
Pochettinos Zorn auf die Presse nach US-Niederlage: „Es ist traurig, dass uns niemand gratuliert“
Trotz der 2:3-Niederlage gegen die Türkei ziehen die USA als Gruppensieger ins Achtelfinale ein – doch Trainer Mauricio Pochettino hadert mit der mangelnden Anerkennung für den ersten Platz.
In der achten Minute der Nachspielzeit besiegelte Kaan Ayhan mit einem Treffer durch die Beine von Torhüter Matt Turner die 2:3-Niederlage der Vereinigten Staaten gegen die Türkei. Es war der letzte Akt eines Gruppenfinales, das für beide Mannschaften sportlich ohne Bedeutung war: Die USA hatten sich bereits durch Siege gegen Paraguay (4:1) und Australien (2:0) den ersten Platz in Gruppe D gesichert, die Türkei war schon ausgeschieden. Entsprechend rotierte Mauricio Pochettino seine Startelf auf neun Positionen, schonte Stammkräfte und gab sieben Spielern ihre ersten Turnierminuten. Nach einem Blitzstart durch Auston Trusty (2. Minute) drehten Arda Güler und Orkun Kökçü die Partie noch vor der Pause, ehe Sebastian Berhalter mit einem Fernschuss ausglich (49.). Der späte Gegentreffer fiel in eine Phase, in der die US-Auswahl mit dem eingewechselten Christian Pulisic, der nach einer Wadenverletzung erstmals wieder auflief, noch auf den Sieg drängte.
Nach dem Abpfiff verlagerte sich das Geschehen in den Presseraum. Pochettino, sichtlich verärgert, eröffnete die Konferenz mit dem Vorwurf, niemand habe seinem Team zum Gruppensieg gratuliert. „Es ist traurig, dass Sie nicht sagen: ‚Herzlichen Glückwunsch‘, weil wir die Gruppe gewonnen haben“, hielt der Argentinier den Journalisten entgegen. In lateinamerikanischen Medien wurde dieser Zusammenstoß als Ausdruck eines grundsätzlichen Unverständnisses gegenüber der US-amerikanischen Berichterstattung gewertet, die den Fokus auf die Niederlage legte. Pochettino selbst nannte die Fixierung auf drei Gruppensiege „kleinlich“ und „zu kurz gedacht“: „Wozu drei Spiele gewinnen, wenn man das nächste verliert und nicht Weltmeister wird?“
In der US-amerikanischen Sportberichterstattung überwog hingegen die Gelassenheit. Die Rotation wurde als kluges Risikomanagement interpretiert, um Gelbsperren zu vermeiden und die Belastung vor dem Achtelfinale zu steuern. Die Rückkehr von Schlüsselspieler Pulisic, der in 30 Minuten mit einem Pfostenschuss und einem weiteren gefährlichen Abschluss seine Fitness unter Beweis stellte, galt als die wichtigere Nachricht des Abends. Kommentatoren verglichen die Partie mit einem bedeutungslosen letzten Saisonspiel im American Football und riefen dazu auf, die Niederlage nicht überzubewerten. Aus asiatischer Perspektive wurde der Auftritt als wertvolle Lehre für die Kadertiefe eingeordnet, die im weiteren Turnierverlauf entscheidend sein könnte.
Für die USA beginnt die K.-o.-Phase am 1. Juli in Santa Clara gegen Bosnien und Herzegowina, das als einer der besten Gruppendritten aus Gruppe B hinter Kanada und der Schweiz weitergekommen ist. Pochettino betonte, die wahre Bewertung seiner Mannschaft beginne erst jetzt. Die Generalprobe mit der B-Elf hat gezeigt, dass die Defensive ohne Stammkräfte anfällig bleibt, zugleich aber die Offensive um Pulisic jederzeit für Gefahr sorgen kann. Der Gruppensieg eröffnet zudem eine geografisch günstige Perspektive: Bei einem Erfolg gegen Bosnien würden Achtel- und Viertelfinale in Seattle und Los Angeles in derselben Zeitzone stattfinden.
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Der argentinische Trainer wies die Presse zurecht, weil sie den Gruppensieg übergangen habe, und nannte es traurig, dass niemand gratuliert habe. Er betonte, das eigentliche Ziel sei der Kampf um den WM-Titel 2026, und die Rotation sei notwendig gewesen. Die Niederlage ist nur eine Randnotiz auf dem Weg zur Trophäe.
Das US-Team bleibt nach der Last-Minute-Niederlage gegen die Türkei gelassen, da der Gruppensieg bereits feststand. Spieler und Trainer zeigten sich zuversichtlich und betonten, dass das eigentliche Turnier jetzt beginnt. Die Niederlage wird als unbedeutender Ausrutscher ohne Einfluss auf den Schwung des Teams für die K.-o.-Runde gesehen.
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