück, 96 Prozent der Getöteten seien an terroristischen Aktivitäten beteiligt gewesen. Die Organisation betont, in keinem einzigen Fall sei es zu einer Anklage gegen israelische Sicherheitskräfte gekommen. Aus europäischer Sicht äußerten fünf Mitglieder des UN-Sicherheitsrats – Frankreich, das Vereinigte Königreich, Griechenland, Lettland und Dänemark – ihre tiefe Besorgnis über die Lage im Westjordanland und verurteilten die anhaltende Siedlungstätigkeit.
Der UN-Generalsekretär verurteilte in seinem vierteljährlichen Bericht zur Lage im Westjordanland die „unablässige“ und „beschleunigte“ Ausweitung israelischer Siedlungen, die er als völkerrechtswidrig einstuft. Er warnte, insbesondere das Bauvorhaben im Gebiet E1 drohe die territoriale Verbindung zwischen dem nördlichen und südlichen Westjordanland zu kappen und stelle eine „existenzielle Bedrohung“ für die Zweistaatenlösung dar. Die Siedlungsaktivitäten sowie die Gewalt von Siedlern, die häufig in Gegenwart oder mit Unterstützung israelischer Sicherheitskräfte stattfinde, hätten zur größten Vertreibungskrise im Westjordanland seit 1967 geführt. Der stellvertretende UN-Nahostkoordinator Ramiz Alakbarow bekräftigte vor dem Sicherheitsrat, sämtliche Siedlungen entbehrten jeder rechtlichen Grundlage und müssten sofort gestoppt werden.
Die Berichte fügen sich in eine wachsende Zahl internationaler Dokumentationen ein, die nach Einschätzung von Völkerrechtlern die Grundlage für spätere Strafverfolgung bilden könnten. Die UN-Kommission hat ihr Mandat ausdrücklich auf die Beweissicherung für künftige Rechenschaftsmechanismen ausgeweitet. Der Sicherheitsrat befasste sich am Montag mit der Lage; konkrete Beschlüsse wurden nicht gefasst. Die nächste turnusmäßige Unterrichtung des Gremiums durch das UN-Menschenrechtsbüro ist für den kommenden Monat vorgesehen.
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Der UN-Generalsekretär hat die beschleunigte Ausweitung israelischer Siedlungen im Westjordanland scharf verurteilt und als großes Hindernis für den Frieden bezeichnet. Der Quartalsbericht warnt, dass der Ausbau von Außenposten und die Gewalt der Siedler die Besatzung verfestigen und die Möglichkeit eines zusammenhängenden palästinensischen Staates gefährden. Der Fokus liegt auf den politischen und territorialen Auswirkungen, während konkrete Vorfälle mit Kindern weniger betont werden.
Eine UN-Untersuchungskommission hat erschütternde Beweise dafür dokumentiert, dass Israel gezielt palästinensische Kinder in Gaza angegriffen hat, und bezeichnet die Zahl der Todesopfer als beispiellos. Der Bericht leitet keine Strafverfolgung ein, fügt sich aber in eine wachsende Zahl internationaler Rechtsbeweise ein, die erhebliche Konsequenzen haben könnten. Der Fokus liegt auf den rechtlichen und moralischen Implikationen der Kindstode und stellt das Thema als dringendes internationales Anliegen dar.
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