
Trump erwartet nach Gesprächen mit Putin und Selenskyj baldige Lösung des Ukraine-Kriegs
Beim NATO-Gipfel in Ankara äußerte der US-Präsident Optimismus, beide Seiten wollten ein Abkommen; Selenskyj drängt auf Luftabwehrsysteme.
Am Rande des NATO-Gipfeltreffens in Ankara hat der amerikanische Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert und eine baldige Beilegung des Krieges in Aussicht gestellt. Trump erklärte am Dienstag, beide Seiten wollten „zu einem Abschluss kommen“, und fügte hinzu: „Ich denke, wir werden das regeln, hoffentlich bald.“ Das Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bildete den Rahmen für die Äußerungen, die in Washington als Signal einer intensivierten Vermittlungsbemühung gewertet werden.
Aus Washingtoner Sicht wird der Konflikt vor allem als europäische Herausforderung beschrieben. Trump betonte, der Krieg betreffe die Vereinigten Staaten nicht unmittelbar – „wir haben einen Ozean dazwischen“ –, und verwies auf die hohen Verluste. Er habe Bilder der Schlachtfelder gesehen, die eine „Karnickel“ zeigten, die beendet werden müsse. Nach Darstellung der ukrainischen Regierung steht bei dem für Mittwoch erwarteten bilateralen Gespräch mit Trump die dringende Forderung nach modernen Luftabwehrsystemen im Mittelpunkt, um die ballistischen Angriffe Russlands abzuwehren. Aus Moskau liegt zu den Gesprächsinhalten keine offizielle Bestätigung vor; Trump selbst charakterisierte das Telefonat mit Putin als „sehr gut“ und lang.
Die Gipfeldiplomatie vollzieht sich vor dem Hintergrund einer erheblichen militärischen Eskalation. Ukrainische Streitkräfte haben in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf den russischen Energiesektor ausgeweitet, während Moskau massive Luftschläge gegen ukrainische Städte führt – allein im Juli starben in Kiew 50 Menschen. Nach amerikanischen Schätzungen belaufen sich die Gesamtopfer des Krieges auf 1,2 Millionen Tote und Verwundete. Die NATO-Staaten beraten in Ankara über weitere Unterstützungsleistungen, wobei die Türkei als Gastgeber eine vermittelnde Rolle für sich reklamiert.
Der Krieg dauert seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 an. Russland hält etwa ein Fünftel des ukrainischen Territoriums besetzt und hat vier Regionen annektiert. Trump drängt seit längerem auf eine Verhandlungslösung, ohne bislang einen konkreten Plan vorzulegen. Das Dossier bleibt offen; die nächste greifbare Etappe ist das für Mittwoch angesetzte Treffen zwischen Trump und Selenskyj, bei dem aus Kiewer Sicht die Lieferung von Flugabwehrsystemen im Vordergrund stehen wird.
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Präsident Trump glaubt, dass der Krieg bald enden wird und dass die USA nicht betroffen sind.
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