
Stablecoin-Volumen erreicht 28 Billionen Dollar – globaler Zahlungsverkehr vor strukturellem Umbruch
Der Jahresbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich dokumentiert eine Verlagerung hin zu programmierbaren Zahlungen, während in Kolumbien das interoperable System Bre-B die Massentauglichkeit unter Beweis stellt.
Das Transaktionsvolumen in Stablecoins hat im Jahr 2025 weltweit 28 Billionen US-Dollar erreicht. Diese Zahl, die der aktuelle Jahreswirtschaftsbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) nennt, markiert eine Verschiebung der Zahlungsarchitektur: Programmierbarkeit und verteilte Register erlauben eine sofortige Abwicklung ohne die sequenziellen Nachrichten- und Clearing-Ketten des Korrespondenzbankwesens. Die BIZ sieht darin das Potenzial, grenzüberschreitende Zahlungen grundlegend zu vereinfachen, verweist jedoch zugleich auf Risiken für die geldpolitische Transmission in Ländern wie Mexiko, sollte eine breite Dollar-Stablecoin-Adoption die Rolle der heimischen Währung als Recheneinheit aushöhlen.
Die technische Grundlage für diesen Wandel liefern zwei parallele Entwicklungen. Auf der Abwicklungsseite baut Visa seine Stablecoin-Settlement-Fähigkeiten aus; in der Region Zentral- und Osteuropa, Naher Osten und Afrika (CEMEA) hat sich das Volumen seit der Einführung vor einem Jahr nahezu versechzigfacht. Mit tokenisierten Einlagen will das Unternehmen Banken zudem ermöglichen, traditionelle Guthaben in programmierbares, ständig verfügbares digitales Geld umzuwandeln. Auf der Vorderseite des Handels setzt Visa auf künstliche Intelligenz: Die Plattform „Visa Intelligent Commerce“ soll KI-Agenten sichere Transaktionen ermöglichen, während angereicherte Token-Daten und ein neues Vertrauenssignal die Grundlage für automatisierten, eingebetteten Handel schaffen sollen. Parallel dazu hat das lateinamerikanische Fintech 2innovate mit FrameIQ eine Analysekomponente vorgestellt, die aus über 20 Milliarden jährlichen Transaktionen in der Region verwertbare Kundeninformationen generieren soll.
Welche Dynamik interoperable Systeme im Massenmarkt entfalten können, zeigt das kolumbianische Echtzeit-Zahlungssystem Bre-B. In den ersten neun Monaten wurden mehr als eine Milliarde Transaktionen abgewickelt; allein BBVA verzeichnete über seine dortigen Einheiten 106 Millionen Transaktionen mit einem Gegenwert von mehr als 22 Billionen kolumbianischen Pesos. Die kolumbianische Bankenvereinigung Asobancaria beziffert die Investitionen des Sektors in digitale Transformation und Forschung auf umgerechnet rund 2,9 Billionen Pesos. Der Zahlungsdienstleister Bold meldete für Mai 2026 ein monatliches Umsatzwachstum von 30,6 Prozent bei den über Bre-B abgewickelten Händlerumsätzen, getrieben vor allem durch QR-Code-Zahlungen, die um 76 Prozent zulegten.
Die BIZ warnt indes vor strukturellen Risiken: Auf öffentlichen Blockchains erschwerten Pseudonymität und nicht-verwahrte Wallets die Kontrollen gegen Geldwäsche, und Abweichungen von der Dollarparität ließen Stablecoins in der Praxis eher Anlageinstrumenten als stabilen Zahlungsmitteln gleichen. Die nächste Konkretisierung der Branchenagenda wird auf dem Visa Payments Forum am 1. Juli in Paris erwartet, wo weitere Schritte zur Integration von KI und Stablecoins in die Handelsinfrastruktur vorgestellt werden sollen.
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Das kolumbianische Finanzsystem erlebt durch Bre-B eine Revolution mit Billionen von Pesos an Transaktionen und Rekordinvestitionen. Dieser Wandel verringert die Bargeldabhängigkeit und stärkt kleine Unternehmen – ein Triumph lokaler Innovation und finanzieller Inklusion.
Visa baut seine digitale Zahlungsinfrastruktur in der CEMEA-Region aus und setzt dabei auf künstliche Intelligenz, Tokenisierung und Stablecoins. Diese von Konzernen vorangetriebene Entwicklung formt den globalen Handel neu, mit Fokus auf nahtlose Transaktionen und strategische Partnerschaften.
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