
Tödliche Tesla-Unfälle in Texas und Nevada – Justiz und Behörden prüfen Fahrerassistenzsysteme
Zwei schwere Kollisionen mit Tesla-Fahrzeugen innerhalb weniger Wochen werfen Fragen nach der Verantwortung von Fahrern und Herstellern auf, während in Queensland eine Gesetzeslücke bei Drogenfahrten geschlossen wird.
In Katy, Texas, ist ein 76-jährige Frau ums Leben gekommen, als ein Tesla Model 3 in ihr Haus raste. Der 44-jährige Fahrer, Michael David Butler, wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, wie das Harris County Sheriff’s Office mitteilte. Nach Angaben der Ermittler hatte Butler unmittelbar vor dem Aufprall das Fahrerassistenzsystem „Full Self-Driving“ aktiviert, dann jedoch das Gaspedal vollständig durchgedrückt und eine Geschwindigkeit von 117 Kilometern pro Stunde erreicht – mehr als das Doppelte des Tempolimits in der Wohngegend. Tesla-Manager widersprachen der ursprünglichen Darstellung, das System sei zum Unfallzeitpunkt aktiv gewesen, und verwiesen auf Daten, die ein manuelles Übersteuern belegen sollen. Die National Highway Traffic Safety Administration leitete eine Untersuchung ein.
Nur wenige Tage zuvor ereignete sich in Dayton, Nevada, der erste bekannte tödliche Unfall mit einem Tesla Semi. Der elektrische Sattelschlepper kollidierte mit zwei weiteren Fahrzeugen; zwei Menschen starben. Das Büro des Sheriffs von Lyon County erklärte, erste Aussagen deuteten darauf hin, dass der Lastwagenfahrer am Steuer eingeschlafen sein könnte. Die genaue Unfallursache wird von der Nevada State Police Highway Patrol untersucht. Tesla wirbt auf seiner Website mit aktiven Sicherheitsfunktionen des Semi, ein automatisches Notbremssystem ist für Fahrzeuge über 10.000 Pfund in den USA derzeit jedoch nicht vorgeschrieben.
Parallel zu den Unfällen in den Vereinigten Staaten rückt der Umgang mit berauschten Fahrern auch andernorts in den Fokus. In Queensland, Australien, kündigte Generalstaatsanwältin Deb Frecklington zwei Gesetzesvorlagen an, die eine Lücke im Drogenfahrrecht schließen sollen. Hintergrund ist der Fall einer Frau, die 2022 unter Methamphetamin-Einfluss einen tödlichen Verkehrsunfall verursachte, jedoch vom Vorwurf der Drogenbeeinträchtigung freigesprochen wurde, weil ihr die Substanz nicht unmittelbar nachgewiesen werden konnte. Künftig soll allein das Vorhandensein von Meth im Blut als erschwerender Umstand gelten. Verkehrsminister Brent Mickelberg verwies darauf, dass Drogenfahrten in Queensland inzwischen mehr Todesopfer fordern als Alkoholfahrten.
In Florida genehmigte ein Richter unterdessen die Herausgabe von Krankenhausunterlagen des Golfprofis Tiger Woods an die Staatsanwaltschaft. Woods war im März nach einem Verkehrsunfall auf Jupiter Island wegen des Verdachts auf Fahren unter Einfluss berauschender Mittel festgenommen worden. Ein Atemalkoholtest ergab keinen Befund, einen Urintest verweigerte er. Die Ermittler fanden zwei verschreibungspflichtige Schmerzmittel in seiner Tasche. Die Akten aus dem Cleveland Clinic Martin South Hospital sowie aus einer Apotheke in Palm Beach sollen nun von den Strafverfolgungsbehörden gesichtet werden, unterliegen jedoch einer Schutzanordnung, die den Kreis der Einsichtnehmenden eng begrenzt.
In den meisten US-Bundesstaaten führt die Verweigerung eines Atemalkoholtests gemäß den sogenannten „Implied Consent“-Gesetzen automatisch zum Führerscheinentzug, unabhängig vom Ausgang eines Strafverfahrens. Die Regelung gilt unverändert fort und kann selbst bei erstmaliger Weigerung eine Sperre von bis zu zwölf Monaten nach sich ziehen. Die texanischen und nevadischen Unfallermittlungen dauern an; belastbare Aussagen zu einem technischen oder menschlichen Versagen stehen in beiden Fällen noch aus.
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