
Trump verhängt 50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren – Verhandlungen sollen intensiviert werden
Die USA kündigen Strafzölle auf Importe im Wert von 20 Milliarden Dollar an; Premierminister Carney spricht von Verstößen gegen das Handelsabkommen und kündigt Gespräche an.
US-Präsident Donald Trump hat am Montag drei Proklamationen unterzeichnet, die zusätzliche Zölle von 50 Prozent auf eine breite Palette kanadischer Einfuhren vorsehen. Betroffen sind Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar – etwa fünf Prozent der kanadischen Exporte in die Vereinigten Staaten –, darunter Wein, Eishockeyschläger, Zement, Milchprodukte und Möbel. Die Abgaben sollen am 19. August 2026 in Kraft treten und gelten ausdrücklich auch für Güter, die unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA fallen, dessen Schutzklausel bisher viele kanadische Exporteure vor Zöllen bewahrt hatte. Ausgenommen bleiben Energieträger, Kali, kritische Mineralien sowie bereits mit sektoralen Zöllen belegte Produkte.
Als Rechtsgrundlage dient Section 338 des Tariff Act von 1930, eine nie zuvor angewandte Bestimmung, die dem Präsidenten Strafzölle von bis zu 50 Prozent gegen Länder erlaubt, die den US-Handel diskriminieren. Aus Washingtoner Sicht reagiert das Weiße Haus damit auf drei kanadische Handelspraktiken: das staatliche Milchquotensystem mit Einfuhrabgaben von bis zu 300 Prozent, die von den meisten Provinzen verhängten Boykotte amerikanischer Alkoholika sowie Vergeltungszölle auf US-Automobile. Der Schritt folgt auf ein Urteil des Supreme Court, das Trumps zuvor genutzte Notstandsbefugnisse eingeschränkt hatte, und wird von Beobachtern als Verhandlungshebel in den festgefahrenen Gesprächen über die Zukunft des USMCA gewertet.
In Ottawa erklärte Premierminister Mark Carney nach einem Telefonat mit Trump, beide Seiten hätten vereinbart, die Verhandlungen in den kommenden Wochen zu intensivieren. Zugleich betonte er, Kanada prüfe „alle Optionen“ für Gegenmaßnahmen, sollten die Zölle tatsächlich wirksam werden. Die kanadischen Provinzen zeigen sich gespalten: Ontarios Premier Doug Ford fordert eine dollar-genaue Vergeltung, während Alberta und Saskatchewan sich nicht am Alkoholboykott beteiligen. Ökonomen der Bank of Montreal schätzen, dass die neuen Zölle den effektiven Zollsatz Kanadas um etwa 2,5 Prozentpunkte erhöhen und Branchen wie Chemie, Kunststoffe und Elektronik besonders hart treffen würden. Die kanadische Handelskammer warnt vor Gefahren für rund 100.000 Arbeitsplätze.
Die dreißigtägige Frist bis zum Inkrafttreten lässt Raum für diplomatische Lösungen, doch der Zeitpunkt erhöht den Druck auf Ottawa erheblich. Parallel verhandeln die USA mit Mexiko bereits bilateral über eine Modernisierung des USMCA, ohne kanadische Beteiligung. Rechtsexperten verweisen zudem auf das hohe Prozessrisiko der erstmaligen Anwendung von Section 338. Der weitere Verlauf der intensivierten Gespräche in den nächsten Wochen wird darüber entscheiden, ob die Zölle wie geplant greifen oder doch noch abgewendet werden können.
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Kanada und die USA intensivieren die Verhandlungen, um eine Zolleskalation zu vermeiden, beide Seiten zeigen Gesprächsbereitschaft.
Indem der Block die Vereinbarung zu verhandeln und die Offenheit für Gespräche hervorhebt, stellt er die Zölle als vorübergehendes Verhandlungsinstrument dar, nicht als dauerhaften Konflikt.
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