
Speicherchip-Knappheit treibt Smartphone-Preise und lässt Billigsegment schrumpfen
Die Kosten für Speicherchips machen bei günstigen Smartphones inzwischen fast zwei Drittel der Materialkosten aus – mit Folgen für Hersteller, Preise und das Kaufverhalten.
Die Materialkosten für Speicherchips haben bei Smartphones der unteren Preisklasse einen Anteil von nahezu 60 Prozent erreicht, bei Geräten unter 99 Dollar sogar mehr als 64 Prozent. Dies geht aus einer Analyse des Technologieforschungsunternehmens Omdia hervor. Die Entwicklung führt dazu, dass das Segment der preiswerten Mobiltelefone für Hersteller zunehmend unrentabel wird. Omdia erwartet für das laufende Jahr einen Rückgang der weltweiten Smartphone-Auslieferungen um 12 Prozent, wobei die Kategorie unter 400 Dollar voraussichtlich um 22 Prozent einbricht, während teurere Geräte um 5,7 Prozent zulegen.
Ursache ist der Boom bei Infrastruktur für künstliche Intelligenz, der grosse Mengen an DRAM- und NAND-Speicher bindet und die globale Lieferkette belastet. Dieselben Zulieferer bedienen sowohl Rechenzentren als auch die Unterhaltungselektronik. Die Preise für LPDDR5X-Arbeitsspeicher und NAND-Flash sind binnen eines Jahres um 80 bis 90 Prozent gestiegen, wie Counterpoint Research für Apples iPhone-Komponenten ermittelte. Analysten von Omdia und IDC sehen darin einen strukturellen Engpass, der frühestens im Herbst 2027 oder Anfang 2028 nachlassen dürfte, wenn der Ausbau der KI-Infrastruktur abflaut und die Speicherproduktion hochgefahren wird.
Die Hersteller reagieren mit teils wiederholten Preiserhöhungen. Samsung hat in Indien im laufenden Jahr bereits zum siebten Mal die Preise für günstige Modelle der Galaxy-A-, F- und M-Serien angehoben, jeweils um etwa 1000 Rupien. Apple warnte über Konzernchef Tim Cook, dass höhere Speicherkosten „unvermeidlich“ seien, und erhöhte die Preise für Macs und iPads um bis zu 300 Dollar. Für das nächste iPhone-Flaggschiff rechnet Counterpoint Research mit einem Aufschlag von 200 bis 300 Dollar. Auch Microsoft hob die Preise für Surface-PCs und die Xbox-Konsole an, Dell und Lenovo zogen im Winter nach. Aus Sicht chinesischer Hersteller wie Oppo, Vivo und Xiaomi, die stark im preissensiblen Segment vertreten sind, verengt sich der Spielraum, die Mehrkosten durch Einsparungen bei Displays oder Sensoren aufzufangen.
Die Verteuerung von Neugeräten lenkt die Nachfrage auf den Gebrauchtmarkt. Die Plattform Back Market verzeichnete am Tag nach Apples Preiserhöhung einen Anstieg der MacBook-Verkäufe um 62 Prozent gegenüber der Vorwoche, überproportional getrieben von Neukunden. Der Secondhand-Händler PayMore meldet in den vergangenen drei bis sechs Monaten ein Plus von 30 Prozent bei Computern und Komponenten. Daten von Counterpoint Research zeigen für das erste Halbjahr 2026 einen Anstieg der Verkäufe gebrauchter Smartphones um 13 Prozent, während die Auslieferungen neuer Geräte im Gesamtjahr voraussichtlich um 12 Prozent sinken. IDC-Vizepräsident Francisco Jeronimo berichtet, dass einige Anbieter erwägen, das Billigsegment vollständig zu verlassen, weil bei einem Verkaufspreis von 150 Dollar und einem Speicherkostenanteil von der Hälfte keine Marge mehr bleibe.
Für Verbraucher in Europa zeichnet sich damit eine anhaltende Preiswelle ab. Der Chef des britischen Elektronikhändlers Currys, Alex Baldock, kündigte weitere Preissprünge bei Smartphones und Laptops an. Die nächste Belastungsprobe steht im Herbst bevor, wenn Apple turnusgemäss neue iPhone-Modelle vorstellt und die tatsächlichen Endkundenpreise sichtbar werden.
| Russische & GUS-Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | −0.50 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Die Preiserhöhungen von Samsung und Apple treffen russische Verbraucher, aber der Markt absorbiert die Anstiege.
Der russische Block stellt Preiserhöhungen als unvermeidliche Markttatsachen dar, ohne die zugrunde liegenden KI-Ursachen zu untersuchen.
Der russische Block lässt die Rolle der KI-getriebenen Speichernachfrage als Ursache aus und erwähnt nicht den Boom der Gebrauchtverkäufe.
Die Knappheit günstiger Telefone trifft die Verbraucher in Südostasien, während KI den Speicher verschlingt.
Der südostasiatische Block verstärkt die Prognose eines Rückgangs um 22%, um ein Gefühl von Dringlichkeit und drohender Knappheit zu erzeugen.
Der südostasiatische Block lässt das Wachstum des Gebrauchtmarktes als Verbraucherreaktion aus und behandelt weder den PC-Markt noch die Stärke von Apple.
Atlantische Verbraucher reagieren auf Preiserhöhungen mit Gebrauchtwaren, während der Markt sich neu organisiert.
Der atlantische Block balanciert die Krisenerzählung mit Geschichten über Verbraucheranpassung und schafft ein Bild der Widerstandsfähigkeit.
Der atlantische Block lässt die detaillierte Analyse der Herabstufungen von Mittelklasse-Telefonen (z.B. Verwendung älterer Bildschirme) und die Verlangsamung des PC-Marktes aus.
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