
Trump nutzt erstmals katarisches Präsidentenflugzeug – ethische Debatte hält an
Die Annahme des 400-Millionen-Dollar-Jets stößt parteiübergreifend auf ethische und sicherheitspolitische Bedenken; Trump spricht von einer großzügigen Geste Katars.
US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch erstmals das von Katar geschenkte und umfassend umgerüstete Flugzeug als Air Force One genutzt. Die Boeing 747-8, deren Wert auf rund 400 Millionen Dollar geschätzt wird, brachte Trump von der Joint Base Andrews nach Medora in North Dakota, wo er die Theodore-Roosevelt-Präsidentenbibliothek eröffnete. Die Maschine war zuvor in Texas mit modernster Kommunikations- und Sicherheitstechnik ausgestattet worden; die Kosten dafür trug nach Angaben des Pentagons der amerikanische Steuerzahler. Das Flugzeug dient als Übergangslösung, bis Boeing voraussichtlich 2028 zwei neu gebaute Präsidentenjets ausliefert.
Trump wies Kritik an der Annahme des Geschenks zurück. Vor Journalisten erklärte er, die Umrüstung habe „sehr wenig im Vergleich zu dem gekostet, was es gekostet hätte, wenn wir es auf andere Weise gemacht hätten“. Die Vereinigten Staaten hätten ein solches Flugzeug nicht selbst bauen können, weil sie nicht bereit gewesen wären, die nötigen Mittel aufzuwenden. Der Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, habe sich als „sehr großzügig“ erwiesen. Aus dem Kongress kommt dagegen parteiübergreifende Kritik: Sowohl Demokraten als auch Republikaner äußern ethische Bedenken und verweisen auf die ungewöhnliche Annahme eines derart wertvollen Geschenks einer ausländischen Macht. Sicherheitsexperten in Washington warnen zudem vor möglichen Risiken durch verdeckte Überwachungstechnik. Die US-Luftwaffe erklärte, die Maschine erfülle alle präsidialen Standards.
Die Reise ist Teil der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit, die Trump nutzt, um seine Führungsrolle vor den Kongresswahlen im November zu betonen. Die Eröffnung der Roosevelt-Bibliothek, die an den Naturschutz und die außenpolitische Expansion unter Theodore Roosevelt erinnert, fügt sich in eine Woche patriotischer Veranstaltungen, zu denen auch ein Besuch am Mount Rushmore und eine Rede zum Unabhängigkeitstag in Washington gehören. Nach Darstellung von Innenminister Doug Burgum teile Trump Roosevelts Überzeugung, dass die größte Zeit der Nation noch bevorstehe.
Nach dem Ende von Trumps Amtszeit soll das Flugzeug in den Besitz der Donald J. Trump Presidential Library Foundation übergehen, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber ABC News erklärten. Dies nährt in Washington den Vorwurf, der Präsident ziehe persönlichen Nutzen aus einer staatlichen Geste. Die Debatte über die Rechtmäßigkeit und die sicherheitspolitischen Implikationen des Geschenks dürfte den Kongress weiter beschäftigen; konkrete Untersuchungen wurden bislang nicht eingeleitet. Trump plant, die Maschine in den kommenden Tagen für weitere Reisen einzusetzen, darunter den Flug nach South Dakota und die Feierlichkeiten in der Hauptstadt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die 'Patriotismus-Tour' des Präsidenten startete in einem von Katar geschenkten Luxusjet und warf neue ethische Fragen auf. Die Ironie, amerikanische Größe an Bord eines von einem ausländischen Staat gespendeten Flugzeugs zu feiern, blieb Kritikern nicht verborgen, die die Angemessenheit der Annahme eines derart opulenten Geschenks infrage stellten. Die Reise zu Ehren Theodore Roosevelts wurde zum Symbol für die verschwimmenden Grenzen zwischen persönlicher Bereicherung und öffentlichem Dienst.
Der amerikanische Präsident nutzte schließlich das skandalöse Geschenk Katars, eine 400-Millionen-Dollar-Boeing, und lobte die Großzügigkeit des Emirats. Russische Beobachter bemerkten die Ironie, dass eine Supermacht sich kein eigenes Präsidentenflugzeug leisten kann und auf eine kleine Golfmonarchie angewiesen ist. Die Episode wurde als weiteres Zeichen für Washingtons schwindendes Ansehen und die Abhängigkeit von ausländischen Gönnern dargestellt.
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