
Ukrainische Drohnen treffen zwei russische Raffinerien – Putin räumt schwierige Phase ein
Die Angriffe auf Energieinfrastruktur in Krasnodar und Jaroslawl verschärfen Treibstoffengpässe in Russland, während der Kreml Sicherheit verspricht.
Ukrainische Drohnen haben in der Nacht zum 28. Juni 2026 zwei Raffinerien tief im russischen Hinterland getroffen. In Slawjansk-na-Kubani (Region Krasnodar) löste herabfallende Trümmer einer abgefangenen Drohne nach Angaben des Gouverneurs Weniamin Kondratjew einen Brand aus; eine Person kam ums Leben, eine weitere wurde verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Treffer und meldete zudem einen Angriff auf eine Raffinerie in der Region Jaroslawl, rund 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Laut russischem Verteidigungsministerium wurden landesweit 213 ukrainische Drohnen abgeschossen.
Die Ukraine ordnet die Schläge in ihre Strategie der „Langstreckensanktionen“ ein, die Russlands Treibstoffversorgung und militärische Logistik einschränken sollen. Selenskyj erklärte über Telegram, jeder Angriff verringere die Ressourcen der „russischen Kriegsmaschinerie“ und sei ein Schritt in Richtung Frieden. Der Kreml wertet die Attacken hingegen als „Terrorakte“. Auf einem Parteitag von „Einiges Russland“ räumte Präsident Wladimir Putin ein, das Land befinde sich in einer „schwierigen Phase“, versprach aber, die Sicherheit Russlands und die Unverletzlichkeit seiner Grenzen zu gewährleisten. Aus Sicht westlicher Regierungsvertreter hat die ukrainische Kampagne die russischen Offensivbemühungen an der Front verlangsamt und den Druck auf Moskau erhöht.
Die Raffinerie Slawjansk-na-Kubani verarbeitet nach Betreiberangaben knapp vier Millionen Tonnen Rohöl jährlich und ist ein zentraler Exportlieferant für Erdölprodukte über die Schwarzmeerhäfen. Der Brand sowie eine Serie früherer Angriffe haben in Dutzenden russischen Regionen gravierende Treibstoffengpässe ausgelöst. Auf der annektierten Halbinsel Krim riefen die Behörden am Freitag den Notstand aus, nachdem Drohnenschläge die Energieversorgung und den Kraftstoffnachschub beeinträchtigt hatten. Russische Behörden ordneten zudem zeitweise Straßensperren und Flughafenschließungen an.
Seit dem Beginn der Invasion im Februar 2022 führt Russland nahezu täglich massive Luftangriffe gegen die ukrainische Zivil- und Energieinfrastruktur. Kiew hat in den vergangenen Monaten seine Fähigkeit zu weitreichenden Drohnenoperationen massiv ausgebaut und zielt auf Öl- und Rüstungsanlagen, um die finanzielle Grundlage des russischen Militärapparats zu untergraben. Beobachter rechnen mit einer Fortsetzung der gegenseitigen Schläge in den kommenden Wochen; diplomatische Initiativen sind derzeit nicht erkennbar. Die parlamentarischen Wahlen in Russland im September verleihen Putins Äußerungen zusätzliches innenpolitisches Gewicht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Putin räumte ein, dass die ukrainischen Drohnenangriffe den russischen Raffinerien und Grenzregionen Probleme bereiten, bestand aber darauf, dass Moskau die Sicherheit gewährleisten werde. Seine Beteuerungen auf einem Parteitag konnten jedoch die zunehmenden Benzinknappheiten und die strategische Verlegenheit für den Kreml nicht verbergen.
Putins Eingeständnis, dass Russland eine 'schwierige Zeit' durchlebt, markiert einen bemerkenswerten Wandel in der Rhetorik, während ukrainische Drohnenangriffe Raffinerien tief im Landesinneren treffen. Während er versprach, die Herausforderungen zu meistern, unterstrich das Eingeständnis selbst die Kosten der Vergeltungskampagne Kiews.
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