
Trump attackiert Nato-Partner vor Ankara-Gipfel: „999 Milliarden Dollar ohne Nutzen“
Wenige Tage vor dem Nato-Gipfel in Ankara beziffert der US-Präsident die kumulierten Verteidigungsausgaben der USA auf 999 Milliarden Dollar und nennt die Beiträge anderer Mitglieder „lächerlich“.
Wenige Tage vor dem Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara hat US-Präsident Donald Trump die Lastenverteilung im Bündnis erneut scharf kritisiert. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social listete er die nach seiner Darstellung kumulierten Verteidigungsausgaben der Jahre 2014 bis 2025 auf: 999 Milliarden Dollar für die Vereinigten Staaten, gefolgt von 90,5 Milliarden für Großbritannien, 66,5 Milliarden für Frankreich, 48,8 Milliarden für Italien und 44,3 Milliarden für Polen. Die Beiträge anderer Staaten, darunter Deutschland, seien „viel niedriger“. Die Vereinigten Staaten gäben „weit mehr Geld für die Nato aus als jedes andere Land, um sie zu schützen, ohne irgendeinen Nutzen daraus zu ziehen“, schrieb Trump und schloss mit dem Wort „Lächerlich!“.
Aus Washingtoner Sicht wird die Forderung nach einer faireren Lastenteilung seit Jahren mit wachsendem Nachdruck erhoben. Die Regierung Trump verweist auf die schiere Höhe der amerikanischen Militärausgaben, die rund 60 Prozent der gesamten Bündnisausgaben ausmachen. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte bereits im Vorfeld des Gipfels klargestellt, dass die amerikanischen Beiträge zum Nato-Haushalt sinken würden, falls die Verbündeten die vereinbarten Ziele nicht erfüllten. Der amerikanische Nato-Botschafter Matthew Whitaker bezeichnete das Treffen als „Maßstab für Fortschritte“ bei den Verteidigungsverpflichtungen. Zugleich wird in Washington betont, dass die europäischen Partner während der jüngsten Militäroperationen gegen den Iran nicht die erwartete Unterstützung geleistet hätten – ein Umstand, der das bilaterale Verhältnis etwa zu Italien belastet, nachdem Rom die Nutzung seiner Stützpunkte für amerikanische Kampfflugzeuge verweigert hatte.
In europäischen Hauptstädten und in der Nato selbst wird die Darstellung Trumps als irreführend zurückgewiesen. Der von Trump genannte Betrag von 999 Milliarden Dollar umfasse die gesamten US-Verteidigungsausgaben, die zu einem erheblichen Teil in den indopazifischen Raum, den Nahen Osten und die nukleare Modernisierung flössen, nicht aber spezifisch in die Nato. Zudem handele es sich um kumulierte Werte über mehr als ein Jahrzehnt. Nach den offiziellen Nato-Zahlen, die den Anteil der Verteidigungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt messen, haben 2025 erstmals alle 32 Mitgliedstaaten das Zwei-Prozent-Ziel erreicht. Deutschland steigerte seine Ausgaben inflationsbereinigt um mehr als 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro und liegt damit an zweiter Stelle hinter den USA. Polen führt die Statistik mit 4,3 Prozent des BIP an, gefolgt von Lettland und Estland. Die europäischen Verbündeten und Kanada erhöhten ihre Verteidigungsausgaben 2025 insgesamt um 19,6 Prozent auf 574 Milliarden Dollar – der stärkste jährliche Anstieg in der Geschichte des Bündnisses.
Die Auseinandersetzung um die Finanzierung fällt in eine Phase grundlegender strategischer Neuorientierung. In Ankara wird nach Angaben von Nato-Generalsekretär Mark Rutte die Ankündigung von „Milliarden Dollar an neuen Verteidigungsaufträgen“ erwartet, von denen auch amerikanische Rüstungsunternehmen profitieren könnten. Gleichzeitig treibt die Unsicherheit über die amerikanische Bündnistreue die Debatte über eine eigenständige europäische Verteidigungsfähigkeit voran. Der scheidende Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, General Christopher Donahue, erklärte, die europäischen Alliierten hätten die durch amerikanische Truppenreduzierungen entstandenen Lücken „innerhalb von Wochen“ geschlossen. Das Pentagon prüft derzeit eine deutliche Verringerung der militärischen Präsenz in Europa, einschließlich des Abzugs einer Flugzeugträgergruppe. Der Gipfel in Ankara gilt daher als richtungsweisend für die künftige Architektur der transatlantischen Sicherheit.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Trump's accusation against NATO allies is further proof of American arrogance. Washington spends billions on weapons while demanding allies do the same, but it is merely a cover for its own hegemony. Iran, a victim of the same policy, exposes Western hypocrisy.
The news is reported as an international fact, without particular emphasis. Trump accuses allies, but the issue is seen as an internal Western dispute. India, not being a NATO member, observes with detachment.
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