
Indirekte Gespräche in Doha: Vance nennt iranische Dementis „persische Taktik“
Während Washington auf laufende technische Verhandlungen verweist, bestreitet Teheran direkte Friedensgespräche – ein von Pakistan vermitteltes Memorandum soll die Umsetzung regeln.
In der katarischen Hauptstadt Doha haben indirekte Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Iran über die Umsetzung eines bestehenden Memorandums of Understanding (MoU) begonnen. Aus Washingtoner Sicht handelt es sich um technische Verhandlungen, die auf vorangegangenen Vereinbarungen aufbauen. Der amerikanische Vizepräsident J.D. Vance bezeichnete die öffentlichen Dementis Teherans, wonach keine direkten Friedensgespräche stattfänden, in mehreren Interviews als bewusste „persische Verhandlungstaktik“. Vance betonte, die Vereinigten Staaten hielten unabhängig vom Ausgang der Gespräche eine starke Position und hätten ihr Kernziel – Iran dauerhaft an der Entwicklung einer Nuklearwaffe zu hindern – bereits erreicht.
In Teheran hingegen wird die Agenda in Doha anders dargestellt. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte, die Aktivitäten der iranischen Delegation beträfen ausschließlich die Implementierung von Klauseln des MoU, insbesondere die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, und seien eine Angelegenheit mit der katarischen Seite. Direkte Verhandlungen mit Washington seien nicht vorgesehen. Diese widersprüchlichen Darstellungen illustrieren aus Sicht regionaler Beobachter die fragile Grundlage, auf der die Gespräche geführt werden.
Das von Pakistan vermittelte und am 18. Juni elektronisch von Präsident Masoud Pezeshkian und Präsident Donald Trump unterzeichnete MoU bildet den Rahmen für eine Beendigung der seit Ende Februar eskalierten Feindseligkeiten. Es umfasst neben der Aufhebung von Sanktionen und der Regelung des iranischen Nuklearprogramms auch die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormuz sowie eine umfassendere regionale Sicherheitsarchitektur. Aus amerikanischer Perspektive betonte Vance, dass erfolgreiche Verhandlungen Iran „dauerhaft transformieren“ und dem Land den Weg zurück in die Weltwirtschaft ebnen könnten, sofern es auf nukleare Ambitionen und die Unterstützung regionaler Stellvertreter verzichte.
Für den Fall eines Scheiterns der Diplomatie verwies Vance auf verbleibende militärische Optionen. Er behauptete, das iranische Atomprogramm und die konventionellen Streitkräfte seien bereits „zerstört“, und Präsident Trump habe klargemacht, dass Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormuz eine militärische Antwort der USA provozieren würden. Die Gesandten des Weißen Hauses, Steve Witkoff und Jared Kushner, trafen unterdessen in Doha mit dem katarischen Premierminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani und weiteren Vermittlern zusammen, um den Dialog über die Umsetzung des Abkommens fortzusetzen. Ein direktes hochrangiges Treffen zwischen Washington und Teheran ist nach Angaben des katarischen Außenministeriums in den kommenden Tagen nicht geplant.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Vance exposes Iran's Persian tactic: refusing direct talks is an old trick to buy time while still negotiating indirectly. American firmness is needed to avoid falling into the trap.
Vance's statement is another sign of tension between Washington and Tehran, but calling it a 'Persian tactic' seems more rhetorical escalation than diplomatic analysis. Indirect talks in Doha continue, and Europe watches with caution.
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