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Ausgabe von 20:00 CETSamstag, 18. Juli 2026
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Geopolitik & PolitikDonnerstag, 9. Juli 2026

US-Überlegungen zu F-35 für die Türkei lösen Widerstand in Israel und Griechenland aus

Während Washington eine Rückkehr Ankaras ins Kampfjet-Programm prüft, warnen Athen und Jerusalem vor einer Verschiebung des militärischen Gleichgewichts im östlichen Mittelmeer.

Die Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Türkei in das amerikanische F-35-Programm hat innerhalb der NATO scharfe diplomatische Reaktionen ausgelöst. Aus Athen und Jerusalem wird offen vor einer Lieferung der Tarnkappenjets gewarnt, nachdem US-Präsident Donald Trump am Rande des NATO-Gipfels in Ankara signalisiert hatte, die 2019 verhängte Sperre überdenken zu wollen. In einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu am Donnerstag bekräftigte Trump laut israelischen Angaben die Absicht, die Koordination in verschiedenen Konfliktzonen fortzusetzen, und informierte über amerikanische Militäroperationen in der Golfregion. Netanyahu nutzte das Gespräch, um auf die aus seiner Sicht existenzbedrohenden Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan hinzuweisen und die Notwendigkeit von Sicherheitszonen entlang der israelischen Grenzen zu betonen.

Aus israelischer Sicht ist die Türkei unter Erdoğan kein verlässlicher Bündnispartner mehr. In Jerusalem verweist man auf die politische Unterstützung Ankaras für die Hamas, die scharfe Rhetorik gegen den jüdischen Staat seit dem 7. Oktober sowie türkische Ambitionen im östlichen Mittelmeer, die israelische Energieprojekte und die maritime Sicherheitsarchitektur berühren. Netanyahu selbst bezeichnete Erdoğan in einem CNN-Interview als jemanden, der „nicht gerade ein Musterverbündeter der Vereinigten Staaten“ sei und drohe, „mein Land, den einzigen jüdischen Staat, zu zerstören“. Die israelische Führung argumentiert, eine Lieferung der F-35 würde das militärische Gleichgewicht im Nahen Osten zerstören und die qualitative Überlegenheit der israelischen Luftwaffe gefährden, die mit der speziell angepassten Variante F-35I „Adir“ operiert.

In Athen werden die Bedenken mit ähnlicher Dringlichkeit, aber anderer Begründung vorgetragen. Der griechische Verteidigungsminister Nikos Dendias erklärte, fortschrittliche amerikanische Waffen dürften niemals gegen NATO-Partner eingesetzt werden, und forderte für jeden Verkauf eine vertragliche Zusicherung, dass die Jets nicht gegen Bündnismitglieder verwendet werden. Griechische Diplomaten verweisen auf die seit Jahrzehnten bestehende türkische Drohung, eine Ausweitung griechischer Hoheitsgewässer in der Ägäis als Kriegsgrund zu betrachten. Griechenland, das selbst 2028 seine ersten F-35 erhalten soll, hat nach eigenen Angaben das Thema über alle verfügbaren diplomatischen Kanäle in Washington zur Sprache gebracht, erkennt jedoch an, dass die Entscheidung allein bei den Vereinigten Staaten liegt.

Aus Washingtoner Sicht stellt sich die Lage anders dar. Trump sieht in der Türkei eine NATO-Macht mit einer großen Armee und strategischer Bedeutung an der Schnittstelle zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer. Er deutete an, die Beziehungen zu Ankara seien besser als zu manchen anderen Partnern, von denen man mehr Loyalität erwartet habe, und stellte die bisherigen Sanktionen infrage. Rechtlich bleibt der Weg für eine Wiederaufnahme jedoch versperrt, solange die Türkei das russische S-400-Luftabwehrsystem besitzt, dessen paralleler Betrieb mit der F-35 aus amerikanischer Sicht sensible Technologie gefährden würde. Ankara müsste zunächst nachweisen, dass es das System nicht mehr einsetzt, und selbst dann wären Änderungen am US-Gesetz, insbesondere am National Defense Authorization Act, erforderlich. Eine Entscheidung ist nicht gefallen; das Dossier bleibt Gegenstand intensiver Konsultationen zwischen der Exekutive und dem Kongress sowie zwischen den betroffenen Bündnispartnern.

Divergenz — wer erzählt sie wie
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3 Blöcke · Positionen von 0.00 bis 0.00
KritischWohlwollend
ISRRUSIRN
Abweichung zwischen Presseblöcken
Israelische Presse0.00neutral
Russische & GUS-Presse0.00neutral
Iranische & verwandte Presse0.00neutral
Israelische Presse0.00
Stimme

Israel koordiniert mit den USA die Operationen im Golf und warnt vor dem türkischen F-35-Abkommen und den Drohungen Erdogans.

Mechanismusnormalizzazione

Indem der Anruf als routinemäßige strategische Koordination dargestellt wird, normalisiert die Erzählung die US-Angriffe auf den Iran, während sie die türkische Bedrohung als Hauptanliegen hervorhebt.

PragmatismusDistanz
Russische & GUS-Presse0.00
Stimme

Russland berichtet über die US-Operationen gegen den Iran als Kern des Gesprächs und stellt die türkische F-35-Frage in den Hintergrund.

Mechanismusselettività

Durch das Weglassen des F-35-Abkommens und die Konzentration auf die militärischen Angriffe betont die Erzählung die anti-iranische Dimension und spielt die Spannungen zwischen der Türkei und Israel herunter.

Auslassung

Der russische Bericht lässt Netanyahus spezifische Warnung vor dem F-35-Abkommen mit der Türkei aus, die ein separates Sicherheitsproblem über den Iran hinaus hervorgehoben hätte.

DistanzPragmatismus
Iranische & verwandte Presse0.00
Stimme

Der Iran reduziert das Gespräch auf eine generische Koordination und lässt die US-Angriffe und türkischen Drohungen aus.

Mechanismusomissione strategica

Durch das Weglassen der kontroversen Themen vermeidet die Erzählung eine Legitimierung der US-Aktionen gegen den Iran und spielt den Konflikt zwischen Israel und der Türkei herunter.

Auslassung

Der iranische Bericht lässt jeden Hinweis auf US-Militärschläge im Golf oder auf Netanyahus Warnung bezüglich der Türkei aus, was die anti-iranischen und anti-türkischen Dimensionen des Anrufs hervorgehoben hätte.

SkepsisDistanz

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Donnerstag, 9. Juli 2026

US-Überlegungen zu F-35 für die Türkei lösen Widerstand in Israel und Griechenland aus

Während Washington eine Rückkehr Ankaras ins Kampfjet-Programm prüft, warnen Athen und Jerusalem vor einer Verschiebung des militärischen Gleichgewichts im östlichen Mittelmeer.

Die Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Türkei in das amerikanische F-35-Programm hat innerhalb der NATO scharfe diplomatische Reaktionen ausgelöst. Aus Athen und Jerusalem wird offen vor einer Lieferung der Tarnkappenjets gewarnt, nachdem US-Präsident Donald Trump am Rande des NATO-Gipfels in Ankara signalisiert hatte, die 2019 verhängte Sperre überdenken zu wollen. In einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu am Donnerstag bekräftigte Trump laut israelischen Angaben die Absicht, die Koordination in verschiedenen Konfliktzonen fortzusetzen, und informierte über amerikanische Militäroperationen in der Golfregion. Netanyahu nutzte das Gespräch, um auf die aus seiner Sicht existenzbedrohenden Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan hinzuweisen und die Notwendigkeit von Sicherheitszonen entlang der israelischen Grenzen zu betonen.

Aus israelischer Sicht ist die Türkei unter Erdoğan kein verlässlicher Bündnispartner mehr. In Jerusalem verweist man auf die politische Unterstützung Ankaras für die Hamas, die scharfe Rhetorik gegen den jüdischen Staat seit dem 7. Oktober sowie türkische Ambitionen im östlichen Mittelmeer, die israelische Energieprojekte und die maritime Sicherheitsarchitektur berühren. Netanyahu selbst bezeichnete Erdoğan in einem CNN-Interview als jemanden, der „nicht gerade ein Musterverbündeter der Vereinigten Staaten“ sei und drohe, „mein Land, den einzigen jüdischen Staat, zu zerstören“. Die israelische Führung argumentiert, eine Lieferung der F-35 würde das militärische Gleichgewicht im Nahen Osten zerstören und die qualitative Überlegenheit der israelischen Luftwaffe gefährden, die mit der speziell angepassten Variante F-35I „Adir“ operiert.

In Athen werden die Bedenken mit ähnlicher Dringlichkeit, aber anderer Begründung vorgetragen. Der griechische Verteidigungsminister Nikos Dendias erklärte, fortschrittliche amerikanische Waffen dürften niemals gegen NATO-Partner eingesetzt werden, und forderte für jeden Verkauf eine vertragliche Zusicherung, dass die Jets nicht gegen Bündnismitglieder verwendet werden. Griechische Diplomaten verweisen auf die seit Jahrzehnten bestehende türkische Drohung, eine Ausweitung griechischer Hoheitsgewässer in der Ägäis als Kriegsgrund zu betrachten. Griechenland, das selbst 2028 seine ersten F-35 erhalten soll, hat nach eigenen Angaben das Thema über alle verfügbaren diplomatischen Kanäle in Washington zur Sprache gebracht, erkennt jedoch an, dass die Entscheidung allein bei den Vereinigten Staaten liegt.

Aus Washingtoner Sicht stellt sich die Lage anders dar. Trump sieht in der Türkei eine NATO-Macht mit einer großen Armee und strategischer Bedeutung an der Schnittstelle zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer. Er deutete an, die Beziehungen zu Ankara seien besser als zu manchen anderen Partnern, von denen man mehr Loyalität erwartet habe, und stellte die bisherigen Sanktionen infrage. Rechtlich bleibt der Weg für eine Wiederaufnahme jedoch versperrt, solange die Türkei das russische S-400-Luftabwehrsystem besitzt, dessen paralleler Betrieb mit der F-35 aus amerikanischer Sicht sensible Technologie gefährden würde. Ankara müsste zunächst nachweisen, dass es das System nicht mehr einsetzt, und selbst dann wären Änderungen am US-Gesetz, insbesondere am National Defense Authorization Act, erforderlich. Eine Entscheidung ist nicht gefallen; das Dossier bleibt Gegenstand intensiver Konsultationen zwischen der Exekutive und dem Kongress sowie zwischen den betroffenen Bündnispartnern.

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Der russische Bericht lässt Netanyahus spezifische Warnung vor dem F-35-Abkommen mit der Türkei aus, die ein separates Sicherheitsproblem über den Iran hinaus hervorgehoben hätte.

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