
Ukraine darf chinesische Drohnenteile mit EU-Geldern kaufen – Ausnahme offenbart Produktionslücken
Die Europäische Union gestattet Kiew, einen Teil des Verteidigungskredits für den Kauf chinesischer Komponenten zu verwenden, was die Abhängigkeit von Peking und Lücken in der europäischen Rüstungsproduktion verdeutlicht.
Die Europäische Union hat der Ukraine gestattet, einen Teil des ersten Tranches eines Verteidigungskredits in Höhe von 5,9 Milliarden Euro für den Erwerb chinesischer Komponenten für unbemannte Luftfahrzeuge zu verwenden. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf zwei mit der Entscheidung vertraute Personen. Die Ausnahmegenehmigung betrifft die erste Auszahlung aus einem breiter angelegten Kreditrahmen, der insgesamt 60 Milliarden Euro für Rüstungsbeschaffungen vorsieht.
Aus Brüsseler Sicht ist der Schritt eine Reaktion auf die begrenzten Produktionskapazitäten der europäischen Rüstungsindustrie. Die Kreditbedingungen schreiben eigentlich vor, dass finanzierte Güter überwiegend aus dem EU-Binnenmarkt, der Ukraine oder zugelassenen Partnerstaaten wie Kanada und – seit Kurzem – dem Vereinigten Königreich stammen müssen. Der Anteil von Komponenten aus nicht genehmigten Ländern ist auf 35 Prozent begrenzt. Eine Ausnahmeklausel erlaubt jedoch Käufe in Drittstaaten, wenn die benötigten Produkte nicht schnell genug oder in unzureichender Menge von den berechtigten Lieferanten bezogen werden können. Kiew habe für die erste Tranche, die vollständig für Drohnen vorgesehen ist, eine solche Ausnahme beantragt und erhalten, so die Quellen. Ukrainische Offizielle verweisen darauf, dass Drohnen mittlerweile für rund 80 Prozent der russischen Verluste verantwortlich seien, die Nachfrage nach bestimmten Bauteilen die heimische und europäische Produktion jedoch übersteige.
Die Entscheidung wirft ein Schlaglicht auf die Rolle Chinas in der Versorgung beider Kriegsparteien. Während die EU Peking vorwirft, den russischen militärisch-industriellen Komplex zu unterstützen, räumt sie zugleich ein, dass auch die ukrainische Rüstungsindustrie auf chinesische Komponenten angewiesen ist. Laut der Financial Times kaufen ukrainische und russische Beschaffer teils bei denselben chinesischen Herstellern ein. In europäischen Hauptstädten wird die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zunehmend als strategisches Risiko bewertet. Einer Schätzung der Beratungsfirma EY-Parthenon zufolge müssten die USA und die EU bis 2050 rund 23 Billionen Dollar investieren, um ihre Abhängigkeit von China in kritischen Bereichen zu verringern.
Der Verteidigungskredit ist Teil eines im Mai von Kiew unterzeichneten und ratifizierten Unterstützungsdarlehens der EU im Umfang von bis zu 90 Milliarden Euro für die Jahre 2026 und 2027. Die Auszahlung der ersten Tranche war zuletzt ins Stocken geraten, weil die ukrainische Seite nach Angaben eines Kommissionssprechers nicht genügend Verträge zur Genehmigung vorgelegt hatte. Die nun gewährte Ausnahme könnte die Mittelverwendung beschleunigen. Eine offizielle Stellungnahme der Europäischen Kommission oder des ukrainischen Verteidigungsministeriums liegt bislang nicht vor. Die weitere Auszahlung der verbleibenden Mittel des ersten Tranches hängt von der Vorlage entsprechender Beschaffungsverträge durch Kiew ab.
| Russische & GUS-Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
Europa hat sich in eine Abhängigkeit von Peking begeben und damit die Fragilität seiner Verteidigungsindustrie bewiesen.
Indem der Widerspruch zwischen den Autonomieerklärungen der EU und der Realität des Kaufs chinesischer Komponenten hervorgehoben wird, entsteht ein Bild der Heuchelei.
Der Block lässt aus, dass die Entscheidung eine vorübergehende Ausnahme aufgrund akuter Engpässe ist und die EU gleichzeitig in die heimische Produktion investiert.
Die Ukraine bekommt, was sie zum Kämpfen braucht, und Europa trifft eine pragmatische Entscheidung.
Indem die Entscheidung als routinemäßige Reaktion auf eine Marktknappheit dargestellt wird, wird der Kauf von einem nicht verbündeten Lieferanten normalisiert.
Der Block lässt die breiteren strategischen Auswirkungen der europäischen Abhängigkeit von chinesischen Komponenten und jede Kritik an der EU-Industriepolitik aus.
Die Europäische Union sieht sich gezwungen, die Dringlichkeit des Krieges mit dem Ziel der technologischen Autonomie in Einklang zu bringen.
Indem die Spannung zwischen unmittelbaren Bedürfnissen und strategischen Zielen hervorgehoben wird, wird ein riskanter Kompromiss nahegelegt.
Der Block lässt die russische Perspektive aus, dass diese Entscheidung europäische Schwäche beweist, und spielt die Tatsache herunter, dass der Kauf eine vorübergehende Ausnahme ist.
Erweitere deinen Horizont
New Yorker Bürgermeister prüft rechtliche Grundlage für Festnahme Netanjahus
10 Sprachen · 23 Quellen
Aus Economy & MarketsKreditausfälle und Betrugsmeldungen steigen in Lateinamerika, während Kapitalzuflüsse Rekorde erreichen
5 Sprachen · 8 Quellen
Aus TechnologyChina gründet globale KI-Organisation und setzt auf offene Modelle
7 Sprachen · 9 Quellen