
TSMC meldet Rekordumsatz: KI-Boom treibt Halbleiterbranche auf neue Höhen
Der taiwanesische Chipkonzern verzeichnete im Juni einen Umsatzsprung von 68 Prozent und bestätigt damit die ungebrochene Dynamik der KI-Nachfrage – doch Investoren blicken gespannt auf die Investitionspläne.
Der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiter, Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC), hat im Juni mit umgerechnet 13,8 Milliarden US-Dollar den höchsten Monatsumsatz seiner Geschichte erzielt. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies einem Anstieg von 67,9 Prozent. Für das abgelaufene zweite Quartal summiert sich der konsolidierte Umsatz auf 1,27 Billionen Neue Taiwan-Dollar (39,6 Milliarden US-Dollar), ein Plus von 36 Prozent im Jahresvergleich. Die Zahlen übertreffen die bisherigen monatlichen und quartalsweisen Höchststände und untermauern die anhaltend starke Nachfrage nach Hochleistungschips für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz.
Die Dynamik wird vor allem von der rasant wachsenden Rechenzentrumsinfrastruktur getragen. TSMC fertigt die fortschrittlichsten Prozessoren für Unternehmen wie Nvidia und Apple und kontrolliert damit einen Großteil der globalen Produktion von KI-Beschleunigern. Aus taiwanesischer Sicht ist der Halbleitersektor zum zentralen Wachstumstreiber geworden: Das Forschungsinstitut Academia Sinica hob seine Prognose für das taiwanesische Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr auf 10,16 Prozent an – den höchsten Wert seit mehr als einem Jahrzehnt. Erstmals seit 1992 überstiegen die Exporte Taiwans in die Vereinigten Staaten jene nach China, was die geopolitische Verschiebung in den Lieferketten unterstreicht.
Trotz der Rekordzahlen wachsen in den USA und im Nahen Osten die Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der milliardenschweren Investitionen. TSMC selbst hat für 2026 ein Investitionsbudget am oberen Ende der Spanne von 52 bis 56 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Der Großteil fließt in den Ausbau der 2-Nanometer-Fertigung und in fortschrittliche Verpackungstechnologien wie CoWoS, deren Kapazitäten selbst die Chip-Produktion noch stärker limitieren. Während taiwanesische Ökonomen auf stabile Ausbeuteraten und einen Technologievorsprung vor Intel und Samsung verweisen, verweisen Beobachter in Washington und Riad auf die Abhängigkeit der Investitionswelle von kreditfinanzierten Ausgaben großer Cloud-Anbieter, deren Renditepfad ungewiss bleibt.
Die nächste Wegmarke ist die für Donnerstag anberaumte Investorenkonferenz von TSMC. Dort werden das Management um Chairman C.C. Wei detaillierte Quartalszahlen sowie einen Ausblick auf das Gesamtjahr vorlegen. Im Fokus stehen neben der Umsatzentwicklung vor allem die Höhe der Investitionsausgaben, der Fortschritt beim Hochlauf der 2-Nanometer-Produktion und die Entspannung der Verpackungsengpässe. Die Konferenz wird zeigen, ob der Konzern seine Wachstumsprognose von über 30 Prozent für das laufende Jahr bestätigt und wie er die Skepsis gegenüber der langfristigen Investitionsrendite adressiert.
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