
Indischer Seemann nach Angriff auf Frachter vor Oman tot geborgen – zweites Todesopfer binnen drei Tagen
Die Leiche des vermissten Schiffsingenieurs Heramb Karmarkar wurde von der omanischen Küstenwache gefunden; Neu-Delhi protestiert scharf bei Teheran und startet ein Echtzeit-Überwachungssystem für Seeleute.
Der seit Sonntag vermisste indische Schiffsingenieur Heramb Karmarkar ist tot. Wie die indische Seeleutegewerkschaft Forward Seamen’s Union am Mittwoch mitteilte, wurde seine Leiche von der omanischen Küstenwache geborgen, rund 60 Stunden nach dem Angriff auf das unter zyprischer Flagge fahrende Containerschiff GFS Galaxy vor der Küste Omans. Karmarkar ist bereits der zweite indische Seemann, der innerhalb von drei Tagen in der Region ums Leben kam; am Dienstag war ein weiterer Inder bei einem Angriff auf zwei Öltanker in der Straße von Hormus getötet worden.
Aus Teheraner Sicht wurde das Schiff attackiert, nachdem es trotz mehrfacher Warnungen eine nicht genehmigte Route durch die Straße von Hormus genommen hatte. Washington hingegen macht Iran für den Beschuss verantwortlich; das US-Zentralkommando erklärte, das Schiff sei durch einen Brand und Schäden im Maschinenraum manövrierunfähig geworden. Die indische Regierung bezeichnete die wiederholten Angriffe auf die zivile Schifffahrt als „zutiefst besorgniserregend“ und bestellte den iranischen Geschäftsträger ein, um scharfen Protest einzulegen. Neu-Delhi fordert ein Ende der Angriffe auf Handelsschiffe und eine Rückkehr zu diplomatischen Verhandlungen.
Die Vorfälle treffen Indien als einen der weltweit größten Entsendestaaten von Seeleuten besonders hart. Nach offiziellen Angaben sind derzeit mehr als 320.000 indische Staatsbürger in der internationalen Handelsschifffahrt tätig, viele von ihnen auf Routen durch den Persischen Golf und das Arabische Meer. Als Reaktion auf die wachsende Gefahr hat die Regierung in Neu-Delhi ein Maßnahmenpaket unter dem Titel „Seafarer-First“ beschlossen. Ein neu einzurichtendes digitales Lagebild soll künftig in Echtzeit Position, Besatzungsstärke und Bedrohungslage jedes Schiffes mit indischen Seeleuten erfassen – unabhängig von der Flagge des Schiffes. Zudem werden für betroffene Familien eigene Verbindungsoffiziere benannt, die medizinische Updates, Rückführungen und Entschädigungsfragen koordinieren.
Die Angriffe sind Teil einer sich zuspitzenden Konfrontation zwischen den USA und Iran. Teheran hat nach eigenen Angaben die Straße von Hormus geschlossen und feuert Raketen und Drohnen auf Ziele in der Golfregion ab, was es als Vergeltung für amerikanische Militärschläge bezeichnet. Washington dagegen betont, die Wasserstraße sei für alle Schiffe außer iranischen offen. Vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten Ende Februar passierte rund ein Fünftel des weltweit verschifften Öls die Meerenge. Seitdem wurden nach indischen Regierungsangaben 29 Angriffe auf Schiffe mit indischen Besatzungsmitgliedern registriert, mindestens fünf Seeleute kamen ums Leben. Eine diplomatische Lösung des Konflikts ist derzeit nicht absehbar; die indische Regierung setzt vorerst auf eigene Schutz- und Überwachungsmechanismen, während die Spannungen in der für die globale Energieversorgung kritischen Region anhalten.
| Indische & südasiatische Presse | +0.20 | neutral |
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| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
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Indien schützt seine Seeleute mit einem Echtzeit-Tracking-System und beansprucht die Souveränität über die Sicherheit seiner Bürger in internationalen Gewässern.
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