
Tech-Giganten im Stresstest: Apple als sicherer Hafen, Oracle und SpaceX unter Druck
Während Anleger vor hohen KI-Investitionen zurückschrecken, trennt sich der Markt in vermeintlich immune und verwundbare Werte – mit drastischen Folgen für Vermögen und Bewertungen.
Die Aktienmärkte sortieren die großen Technologiekonzerne derzeit neu nach einem einfachen Kriterium: Wer gibt wie viel für Künstliche Intelligenz aus, und wie sicher ist die Rendite? Während Apple seit Ende Juni fast 600 Milliarden Dollar an Börsenwert hinzugewann, stürzte Oracle um nahezu die Hälfte ab, und die SpaceX-Aktie notiert einen Monat nach dem Rekord-Börsengang rund 35 Prozent unter ihrem Höchststand. Auslöser ist eine wachsende Skepsis gegenüber den massiven Investitionsprogrammen in KI-Infrastruktur, die vor allem Cloud-Anbieter und Chip-Hersteller belastet.
Apple profitiert in dieser Gemengelage von seiner Zurückhaltung. Das Unternehmen beteiligt sich nicht am Wettlauf um neue Rechenzentren, was der Markt – so berichtet Forbes Russia unter Berufung auf Handelsdaten – nicht als Nachteil, sondern als Schutz vor den Risiken des KI-Sektors bewertet. Der iPhone-Hersteller gilt als stabiler Emittent, dessen Kundschaft Preiserhöhungen weniger empfindlich gegenübersteht. Zusätzlich befeuern Erwartungen an ein faltbares iPhone im September die Nachfrage; Analysten von JPMorgan verweisen auf die Preissetzungsmacht des Konzerns.
Das Gegenteil erlebt Oracle. Der Datenbankspezialist plant im laufenden Geschäftsjahr Ausgaben von bis zu 95 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur. S&P Global stufte die Kreditwürdigkeit herab, und Melius Research äußerte Zweifel, ob die Pläne durchzuhalten seien, sollten Großkunden wie OpenAI oder Anthropic noch mehr Rechenkapazität verlangen. Das Vermögen von Oracle-Gründer Larry Ellison schrumpfte seit Juni um fast 125 Milliarden Dollar; er fiel in der Rangliste der Milliardäre von Platz zwei auf Platz acht zurück.
SpaceX wiederum zeigt, wie stark die Bewertung eines Unternehmens an die Person des Gründers gekoppelt sein kann. Nach dem Börsengang im Juni schoss die Aktie auf 225 Dollar, getrieben von der Aussicht auf KI-Geschäfte und der Strahlkraft Elon Musks. Brasilianische Kleinanleger, die in den ersten Tagen einstiegen, sitzen nun auf Verlusten; ein Analyst der CFRA sprach von „Meme-Aktien“-Tendenzen. Dabei ist das Kerngeschäft Raketenbau und Satelliteninternet, während die KI-Sparte im ersten Quartal bei 8,2 Millionen Dollar Umsatz 25 Millionen Dollar Verlust einfuhr. Aus Pekinger Sicht wird der Vergleich mit Amazon bemüht: Dessen Cloud-Sparte AWS erwirtschaftete zuletzt 37,6 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, während SpaceX noch beweisen muss, dass sein Geschäftsmodell über die Starlink-Sparte hinaus profitabel werden kann.
Die nächsten Wegmarken sind gesetzt: Apple dürfte im September das faltbare iPhone vorstellen, Oracle muss im Laufe des Geschäftsjahres seine Ausgabenpläne konkretisieren, und SpaceX steht vor der Aufgabe, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, die laut FactSet-Daten im Schnitt ein Kursziel von 236 Dollar sehen – fast 70 Prozent über dem aktuellen Niveau.
| Chinesische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | +0.30 | aligned |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.60 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Der chinesische Markt deutet die Geschichte als einen Zusammenstoß zweier Technologieimperien, bei dem Amazons Größe und Rentabilität die Ambitionen von SpaceX zerschlagen.
Durch den direkten Vergleich von SpaceX und Amazon anhand von Umsatz- und Gewinnkennzahlen wird eine implizite Hierarchie geschaffen, die die Abwertung von SpaceX normalisiert.
Der chinesische Block lässt den Erfolg von Apple und den Absturz von Oracle aus und konzentriert sich ausschließlich auf den Wettbewerb zwischen Musk und Bezos.
Russland feiert Apple als den sicheren Hafen der KI, während es die Abenteuer von SpaceX skeptisch betrachtet.
Durch die Umkehrung der gängigen Perspektive wird Apples fehlende KI-Ausgaben als Tugend dargestellt, nicht als Makel.
Der russische Block lässt den Absturz von Oracle und den Wettbewerb zwischen Amazon und SpaceX aus und konzentriert sich nur auf Apple und SpaceX.
Der Atlantik schlägt Alarm: Das KI-Rennen vernichtet Werte, und Milliardäre zahlen den Preis.
Indem Verluste bei den Milliardären Ellison und Musk personifiziert werden, wird ein Marktphänomen in eine Geschichte des persönlichen Niedergangs verwandelt.
Der atlantische Block lässt den Anstieg von Apple und die langfristige Perspektive des Wettbewerbs zwischen SpaceX und Amazon aus.
Lateinamerika beobachtet die Volatilität von SpaceX mit Distanz, ohne Partei zu ergreifen.
Durch die Schilderung der gegensätzlichen Emotionen der Anleger wird ein klares Urteil vermieden und die Möglichkeit einer Erholung offen gelassen.
Der lateinamerikanische Block lässt Apple und Oracle aus und konzentriert sich ausschließlich auf die kurzfristige Stimmung gegenüber SpaceX.
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